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Neue Ernährungstrends bei Schichtarbeit oft fragwürdig

 
gesunde Ernährung
Urheber: Yaruniv-Studio | Fotolia

Von Rafael de la Roza ,

Alternative Ernährungstrends sind auf dem Vormarsch. Aus Sicht ihrer Anhänger gibt es dafür viele gute Gründe: Sie reichen von der Hoffnung auf bessere Gesundheit durch naturbelassene Kost statt minderwertiger Industrielebensmittel bis hin zum Tier- und Umweltschutz. Unter Ernährungswissenschaftlern sind sie oft umstritten, da sie meist mit einer einseitigen Versorgung unter Verzicht auf wichtige andere Nahrungsbestandteile einhergehen.

Nach Ansicht des TÜV Rheinland sollten besonders Schichtarbeiter bei einer solchen Ernährungsumstellung Vorsicht walten lassen. Dominique Bialasinski, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) beim TÜV Rheinland, sieht in Schichtarbeit eine besondere Herausforderung für den Organismus: Denn der Körper arbeitet, wenn er sich erholen sollte, und schläft, wenn nach der inneren Uhr Aktivität und Nahrungsaufnahme fällig wären.

Daher sollte jeder, der es mit alternativen Ernährungsweisen versucht, zunächst einmal seinen Körper einigermaßen kennen und auf dessen Signale achten.

Wer sich mit veganer Lebensweise, Low-Carb oder Paleo("Steinzeit")-Ernährung, bei der auf Lebensmittel wie Milch- und Getreideprodukte verzichtet wir, nicht gut fühlt, sollten solche Diäten meiden - auch wenn sie von anderen gepriesen werden.

Für Schichtarbeiter ist es laut Bialasinski besonders wichtig, ihre individuelle Konstitution, Belastbarkeit, eventuelle Unverträglichkeiten und Erkrankungen einerseits sowie Anforderungen im Schichtdienst andererseits bei der Ernährung zu berücksichtigen. Ihr Rat: Am besten erst mit dem Hausarzt sprechen und alle medizinischen Aspekte abklären lassen, bevor man mit der Ernährungsumstellung startet.

Individuelle Wohlfühl-Ernährung ist ideal

Wer beispielsweise auf Kohlenhydrate verzichtet oder die Aufnahme reduziert, muss damit rechnen, dass seine Leistungsfähigkeit sinkt. Außerdem sollte man wissen, was passieren kann, wenn man Kohlenhydrate in der Ernährung durch Fette und Eiweiße ersetzen will.

Zu viele falsche Fette können beispielsweise die Herzgesundheit schädigen. Und das Motto "Gleiches Recht für alle" gilt gerade bei der Ernährung nicht: Menschen haben unterschiedliche Stoffwechsel und einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf. Auch dies sollte bei einer Ernährungsumstellung bedacht werden.

Wichtig: Geregelte Pausen und gezielte Ernährungsberatung

Ausreichende, geregelte Pausenzeiten und gezielte Ernährungsberatung, mahnt die BGF-Expertin die Betriebe, sind ein wichtiger Baustein für die Gesundheitsförderung der Beschäftigten.

Nicht nur Schichtarbeitende mögen einen praktikablen und alltagstauglichen Speiseplan. Wer einer Ernährungsform wie etwa Paleo anhängt, hat es da schwer. Besser dran sind in dieser Hinsicht Veganer oder Vegetarier, die heute in aller Regel auf ein entsprechendes, oft breit gefächertes Angebot in Supermärkten und auch Betriebskantinen zurückgreifen können.

Vor allem Schichtarbeiter mit veganer Ernährungsweise sollten allerdings regelmäßig ihren Hausarzt aufsuchen, um Vitamin- und Mineralstoffmängel rechtzeitig zu erkennen und diesen vorzubeugen.

Worauf Schichtarbeiter achten sollten

Schichtarbeiter sollten noch mehr als andere auf eine ausgewogene, bekömmliche Kost aus frischen Zutaten achten. Bevorzugen sollten sie viel Obst, Gemüse, mageres Fleisch und Vollkornprodukte; Fastfood und Süßigkeiten sollten sie dagegen vom Speiseplan streichen. Genuss und Geschmack müssen dabei nicht zu kurz kommen - die Mischung macht es. Und wenn in den Kantinen "Superfoods" wie Chia-Samen oder Goji-Beeren auftauchen, darf man bedenkenlos zugreifen, ohne gleich Anhänger einer bestimmten, für den eigenen Organismus ungeeigneten Ernährungsform zu werden

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