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Incoterms 2000 - Wie Sie Fehlinterpretationen, Versicherungsfehler oder sogar Transportverluste vermeiden (Teil 3)

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Von coupling,

Dieser abschließende Beitrag behandelt nun die umfangreichste Gruppe: die D-Klauseln.

D-Gruppe (Ankunftsklauseln): Bei Zugrundelegung dieser Klauseln der D-Gruppe ist der benannte Bestimmungsort der Lieferort. Die vom Verkäufer zu liefernden Güter sind dort von ihm zur Verfügung zu stellen, und der Käufer muss sie erst dort übernehmen. Allerdings trägt der Verkäufer, mit Ausnahme von DEQ, keine Verantwortung für das Entladen der Ware.
DAF: delivered at frontier - named place (geliefert frei Grenze - benannter Grenzübergangsort)
DAF bedeutet, dass der Verkäufer geliefert hat, wenn die Ware an der Grenze, an der benannten Stelle des benannten Grenzortes, jedoch vor der Zollgrenze des Lieferlandes, dem Käufer unentladen, verpackt und gekennzeichnet auf dem vereinbarten Beförderungsmittel zur Verfügung gestellt wird.

Empfehlung:
Es ist wichtig, im Kaufvertrag neben der Klausel DAF auch die Grenze, die Stelle und den Ort zu benennen. Um die Risiken zu minimieren, empfiehlt es sich, eine quantitative und qualitative Kontrolle der Ware am benannten Ort durchzuführen. Ein vor dem Lieferort eingetretener Schaden kann nachträglich nicht mehr beim Lieferanten geltend gemacht werden, wenn er erst am Bestimmungsziel, also am Firmensitz des Käufers, festgestellt wird.
Ohne Kontrolle kann auch eine für den weiteren Versand der Güter vom Lieferort zum Bestimmungsort notwendige Transportversicherung nur noch eingeschränkt abgeschlossen werden. Sollten die Parteien vereinbart haben, dass die Entladung der Güter auf Gefahr und Kosten des Verkäufers geschieht, ist das ausdrücklich in einem Zusatz im Kaufvertrag zu vermerken. Der Nachweis für die erfolgte Lieferung ist inklusive aller Papiere und Dokumente vom Verkäufer zu erbringen.
Bei DAF muss die Ware vom Verkäufer verpackt und gekennzeichnet zur Ausfuhr aus seinem Land frei gemacht werden. Er trägt alle Risiken des Verlustes und der Beschädigung der Ware bis zur Übergabe an den Käufer. Erst an der Grenze geht hier das Risiko auf den Käufer über. Für die definierte Leistung hat der Verkäufer alle Kosten und Risiken bis zur Grenze, der Käufer ab der Grenze des Lieferlandes zu tragen.

DES: delivered ex ship - named port of destination (geliefert ab Schiff - benannter Bestimmungshafen)

Diese Klausel besagt, dass der Lieferant geliefert hat, wenn die verpackte und gekennzeichnete, nicht zur Einfuhr frei gemachte Ware an Bord eines Schiffes im benannten Bestimmungshafen dem Käufer unentladen zur Verfügung gestellt wird.
Auch hier hat der Lieferant alle Kosten und Gefahren für den Transport bis zum benannten Hafen zu tragen. Die Gefahr und das Risiko gehen nach der Lieferung und der Übernahme durch den Käufer auf diesen über. Von ihm sind jetzt alle Kosten für das Löschen der Ware, alle Zölle, Zollformalitäten, Abgaben für die Einfuhr, für den Weitertransport bis zum Bestimmungsort und die notwendige Transportversicherung zu tragen.
Empfehlung: Es empfiehlt sich auch bei dieser Klausel wieder, vor Übernahme der Waren qualitative und quantitative Kontrollen durchzuführen. Für die anderen Formalitäten gelten die Regelungen, die für die DAF-Klausel angegeben wurden
DEQ: delivered ex quay - named port of destination (geliefert ab Kai - genannter Bestimmungshafen)
Die Ware gilt als geliefert, wenn sie gekennzeichnet und verpackt noch nicht zur Einfuhr in das Land des Käufers freigemacht auf dem Kai des genannten Bestimmungshafens dem Käufer zur Verfügung gestellt wird. Der Verkäufer hat alle Kosten und Gefahren während der Beförderung zum Bestimmungsort und die Entladung auf den Hafenkai zu tragen. Erst danach erfolgt die Übernahme durch den Käufer, der dann alle Kosten für Zölle, Steuern, Abgaben und sonstige Formalitäten zur Einfuhr übernehmen muss.

Empfehlung:
Die Importfreimachung muss nicht mehr durch den Verkäufer erfolgen. Früher war dies noch Bestandteil der DEQ-Klausel. Ansonsten gelten die Regelungen und Empfehlungen der DES-Klausel.
DDU: delivered duty unpaid - named place of destination (unverzollt geliefert - genannter Bestimmungsort)
Durch Vereinbarung von DDU geht der Verkäufer die Verpflichtung ein, die Ware bis zum benannten Bestimmungsort, also dem Domizil des Käufers, zu transportieren und sie dort unentladen auf dem ankommenden Beförderungsmittel und noch nicht verzollt für die Einfuhr zur Verfügung zu stellen. Der Verkäufer hat alle bis dahin anfallenden Kosten und Gefahren zu tragen. Das Domizil des Käufers gilt als Lieferort.
Beachten Sie: DDU kann für alle Transportarten verwendet werden.

Praxis-Tipp:
Geben Sie bei DDU und DDP immer den genauen Bestimmungsort für die Sendung an.
Beispiel: "DDU Bielefeld, Schmidt GmbH, Halle 4, Incoterms 2000"
DDP: delivered duty paid - named place of destination (verzollt geliefert - benannter Bestimmungsort)
Hier trägt der Verkäufer alle, der Käufer bis zur Lieferung am benannten Bestimmungsort keine Kosten und Gefahren. Die Ware wird vom Verkäufer exportiert, importiert und gegen Gefahren versichert transportiert.
Im Gegensatz zu DDU ist in dieser Klausel auch noch die Verpflichtung aller Importmodalitäten durch den Verkäufer enthalten. Die Ware gilt als geliefert, wenn sie für den Import frei gemacht unentladen am genannten Bestimmungsort, der der Lieferort und der Firmensitz des Käufers ist, auf dem entsprechenden Beförderungsmittel zur Verfügung gestellt wird.
Tipp: DDP ist für den Einkäufer die vorteilhafteste Klausel.

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