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Schadstoff Feinstaub: Bedenkliche Grenzwerte

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Von Martin Weyde,

Unsere Medien zeigen gerne den hohen Grad der Luftverschmutzung in chinesischen Großstädten, in denen die Auflagen zum Schutz der Umwelt europäischen Standards nicht entsprechen. Dabei liegt die Zahl der Todesfälle durch Feinstaub in Europa gerade mal im Mittelfeld – zwar unter den Zahlen in Ostasien, Indien, Südostasien und den Staaten der früheren Sowjetunion, aber deutlich über den Zahlen in Amerika, Afrika und Australien. Darüber haben die „Environmental Research Letters“ schon Mitte letzten Jahres berichtet.

Doch damit nicht genug:

  1. Erstens lässt sich nach jüngsten Erkenntnissen in Zahlen vermitteln, wie wichtig die richtigen Grenzwerte für Feinstaub sind.
  2. Zweitens liegen die bei uns gültigen Grenzwerte für Feinstaub deutlich über denen, die die WHO empfiehlt.

Laut REACH-Helpdesk verursacht Feinstaub unter anderem Bronchitis, Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Den „Environmental Research Letters“ zufolge sterben weltweit jedes Jahr etwa 2,1 Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung durch Feinstaub.
Und das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Feinstaubpartikel mit abnehmender Größe immer gefährlicher werden:

  • Unter 10 Mikrometern Durchmesser kommen sie nur bis zur Nasenhöhle und in die Luftröhre.
  • Unter 2,5 Mikrometern dringen sie dagegen in kleine Bronchien und Bronchiolen ein.
  • Ultrafeine Partikel gelangen sogar über die Lungenbläschen in den Blutkreislauf.

 

 

In der EU gelten gemäß Umweltbundesamt folgende Grenzwerte:

  • 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft für Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometern
  • 25 Mikrogramm für Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometern

Die WHO empfiehlt dagegen einen Grenzwert von nur 10 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Die Fachzeitschrift „The Lancet“ hat unlängst die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die sich mit den Auswirkungen der Luftverschmutzung in Europa befasst. Dafür wurden die Daten von über 367.000 Menschen aus 22 Ländern über einen durchschnittlichen Zeitraum von annähernd 14 Jahren ausgewertet.
Diese Studie hat gezeigt, dass sich die Wahrscheinlichkeit, im untersuchten Zeitraum zu sterben, um 7 Prozent erhöhte, wenn sich nur 5 Mikrogramm mehr Feinstaub im Kubikmeter Luft befanden. Und die Studie weist auch darauf hin, dieses Ergebnis sei besonders deshalb von Bedeutung, weil die EU ihre Grenzwerte höher als die WHO angesetzt hat.
Dr. Kurt Straif von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO (IARC) hat klargestellt:

  • Die Luft, die wir atmen, ist mit einer Mischung krebserregender Stoffe verunreinigt.
  • Wir wissen jetzt, dass die Luftverschmutzung einer der wichtigsten, umweltbedingten Verursacher von Todesfällen durch Krebs ist.

 

 

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