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Die größten Attacken auf die Gesundheit vieler Beschäftigter gehen vom täglichen Lärm am Arbeitsplatz aus. Zu den schädlichen Folgen gehört vor allem...

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Darum ist Lärmschutz so wichtig

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Lärmschutz
Urheber: auremar | Fotolia

Von Günter Stein,

Lärmschwerhörigkeit gilt als unheilbar. Auch ein Hörgerät kann den Hörverlust nach Innenohrschäden nur ansatzweise ausgleichen. Wie massiv die Lebensqualität durch Hörschädigungen beeinträchtigt werden kann, wird den meisten Menschen erst bewusst, wenn es schon zu spät ist. Deshalb ist es so wichtig, im Rahmen der Maschinensicherheit dem Lärmschutz eine hohe Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Schädigungen des Gehörs entwickeln sich oft langsam und werden von den Betroffenen erst wahrgenommen, wenn es bereits zu spät ist. Die Ursachen hierfür sind:

  1. Augen reagieren auf Beanspruchung. Sie tränen, jucken oder röten sich beispielsweise. Das Ohr gibt keine solchen Rück- und Warnmeldungen.
  2. Lärm macht krank. Er ist ein Stressfaktor, der Blutdruck steigt. Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und Schlafstörungen können die Folgen sein.
  3. Lärm verringert die Arbeitsleistung, vermindert die Konzentration und kann Fehler verursachen.
  4. Schädigungen des Ohrs können nicht nur das Hörvermögen, sondern auch den Gleichgewichtssinn betreffen.

Beachten Sie: Bei einem bereits geschädigten Gehör verschlimmert jede weitere Lärmbelastung die Krankheit. Schon nach wenigen Tagen oder Wochen sind Gehörschäden möglich. Achten Sie deshalb darauf, dass Bediener, soweit notwendig, ihren Gehörschutz immer richtig benutzen.

Unterschätzte Gefahr

Als besonders gesundheitsschädigend gelten Geräusche mit Frequenzen über 1.000 Hz sowie schlagartige Geräusche hoher Intensität, z. B. Hammerschläge auf Metall, Geräusche von Pressen oder Nietgeräusche. Viele Bediener glauben, ein kurzfristiger Anstieg des Lärms sei ungefährlich. Haben Sie nicht auch schon mal gesehen, dass ein Mitarbeiter beim Kurzeinsatz einer Kettensäge oder eines Schlagbohrers keinen Gehörschutz nutzt? Das ist riskant, denn auch ein nur kurzer, aber starker Lärmimpuls kann das Gehör bereits schädigen.

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Fakten zum Thema Lärm

  • Jeder zweite Beschäftigte fühlt sich am Arbeitsplatz durch Lärm belastet, jeder Vierte ist häufig Lärm ausgesetzt.
  • Lärm ist der häufigste Verursacher von Krankheiten in Betrieben. 40 % aller Berufskrankheiten haben ihre Ursache in Lärm.
  • Gehörschäden werden bereits durch langjährigen Lärm verursacht, dessen Tages-Lärmexpositionspegel den Wert von 85 dB (A) erreicht oder überschreitet. Dieser Wert entspricht ungefähr dem Lärm am Rand einer Straße, gemessen im Abstand von 5 m.


Gefährliche Stoffe für das Ohr


Es gibt Stoffe, die ototoxisch, also giftig für das Ohr, sind. Kommen diese Stoffe in lärmintensiven Bereichen zum Einsatz, ist die Gefahr von Gehörschäden sehr hoch.

Zu Stoffen mit nachgewiesener Ototoxizität gehören z. B.: Toluol, Schwefelkohlenstoff, Diuretika, Medikamente, die Aspirin enthalten, Nikotin.

 

Ohrstöpsel richtig anwenden

  1. Nur saubere Ohrstöpsel verwenden und diese nicht mit schmutzigen oder nassen Fingern einsetzen.
  2. Den Stöpsel zwischen den Fingern drehen und zu einer dünnen Rolle formen.
  3. Den zusammengerollten Schaumstoff festhalten, am Ohr ziehen, um den Gehörgang zu begradigen, und den Stöpsel in den Gehörgang stecken.
  4. Nach dem Einsetzen den Stöpsel mindestens zehn Sekunden mit dem Finger fixieren, bis er sich dem Gehörgang angepasst hat.

Übersicht: Die 3 Arten von Gehörschutz

Gehörschutzstöpsel - angewendet:

  • bei Dauerlärm
  • wenn Kapselgehörschützer nicht mit Atemschutz, Brille oder Schutzbrille zusamenpassen
  • Tinnitus-Patienten (in Absprache mit dem Arzt)
  • an Hitzearbeitsplätzen und wenn mit Kapselgehörschutz stark geschwitzt würde

Hinweis: an Maschinen mit beweglichen Teilen Modelle mit Schnüren verbieten

Kapselgehörschützer - angewendet:

  • bei schwankender Lärmbelastung, wenn Gehörschutz häufig auf- und abgenommen wird
  • wenn Ohrstöpsel schlecht vertragen werden, z. B. zu Entzündungen führen

Otoplastiken - angewendet:

  • wenn jemand Stöpsel nicht verträgt und Kapselgehörschützer nicht geeignet sind wenn das Gehör bereits vorgeschädigt ist und der Schutz sehr sicher sein soll

Hinweis: individuell für den Anwender angefertigt

 

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