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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Unbegrenzt verfügbar – begrenzt belastbar!?

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Von Martin Weyde,

Arbeitnehmer dürfen nicht unbegrenzt verfügbar sein, sondern nur unter bestimmten Rahmenbedingungen. Daran hat Ursula Höfer von der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz auf der Veranstaltung „Unbegrenzt verfügbar – begrenzt belastbar!?“ im Februar 2013 in Hamburg keinen Zweifel gelassen.

In den 1950er und 1960er Jahren hat sich der DGB erfolgreich für die Fünftagewoche eingesetzt – zugunsten der Familien unserer Väter und Großväter. Damaliger Slogan war: „Samstags gehört mein Vati mir!“ Inzwischen ist selbst die Forderung „Sonntags gehört mein Vati mir!" längst überholt – wir befinden uns auf dem Weg in die 24-Stunden-Gesellschaft.
Nachtarbeit bedeutet für viele Menschen Arbeit gegen ihren Biorhythmus. Davon ist heute jeder zehnte Arbeitnehmer betroffen. Und auch die Schichtarbeit nimmt immer mehr zu, obwohl ihre gesundheitsschädlichen Folgen mittlerweile erwiesen sind. Fast jeder dritte Beschäftigte arbeitet inzwischen auch am Wochenende – etwa die Hälfte sowohl samstags als auch sonntags.
Für viele Arbeitsschützer und Betriebsräte steht die Frage im Raum, ob solche Wochenendarbeit überhaupt zulässig ist. Auf Samstagsarbeit trifft dies zu, denn im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) steht nichts Gegenteiliges. Der Samstag steht somit nicht unter gesetzlichem Schutz und kann als normaler Arbeitstag genutzt werden.
An Sonn- und Feiertagen sieht es dagegen anders aus: Das Bundesverfassungsgericht hat sich in einem Urteil zum Berliner Ladenschlussrecht mit der Bedeutung des Sonntags auseinandergesetzt und festgestellt, dass er nicht nur zur Erholung der Arbeitnehmer ein entscheidender Tag, sondern auch für die Gesellschaft von übergeordneter Bedeutung ist.

 

Wo dürfen Arbeitnehmer denn demnach nun an Sonn- und Feiertagen arbeiten? Die Freizeit der Einen ist die Beschäftigung der Anderen: In Hotels und Gaststätten oder in Sportanlagen darf gearbeitet werden. Und auf dem Energiesektor oder im Personenverkehr auch, da sie der Versorgung der Bevölkerung dienen. In der Industrie sieht es dagegen anders aus: Dort können die Aufsichtsbehörden Sonntagsarbeit zwar ausnahmsweise genehmigen, um Schäden abzuwenden, aber sie darf nicht zur Regel werden.
Selbst wenn die Arbeit an Sonn- und Feiertagen zulässig ist, müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen. Deshalb schreibt das ArbZG mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr vor. Diese Vorschrift gilt auch in Branchen, deren hauptsächliche Geschäftszeiten auf Sonn- und Feiertagen liegen. Und sie gilt auch dann, wenn Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen an Sonn- und Feiertagen arbeiten wollen.
Auf der anderen Seite dürfen Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit nicht zulasten der Pausen verkürzen. Pausen sollen die Arbeitszeit unterbrechen – es ist nicht zulässig, sie einzusparen, um etwa eine Arbeitszeit von 8,5 auf 8 Stunden zu reduzieren.
Denn Pausen müssen sein, um zwischendrin auch einmal abschalten zu können. Deshalb versuchen Sie am besten gar nicht erst, unbegrenzt verfügbar zu sein – unbegrenzt belastbar sind wir schließlich in keinem Fall.

 

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