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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Gute Nachricht: Berufsbedingte Hepatitis geht zurück – so beugen Sie auch weiterhin vor

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Hepatitis
Urheber: fotoliaxrender | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Eine positive Meldung präsentierte die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli. Die Zahl der Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Erkrankungen in ihren Mitgliedsbetrieben hat deutlich abgenommen. Dies darf jedoch kein Anlass sein, bei der Prävention nachlässiger zu werden.

Infektionen mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren sind ein stetes Risiko für Beschäftigte in Arztpraxen, Krankenhäusern, Rettungswesen, medizinischen Labors und anderen Gesundheitseinrichtungen. Die Erreger können durch Nadelstichverletzungen übertragen werden, aber auch durch andere Arten von Verletzungen, selbst durch Blutspritzer, die auf Haut oder Schleimhäute gelangen.

Die Folge einer Infektion sind Gelbsucht und Leberentzündungen, die bis zu Zirrhose und Krebs führen können. Jede Blutentnahme, Spritze, Blutzuckermessung oder Insulingabe birgt ein Infektionsrisiko – und das nicht nur für Hepatitis oder HIV (Aids), sondern auch für etwa 20 weitere lebensbedrohliche Erkrankungen.

Der verstärkte Impfschutz und ein verbesserten Schutz vor Nadelstichverletzungen scheinen sich nun auszuzahlen: Die Zahl der meldepflichtigen Verdachtsanzeigen berufsbedingter Hepatitis-B-Erkrankungen ist zwischen 2005 und 2015 um rund 60 % von 146 auf 57 gesunken. Bei Hepatitis C war der Rückgang von 168 auf 53 noch stärker.

Ebenfalls eine gute Nachricht: Nach ersten Erfahrungen mit neuartigen Medikamenten zeichnen sich bessere Heilungschancen von Personen mit chronischer Hepatitis C ab.

Vorsorge als Voraussetzung für Beschäftigung

Voraussetzung für eine Beschäftigung in einem infektionsgefährdeten Beruf ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge. Dies verlangt die gleichnamige Verordnung (ArbMedVV) in § 4. Dabei müssen Sie Folgendes beachten:

  • Die arbeitsmedizinische Vorsorge muss Impfangebote umfassen, wenn „das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist.“ (§ 6 ArbMedVV)
  • Im Rahmen der Vorsorge wird u. a. geprüft, ob beim Beschäftigten eine ausreichende Immunität gegen Hepatitis B vorliegt. Ist dies nicht der Fall, muss der Betrieb dem Mitarbeiter eine Impfung bzw. Auffrischimpfung anbieten.
  • Der Betrieb bzw. Arbeitgeber erhält vom Betriebsarzt oder betriebsärztlichen Dienst eine Bescheinigung über die durchgeführte Vorsorge.
  • Mediziner müssen auch hier die Schweigepflicht einhalten.

Wichtig ist, dass Sie die Durchführung der Vorsorge in einer Vorsorgekartei dokumentieren. Sie können diese Kartei auch elektronisch erstellen und pflegen. Unabhängig davon müssen Sie alle betroffenen Mitarbeiter zu den möglichen Infektionsgefährdungen und Schutzmaßnahmen informieren und unterweisen. Dazu gehört auch, dass Sie den Umgang mit verletzungssicheren Instrumenten (Spritzen, Kanülen, Lanzetten etc.) zeigen, deren Sicherheitsmechanismen erläutern und das Benutzen einüben lassen.

Der Einsatz dieser sogenannten „sicheren Instrumente“ ist nach der BioStoffV und TRBA 250 verbindlich vorgeschrieben, wenn er technisch möglich ist und das Infektionsrisiko senkt. Jeder Mitarbeiter muss zudem wissen, dass er jede Nadelstichverletzung umgehend seinem Arbeitgeber melden muss.

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Jede 2. Nadelstichverletzung durch falsche Entsorgung

Achten Sie strikt darauf, dass alle gebrauchten medizinischen Instrumente sachgerecht entsorgt werden. Es kommt bei Mitarbeitern von Reinigungsdiensten, Wäschereien und selbst Küchenpersonal leider immer wieder zu Nadelstichverletzungen mit der damit verbundenen Infektionsgefahr, weil Instrumente nicht da landen, wo sie hingehören.

Achtung: Hepatitis betrifft nicht nur das Gesundheitswesen, sondern auch die Lebensmittelindustrie und Gastronomie.

An infektiöser Hepatitis erkrankte Personen dürfen nicht mit bestimmten Lebensmitteln und Speisen umgehen, wenn diese mit den Händen oder indirekt über Werkzeuge und Gegenstände berührt werden. Das betrifft Fleisch, Fisch, Krebstiere, Milch, Eier und daraus hergestellte Produkte sowie Speiseeis und Salate.

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