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Schweinegrippe: So schützen Sie Ihre Mitarbeiter

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Damit die Schweinegrippe möglichst gar nicht zu Ihren Mitarbeitern und damit in Ihren Betrieb kommt, hier eine kleine Übersicht über 9 Möglichkeiten, wie Sie Ihre Mitarbeiter im Vorfeld schützen können.

1. Wie erkennt man Schweinegrippe?

Die Symptome der Neuen Grippe unterscheiden sich nicht von denen der jährlichen Grippe: (hohes) Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit. Einige Menschen, die mit H1N1 infiziert waren, berichteten auch über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Für den Laien lässt sich somit der Unterschied zwischen gewöhnlicher und Schweinegrippe nicht feststellen. Für eine eindeutige Diagnose ist ein Rachenoder Nasenabstrich notwendig, der in einen Labor untersucht wird.

2. Wie schützt man sich vor einer Übertragung

Weil Influenza-A/H1N1 genauso übertragen werden kann wie die gewöhnliche Influenza, gelten dieselben Hygieneregeln:

• Hände waschen

Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, insbesondere vor dem Kochen, Essen etc. und nach jedem Gang auf die Toilette. Halten Sie dabei die Hände unter fließendes Wasser, verreiben Sie dann die Seife für ca. 20-30 Sekunden auch zwischen den Fingern und spülen Sie die Seife gründlich ab. Verwenden Sie zum Abtrocknen in Gemeinschaftseinrichtungen am besten Einweghandtücher. Über die Hände können Erreger leicht auf die Schleimhäute der Augen, der Nase und des Munds gelangen. Versuchen Sie daher, die Hände vom eigenen Gesicht fernzuhalten.

• Hygienisch husten und niesen

Als Kind hat man uns beigebracht, beim Husten oder Niesen die Hand vors Gesicht zu halten. Diese Regel gilt jedoch nicht mehr. Denn so gelangen Viren auf die Hände und von dort an Türklinken, Lichtschalter etc. Husten und niesen Sie daher immer in den Ärmel.

• Taschentücher nur einmal benutzen

Entsorgen Sie Taschentücher nach dem Naseputzen sofort. Verwenden Sie dazu nach Möglichkeit verschlossene Müllbehälter.

• Regelmäßig lüften

Lüften Sie mehrmals täglich für mindestens 10 Minuten – zu Hause und im Büro. Denn in geschlossenen Räumen kann die Konzentration von Viren in der Luft schnell ansteigen. Lüften vertreibt die Viren und sorgt außerdem für ein besseres Raumklima: Die Schleimhäute trocknen nicht so schnell aus und sind dann weniger anfällig für Infektionskrankheiten.

• Körperabwehr stärken

Je leistungsfähiger Ihr Immunsystem ist, desto besser wird es mit dem Schweinegrippevirus zu rechtkommen. Sorgen Sie also mit einem gesunden Lebensstil dafür, dass Sie möglichst fit sind. Dazu zählt insbesondere eine vollwertige, vitaminreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung. Vermeiden Sie nach Möglichkeit alles, was Ihr Immunsystem schwächt: Alkohol, Tabakrauch, aber auch Stress.

• Menschenansammlungen vermeiden

Wo viele Menschen aufeinandertreffen, ist das Risiko für eine Ansteckung natürlich besonders hoch. Wer die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion so gut wie möglich reduzieren möchte, sollte daher auch größere Menschenansammlungen vermeiden.

Wichtig: Eine Ansteckung mit der Schweinegrippe ist genauso leicht möglich wie bei der gewöhnlichen Influenza. Es gibt daher keinen 100prozentigen Schutz.

3. Ist es sinnvoll, eine Hygienemaske zu tragen?

Es kommt darauf an, denn: Hygienemasken, wie sie von Ärzten bei Operationen getragen werden, schützen in erster Linie den Patienten – und nicht den Arzt. Sie reduzieren das Risiko, dass Krankheitserreger aus dem Mund oder der Nase in die Operationswunde bzw. die Umwelt gelangen. Wer krank ist bzw. den Verdacht hat, erkrankt zu sein, sollte daher mit einer Maske seine Mitmenschen vor Ansteckung schützen.

In jedem Fall ist der Einsatz von Masken sinnvoll für medizinisches Personal, das Erkrankte behandelt. Dabei gilt: Die Masken sollten der Norm EN 14683 genügen. Ob das vorsorgliche Tragen von Masken – zum Beispiel in der U-Bahn – sinnvoll ist, hängt im wesentlichen davon ab, ob man dort mit einer Ansteckung rechnen muss. Verfolgen Sie daher aufmerksam die Berichterstattung zur Schweinegrippe und befolgen Sie offizielle Ratschläge des Gesundheitsministeriums und der Gesundheitsämter bzw. Anweisungen Ihres Arbeitgebers.

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4. Welche Medikamente helfen gegen das Virus?

Die Schweinegrippe lässt sich bislang gut mit Hilfe von antiviralen Arzneimitteln (Tamiflu, Relenza) behandeln. Diese Medikamente bremsen die Ausbreitung der Viren im Körper. Die körpereigene Immunabwehr erhält dadurch einen wertvollen Zeitvorteil. Dabei gilt: Je eher die Mittel nach einer Erkrankung zum Einsatz kommen, desto besser können sie wirken. Vereinzelt sind jedoch schon Virenstämme aufgetreten, die eine Resistenz gegen Tamiflu entwickelt haben. Um solche Resistenzen zu vermeiden, dürfen antivirale Arzneimittel immer nur exakt so eingenommen werden, wie es der Arzt verordnet hat.

Übrigens: Antibiotika sind bei der Schweinegrippe – so wie bei jeder anderen Virusinfektion auch – wirkungslos. Antibiotika können nur Bakterien bekämpfen, nie jedoch Viren. Diese Medikamente kommen bei Erkältungskrankheiten nur dann zum Einsatz, wenn die Ärzte eine Folgeinfektion durch bestimmte Bakterien befürchten – oder bereits festgestellt haben.

5. Ist es sinnvoll, sich vorsorglich vom Arzt antivirale Medikamente verschreiben zu lassen?

Nein. Denn ohne eine genaue ärztliche Anweisung (und ggf. Kontrolle) ist das Risiko zu hoch, dass die Viren in einer konkreten Erkrankungssituation resistent gegen diese Medikamente werden. Außerdem haben die Wirkstoffe zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Nur der Arzt kann entscheiden, ob die beschriebenen Medikamente im konkreten Einzelfall nützlich bzw. sinnvoll sind und Ihre Krankengeschichte angemessen berücksichtigen.

6. Sollte man auf Reisen in betroffene Gebiete verzichten?

Dazu besteht nach derzeitigem Wissensstand kein Grund. Weil sich das Virus mittlerweile ohnehin schon ausgebreitet hat, ist eine Infektion genauso gut in Deutschland möglich. Für Mitarbeiter, die auf Dienstreisen geschickt werden, gilt: So lange das Auswärtige Amt keine Reisewarnung für das entsprechende Reiseziel ausspricht, können Sie die Reise nicht verweigern. Zwar weist das Auswärtige Amt in seinen Sicherheitshinweisen regelmäßig auf die Schweinegrippe und andere Infektionskrankheiten hin. Ein Sicherheitshinweis ist jedoch keine Reisewarnung.

7. Darf man die Zusammenarbeit mit Kollegen verweigern, die aus Ländern zurückkehren, in denen die Schweinegrippe gehäuft aufgetreten ist?

Nein. Da die Schweinegrippe mittlerweile auch in Deutschland „heimisch“ ist, macht solch ein Verhalten keinen Sinn – abgesehen davon, dass es nicht erlaubt ist. Allerdings darf der Arbeitgeber fragen, wo Sie im Urlaub gewesen sind, um ein mögliches Risiko besser abschätzen zu können.

8. Wie sollte man sich bei einer möglichen Erkrankung verhalten?

Wenn Sie Anzeichen für eine (Schweinegrippe-)Erkrankung bei sich bemerken, sollten Sie sich gegenüber Kollegen, Angehörigen und weiteren Mitmenschen fair verhalten: Vermeiden Sie unnötigen Kontakt und informieren Sie umgehend Ihren Arzt. Rufen Sie vor einem Arztbesuch unbedingt in der Praxis an, damit Sie nicht lange im Wartezimmer sitzen (müssen) und Patienten infizieren, die möglicherweise bereits von anderen Erkrankungen geschwächt sind. Eventuell kann Ihr Arzt auch einen Hausbesuch arrangieren. Gehen Sie bei einem konkreten Verdacht auf eine Schweinegrippe-Infektion auf keinen Fall zur Arbeit! Kurieren Sie die Erkrankung in Ruhe zu Hause aus und befolgen Sie die ärztlichen Anweisungen. Unter Umständen ist es sinnvoll, dass Angehörige vorübergehend bei Freunden oder Verwandten unterkommen, damit diese nicht auch noch angesteckt werden.

9. Wer und wann wird geimpft?

Sobald der Impfstoff alle notwendigen Tests und Zulassungsschritte durchlaufen hat, steht der Impfstoff zunächst den am stärksten gefährdeten Personen zur Verfügung: Dazu zählen insbesondere Ärzte und medizinisches Personal, aber auch Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere. Außerdem sieht der Pandemieplan vor, dass Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Justizvollzugsanstalten zuerst geimpft werden. Das ist notwendig, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Über den genauen Ablauf der Impfungen werden die örtlichen Gesundheitsämter informieren.

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