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Erneuerbare Energien EEG-Umlage steigt auf 5,277 ct/kWh

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Von coupling-media,

1 GWh Strom verteuert sich ab 2013 um fast 17.000 Euro. Die Mehrbelastung kommt nicht nur aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Umfangreiche Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen tragen zur Erhöhung der allgemeinen Stromkosten bei.

Unternehmen in Deutschland machen sich gegenseitig Vorwürfe. Das Lager spaltet sich in EEG-Zahler und EEG-befreite Unternehmen. Die inhaltliche Diskussion der Energiewende und deren Ausgestaltung drängen in den Hintergrund.

Stichtag 15. Oktober

Jedes Jahr zum 15. Oktober müssen die 4 Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Amprion, TenneT, ENBW Transportnetze AG und 50hertz die EEG-Umlage für das folgende Kalenderjahr veröffentlichen. Schon lange wurde über die Erhöhung öffentlich diskutiert. In diesem Jahr sind die Erwartungen bzw. Befürchtungen bei Weitem übertroffen worden. Die Prognose für 2013 lag zwischen mindestens 3,66 und maximal 4,74 ct/kWh. Tatsächlich liegt die EEG-Umlage für den „nicht privilegierten Letztverbrauch“ 2013 bei 5,277 ct/kWh.

Was sind „privilegierte“ Letztverbraucher?

Privilegiert sind „stromintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit hohem Stromverbrauch oder Schienenbahnen“ (siehe §§ 41 ff. EEG), und zwar unter folgenden Bedingungen: Jährliche Mindestabnahme: 10 GWh Strom an einer Abnahmestelle, gleichzeitig muss das Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung mindestens 14 % betragen. Die Mindestabnahme reduziert sich ab 2013 auf 1 GWh.

Antragsverfahren läuft über die BAFA

Die Anträge auf Befreiung oder Reduzierung sind bis Ende Juni 2013 an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu richten. Alle anderen Stromverbräuche, die nicht unter die Bedingungen der §§ 41 ff. EEG fallen, gelten als „nicht-privilegierter“ Letztverbrauch.

Wie wird die EEG-Umlage berechnet?

Die EEG-Umlage funktioniert ähnlich wie ein Fonds. Auf der Ausgabenseite stehen die Vergütungszahlungen an die Betreiber förderfähiger Energieerzeugungsanlagen, auf der Einnahmenseite die Verkaufserlöse für den EEG-Strom. Der Preis orientiert sich an den Preisen der EEX (Strombörse in Leipzig). Die Differenz zwischen der Einspeisevergütung und dem erzielten Verkaufspreis holen sich die ÜNB über die EEG-Umlage von den Stromversorgern wieder. Die Stromversorger legen sie wiederum auf ihre verkauften Kilowattstunden um und bekommen so ihr Geld von den Stromkunden zurück.

Weitere Kostenbestandteile:

  • eine vorzuhaltende Liquiditätsreserve
  • der Verlustvortrag aus dem Vorjahr
  • Kosten der Ausnahmeregelungen


EEG-Strom an der Börse drückt die Preise

Es gibt auch positive Nachrichten, wenn es um die Kosten der Energieversorgung geht. Denn die Preise an der EEX sind günstig wie schon lange nicht mehr. Das nützt allen Kunden. Hintergründe sind die anhaltend schwächelnde Konjunktur und die zunehmende Vermarktung des EEGStroms an der Strombörse. Durch die immer größer werdenden Strommengen aus Photovoltaik (PV) und Windenergie lässt sich die „konventionelle“ Energie der großen Kraftwerksbetreiber nicht mehr wie gewünscht verkaufen. Die regenerativen Mengen drücken die Preise.

Einspeisebilanz Jan. – Okt. 2012

  • Einspeisung Photovoltaik: 26,83 TWh
  • Einspeisung Windenergie: 36,56 TWh

Info : Die aktuell noch 9 betriebsbereiten Atomkraftwerke in Deutschland haben 2011 insgesamt 96,95 TWh Strom produziert.

Die Entwicklung der EEG-Umlage

EEG Umlage cent/kWh


Die EEG-Umlage hat eine exorbitante Entwicklung hinter sich. Doch der größte Kostentreiber – die Photovoltaik – wurde bereits erheblich „beschnitten”. Die starken Absenkungen der EEG-Vergütungen für Photovoltaikanlagen soll die Entwicklung der EEG-Umlage deutlich bremsen. Die PV-Branche jammert, hat jedoch aus meiner Sicht keinen Grund dazu. Die Anlagenpreise sind massiv gesunken, und die Rendite aus solchen Anlagen ist aktuell nicht schlechter als zu Beginn des PV-Ausbaus.

Für die Folgejahre haben die Übertragungsnetzbetreiber ein EEG-Prognosekonzept herausgegeben. Aktuell gehen die Prognosen von einer EEG-Umlage für das Jahr 2014 von 4,89 bis 5,74 ct/kWh aus. Wie hoch die Umlage dann wirklich sein wird, ist fraglich und steht erst am 15.12.2013 fest. Schon oft unterschieden sich Prognose- und Realwerte deutlich. Es bleibt also spannend.

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