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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Arbeitsschutz: Warum Sie Gehirnerschütterungen immer ernst nehmen sollten

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Gehirnerschütterung | Urheber: ThamKC - Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Mehrere zehntausend Beschäftigte verletzen sich jedes Jahr in deutschen Unternehmen am Kopf. Am häufigsten sind Gehirnerschütterungen. Viel zu oft werden diese Verletzungen nicht ernst genug genommen. Ein US-Filmdrama hat kürzlich das Risiko bleibender Schäden bei vermeintlich leichten Kopfverletzungen thematisiert.

Im Frühjahr lief auch in den deutschen Kinos das Sportlerdrama „Erschütternde Wahrheit“. Im Film entdeckt ein forensischer Pathologe und Neurowissenschaftler – gespielt von Will Smith – bei der Autopsie eines Profi-Footballers, dass dieser unter einer fortschreitenden Degeneration des Gehirns gelitten hatte. Das Drama beruht auf einer wahren Geschichte. Offenbar hatten wiederholte vermeintlich harmlose Verletzungen wie Gehirnerschütterungen dramatische Folgen gehabt, die sogar die Persönlichkeit von Sportlern veränderten.

Das Thema ist nicht nur für den Profisport, sondern auch für den Arbeitsschutz äußerst brisant. Selbst die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil haben den Film als Anlass genommen, auf die Gefahren von Gehirnerschütterungen aufmerksam zu machen. Denn solche „leichten“ Kopfverletzungen kommen nicht nur im Eishockey oder beim Boxen vor, sondern auch bei der Arbeit. Laut Prof. Dr. Martin Tegenthoff, Direktor der BG-Klinik werden vor allem die leichten Schädel-Hirn-Traumata zu oft auf die leichte Schulter genommen.

Das sollte jeder Ihrer Mitarbeiter zu Kopfverletzungen wissen

Wenn es in Ihrem Betrieb zu Gehirnerschütterungen oder anderen Kopfverletzungen kommen kann oder schon gekommen ist, sollten Sie die folgenden Punkte unbedingt in Ihre Sicherheitsunterweisungen aufnehmen. Ziehen Sie am besten Ihren Betriebsarzt dazu, welcher die medizinische Brisanz eindrücklich erläutern kann:

  • Wer mehrfach und wiederholt vermeintlich leichte Gehirnerschütterungen erleidet, muss mit der Gefahr leben, dass sein Gehirn längerfristig geschädigt wird.  
  • Die Folgen wiederholter leichter Schädel-Hirn-Traumata reichen von anhaltenden Kopfschmerzen über Verluste der Gedächtnisleistung und der Konzentrationsfähigkeit bis zu neuropsychologischen Störungen.
  • Wenn eine Gehirnerschütterung sofort erkannt und dann vom Arzt oder Betriebsarzt richtig behandelt wird, sind die Prognosen für eine vollständige Heilung sehr gut.
  • Gehirnerschütterungen, die nicht therapiert werden, können dagegen gravierende Folgen haben.

Gehirnerschütterungen

  • stellen eine ernst zu nehmende Kopfverletzung dar.
  • sind die häufigste Kopfverletzung an vielen Arbeitsplätzen und im Sport.
  • bedeuten, dass das Gehirn durch einen Sturz, Stoß, Aufprall o. Ä. heftig bewegt wurde und dabei gegen die Innenseiten der Schädelknochen geschlagen ist.
  • äußern sich durch Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, können aber auch nahezu symptomlos verlaufen.
  • sind für den medizinischen Laien nicht von einer leichten Prellung oder Beule zu unterscheiden.
  • können Spätfolgen nach sich ziehen wie z. B. unter der Schädeldecke geplatzte Blutgefäße.
  • gehören zur Kontrolle, Beobachtung und Nachbehandlung in die Hände eines Arztes.

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Wichtig zu wissen: Ein Schutzhelm kann vor Gehirnerschütterungen und anderen Kopfverletzungen schützen. Aber eine Gehirnerschütterung kann auch trotz Tragens eines Helms auftreten.

Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, etwa Schwindel oder Übelkeit nach einem Sturz oder Stoß im Kopfbereich, sollten Sie stets einen Arzt hinzuziehen. Bis dahin sollte der Betroffene nicht allein gelassen werden. Sprechen Sie mit ihm, und achten Sie darauf, dass er weder isst noch trinkt noch Medikamente einnimmt.

Der Arzt entscheidet, ob und wie lange eine ärztliche Überwachung notwendig ist. Auf keinen Fall sollten Sie einen Mitarbeiter nach einer Gehirnerschütterung einfach weiterarbeiten lassen, auch wenn er sich gut fühlt und an seinen Arbeitsplatz zurückmöchte. Denn noch Stunden später können Schwindel oder Übelkeit auftreten, was je nach Tätigkeit (Fahrzeug, Maschine, Überwachung etc.) fatale Folgen haben kann.

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