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Psychische Belastungen: Ursula von der Leyen zur Arbeitszeit

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Von Martin Weyde,

Frage: Gehören psychische Belastungen durch Handy, E-Mail oder SMS außerhalb der Arbeitszeit in die Gefährdungsbeurteilung?

 

Antwort: Ja. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat gerade die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit angemahnt. Geschäftliche Telefonate und Korrespondenz per Handy, E-Mail oder SMS außerhalb der Arbeitszeit werden als Arbeitszeit gerechnet. Sie gehören deshalb in Ihre Gefährdungsbeurteilung „Psychische Belastungen“.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat in der „Bild“ „glasklare Regeln“ für die Trennung zwischen Arbeit und Ruheausgleich gefordert und widerspenstigen Vorgesetzten mit dem „knallharten Strafenkatalog“ des Arbeitsschutzgesetzes gedroht: Jeder Chef habe Körper und Geist seiner Mitarbeiter aktiv zu schützen.
Wie „Spiegel Online“ meldet, hat der DGB der Ministerin „wohlklingende Appelle“ unterstellt und eine Anti-Stress-Verordnung verlangt. Doch nach Aussage der Arbeitgeberverbände seien Mitarbeiter nur in Ausnahmefällen vertraglich verpflichtet, auch in ihrer Freizeit zur Verfügung zu stehen. Tatsächlich hat die DGB-Umfrage „Gute Arbeit“ ergeben, dass 2011 von fast jedem dritten Arbeitnehmer oft oder sehr häufig erwartet wurde, außerhalb der Arbeitszeit per E-Mail oder Telefon erreichbar zu sein, wir berichteten über die DGB-Umfrage.
Psychische Belastungen entstehen vor allem durch Mängel der Arbeitsabläufe, Arbeitsplätze und Arbeitszeit. Oder auch durch Schwierigkeiten bei der Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Kollegen oder den Kollegen untereinander. Wenn Mitarbeiter in ihrer Freizeit per Handy, E-Mail oder SMS erreichbar sein müssen, obwohl es nicht in ihrem Arbeitsvertrag steht, dann handelt es sich dabei jedenfalls um Mängel der Arbeitsabläufe und Arbeitszeit. Und diese sollten Bestandteil Ihrer Gefährdungsbeurteilung sein.

 

Die BAuA hat Erfahrungen von Firmen aus verschiedenen Branchen veröffentlicht, von denen der Erfolg Ihrer Bemühungen um eine Gefährdungsbeurteilung „Psychische Belastungen“ abhängt. Danach ist gut beraten, wer die folgenden Ratschläge befolgt:

  • Setzen Sie eine Steuerungsgruppe und einen Leiter für das Projekt „Gefährdungsbeurteilung“ ein.
  • Holen Sie – besonders in der Anfangsphase – externen Rat ein.
  • Beziehen Sie die Interessenvertreter Ihres Betriebs ein.
  • Schließen Sie eine Betriebsvereinbarung für das Projekt.
  • Arbeiten Sie eng mit dem Betriebsarzt zusammen.
  • Nehmen Sie von der Befragung keine Kollegen aus.
  • Treiben Sie das Projekt voran und dringen Sie darauf, dass die Maßnahmen umgesetzt werden.

Befragen Sie Ihre Kollegen im Ein- oder Zweijahresrhythmus, um Ihre Gefährdungsbeurteilung „Psychische Belastungen“ zu entwickeln und zu aktualisieren. Befragen Sie sie anonym, damit Sie den Erfolg Ihrer Maßnahmen realistisch beurteilen können. Damit Ihre Kollegen mitmachen, sollten Sie maximal 40 Fragen stellen, die in 20 Minuten bearbeitet werden können. Entwickeln Sie die Fragen gemeinsam mit Vorgesetzten und Arbeitnehmervertretern.
Die Ergebnisse der Befragung ermöglichen eine Grobanalyse, die in vielen Fällen schon genug aussagt, um Maßnahmen ergreifen zu können. Besprechen Sie die Ergebnisse in Ihrer Steuerungsgruppe und mit den Befragten. Wenn die Ergebnisse nicht deutlich sind oder unterschiedlich beurteilt werden, dann sind zusätzlich Feinanalysen erforderlich.
Dokumentieren Sie die Befragungen, die zu Ihrer Gefährdungsbeurteilung geführt haben, die Maßnahmen, die Sie daraufhin ergriffen haben und die Resultate Ihrer Maßnahmen.
Und behalten Sie im Auge, wie sich von der Leyens Worte auf die Arbeitspraxis auswirken.

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