Gratis-Download

Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

Jetzt downloaden

Richtlinien für eine gesunde Büroeinrichtung

5 1 Beurteilungen

Erstellt:

Zu einem guten Arbeitgeber gehört neben einer geeigneten Unternehmensführung unter anderem auch die Arbeitssicherheit, die zur Gesundheit am Arbeitsplatz beiträgt. In diesem Zusammenhang ist häufig von Ergonomie am Arbeitsplatz die Rede. Doch wie muss ein Arbeitgeber laut Recht die Büros in seinem Unternehmen ausstatten? Im Folgenden werden Richtlinien für eine gesunde Büroeinrichtung vorgestellt.

In erster Linie ist es wichtig, dass Angestellte sich im Betrieb wohlfühlen. Schon allein eine gemütliche, anregende Büroeinrichtung kann Wohlbefinden und Produktivität steigern: Wenn den Mitarbeitern statt Neonlicht und kahlen Wänden beispielsweise eine weiche Beleuchtung sowie Dekoration, Pflanzen und Farben zur Verfügung gestellt wird, sorgt das bereits für ein gutes Raumklima. Gerade die falsche Bürobeleuchtung kann aber auch eine Gefährdung darstellen, zum Beispiel wenn das Licht flimmert oder blendet und die Augen ermüden oder schmerzen. Doch besonders die Arbeitsmöbel und -mittel wie der Computer können zu Schmerzen bei der Arbeit führen und die Gesundheit der Angestellten beeinträchtigen, wenn bestimmte Richtlinien nicht befolgt werden. In der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten (Bildschirmarbeitsverordnung – BildscharbV) findet sich eine Auflistung der ergonomischen Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze, die Geschäftsführern helfen soll, die Büros so einzurichten, dass sie die Gesundheit der Mitarbeiter unterstützen.

Arbeitstisch

Der Schreibtisch sollte genug Platz bieten und höhenverstellbar sein, um eine Steh-Sitz-Dynamik zu ermöglichen. Bei Mischarbeit sollten für jeden Arbeitsplatz ein Schreib- und ein Computerarbeitsbereich vorhanden sein. Vorteilhaft ist eine Winkelkombination zwischen dem Schreib- und Computerarbeitstisch. Unter der Tischfläche soll der Beinraum nicht eingeschränkt werden. Die Beinraumbreite darf nicht unter 850 mm liegen, bei 1.200 mm sind Haltungswechsel jedoch eher möglich. Des Weiteren sollten die Möbel abgerundete Ecken und Kanten besitzen. Auch bei den Maßen sind einige Dinge zu berücksichtigen:

  • Die Schreibtischfläche muss mindestens 1600 x 800 mm groß sein.
  • Bei einer Winkelkombination darf der Computertisch nicht unter 600 mm breit sein.
  • Die Höhe von nicht verstellbaren Tischen sollte bei 720 mm liegen.

Bei der Höhe ist jedoch Steh-Sitz-Dynamik gefragt: Im Jahr 2011 wurde die Norm DIN EN 527-1 angepasst: Bürotische sollen seither höher und auch flexibler sein. Sitzen allein ist sehr ungesund und daher wird empfohlen, auch im Büro öfters mal zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln. Höhenverstellbare Schreibtische, bei denen Angestellte zwischenzeitlich auch stehend arbeiten können, sind aus ergonomischer Sicht also besonders geeignet.

Bürodrehstuhl

Der Arbeitsstuhl muss stand- und kippsicher sein, mindestens fünf Rollen besitzen und auch gegen unbeabsichtigtes Wegrollen gesichert sein: Daher müssen bei glatten Böden gebremste, bei textilen Bodenbelägen dagegen ungebremste Rollen verwendet werden. Darüber hinaus muss ein ergonomischer Bürostuhl mit gepolsterten und atmungsaktiven Rückenlehnen ausgestattet sein und beim Hinsetzen leicht abfedern: Das hält die Stoßbelastung der Wirbelsäule niedrig. Die Rückenlehne sollte zudem über eine Lordosenstütze verfügen, um für eine entspannte Körperhaltung und Entlastung des Rückgrats zu sorgen. Armauflagen sollen den Schulter- und Nackenbereich entlasten, aber nicht bei der Arbeit stören. Im Allgemeinen müssen der Stuhl, und vor allem die Lehne, den Rücken in verschiedenen Arbeits- und Sitzhaltungen unterstützen. Im Hinblick auf ergonomische Maßen werden nach DIN 4550 und DIN 4551 folgende Maßen vorgeschlagen:

  • Die Höhe der Sitzfläche sollte sich mindestens in einem Bereich von 42 bis 53 cm verstellen lassen.
  • Die Sitztiefe muss mindestens 38 bis 44 cm betragen, die Sitzbreite 40 bis 48 cm.
  • Die Rückenlehne sollte 36 bis 48 cm breit sein und in einem Bereich von 17 bis 23 cm über dem Sitz verstellbar sein.
  • Armauflagen müssen über dem Sitz mindestens 18 bis 29 cm hoch, sowie 20 cm lang und fünf cm breit sein.

Computer und Computerzubehör

Nicht nur die Möbel, sondern auch die Arbeitsmittel im Büro müssen ergonomisch sein.

  • Computerbildschirm: Die Größe des Bildschirms muss an die Tätigkeit angepasst sein, mindestens 19 bis 21 Zoll werden vorgeschrieben. Flachbildschirme sind heutzutage der Normalfall. Zudem muss der Monitor frei und leicht drehbar sowie neigbar sein. Darüber hinaus müssen die Zeichen auf dem Bildschirm scharf, deutlich und groß genug sein und einen angemessenen Zeilenabstand haben, damit die Angestellten ihre Augen beim Arbeiten nicht zu sehr anstrengen. Auch sollte das Bild flimmerfrei sein und keine Verzerrungen aufweisen. Nicht zuletzt muss die Helligkeit der Monitoranzeige einstellbar sein und der Umgebung angepasst werden können.
  • Tastatur: Die Tastatur muss nach DIN 2137 getrennt vom Bildschirm aufstellbar sein, um ungünstige Arbeitshaltungen zu vermeiden. Zudem sollte sie neigbar sein, eine Bauhöhe von höchstens 30 mm haben und eine Möglichkeit zur Handauflage mit einer Tiefe von 50 bis 100 mm besitzen. Der ideale Durchmesser der Tasten liegt bei 12 bis 15 mm.
  • Maus: Die Maus sollte der Anatomie der Hand angepasst sein, also von der Größe her der gewölbten Hand entsprechen. Am besten sind Mäuse, die nicht zu Fehlhaltungen führen, wo also keine Rotation des Arms erforderlich ist: Hierbei handelt es sich um Mäuse, die seitlich bedient werden können.

Ergonomische Positionierung und Einstellung von Arbeitsmöbeln und –mitteln

Es reicht nicht, das Büro für die Mitarbeiter mit ergonomischen Möbeln und Mitteln auszustatten. Auch die Positionierung ist entscheidend:

  • Der Monitor muss so platziert werden, dass die Blickrichtung auf den Monitor parallel zur Fensterfront verläuft, weil es in anderen Fällen zu Blendungen, Reflexionen und Spiegelungen kommt.
  • Die Höhe des Monitors sollte so eingestellt werden, dass die oberste Bildschirmzeile leicht unterhalb der horizontalen Blickrichtung liegt.
  • Der Bürostuhl ist ergonomisch eingestellt, wenn Ober- und Unterschenkel beim Sitzen einen rechten oder leicht stumpfen Winkel bilden. Dasselbe betrifft die Höhe des Schreibtisches und Ober- und Unterarme.
Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige