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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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So setzen Sie angemessene Bildschirmpausen im Unternehmen durch

 
Bildschirm
Urheber: Robert Kneschke | Fotolia

Von Rafael de la Roza,

Bildschirmarbeit ist moderne Schwerstarbeit. 30 bis 40 % der Computerarbeiter, die überwiegend am Bildschirm tätig sind, leiden deshalb häufig unter arbeitsbedingten Augenbeschwerden und Kopfschmerzen, 80 % unter Rücken- und Nackenschmerzen. Dies beeinträchtigt erheblich die Arbeitsleistung und führt zu vermeidbaren krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Deshalb verlangt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) vom Arbeitgeber, die Tätigkeit der Beschäftigten so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten (Mischarbeit) oder durch regelmäßige Erholungszeiten unterbrochen wird (Anhang Nr. 6.1 Abs. 2 der ArbStättV). Damit sind bezahlte Arbeitsunterbrechungen gemeint, nicht die im Arbeitszeitrecht geforderten Ruhepausen. An vielen Arbeitsplätzen, wie z. B. in Call-Centern, ist Mischarbeit aber kaum möglich. Hier helfen nur angemessene Pausenregelungen.

Welche Pausen sind angemessen?

Die Arbeitsstättenverordnung macht keine Angaben darüber, wie oft und wie lange solche Arbeitsunterbrechungen sein müssen.

Die Entscheidung darüber ist nach dieser Vorschrift vielmehr vom Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung abhängig (§ 3 ArbStättV), die für den Arbeitgeber Pflicht ist und bei der Sie ihn als Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützen. Dabei sind bei Bildschirmarbeitsplätzen insbesondere die Risiken hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens, aber auch anderer körperlicher und psychischer Überlastungen zu beurteilen.

Wenngleich die konkrete Ausgestaltung der Bildschirmpausen immer einzelfallbezogen durchgeführt werden muss, sind nach arbeitsmedizinischen Erkenntnissen 5 bis 10 Minuten Pause pro Stunde im Allgemeinen empfehlenswert.

Urheber: xxx | Fotolia

Bundesverwaltungsgericht zu Bildschirmpausen

Eine 10-minütige Pausenregelung für Verwaltungsangestellte der Techniker Krankenkasse in Hamburg wurde auch vom Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2001 bestätigt (BVerwG, Az. 6 P 6.00, Beschluss vom 8.1.2001) und liegt vielen Betriebsvereinbarungen zugrunde.

Mehr und längere Pausen sind nötig,

  • je länger die Beschäftigten pro Tag am Computer arbeiten,
  • je mehr Konzentration die Arbeit erfordert, z. B. bei der Dateneingabe,
  • wenn zusätzliche Belastungsfaktoren vorliegen, etwa durch ständige Hintergrundgeräusche,
  • bei häufigen Augenbeschwerden, Rücken- und Nackenschmerzen,
  • wenn sich bei einer arbeitsmedizinischen Untersuchung der Augen und des Sehvermögens, die der Arbeitgeber "Bildschirmarbeitern" nach der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (Anhang Teil 4 Abs. 2 der ArbMedVV) kostenlos anzubieten hat, Hinweise auf Sehbeschwerden ergeben.

Das sollten Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit tun

Prüfen Sie in Ihrem Betrieb die Pausenregelungen für die Arbeitsplätze, an denen überwiegend Computerarbeit geleistet wird. Dabei sollten Sie die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung für diese Arbeitsplätze heranziehen. Wenn die Pausen unzureichend sind, machen Sie die Vorgesetzten der betroffenen Bereiche darauf aufmerksam, um eine gesundheitsgerechte Pausenregelung zu erzielen. Gehen Sie dabei nicht auf Konfrontationskurs, sondern argumentieren Sie mit den Vorteilen für das Unternehmen:

  • Ausreichende Bildschirmpausen sorgen dafür, dass die Beschäftigten nicht vorzeitig ermüden.
  • Sie sind keine unproduktiven Arbeitsunterbrechungen, sondern halten fit und steigern die Leistungsfähigkeit.

Tipp: Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zu diesem Thema finden Sie auch in der DGUV-Information 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze - Leitfaden für die Gestaltung".

Arbeitssicherheit aktuell

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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