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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Diktatoren haben das Sagen: Viele rohstoffreiche Länder werden von autoritären Regierungen beherrscht

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Jahrlang war Rohstoffreichtum ein Synonym für Wohlstand und Stabilität eines Landes.

Erste Ahnungen, dass es auch anders sein könnte, tauchten erst in den 1980er Jahren auf. Damals wurden nicht nur Förderzahlen und Umsatzzahlen miteinander abgeglichen, sondern in Relation zum jeweiligen Wirtschaftswachstum eines Landes gesetzt. Und siehe da, besonders in den Öl produzierenden Ländern war (und ist) das Missverhältnis von Rohstoffreichtum und geringer Wirtschaftsdynamik besonders groß. In den OPEC-Staaten bspw. nahm zwischen 1965 und 1998 das Bruttonationaleinkommen pro Kopf um durchschnittlich 1,3 % ab, während es in den übrigen Entwicklungsländern um 2,2 % gestiegen ist.

Der Fluch der Rohstoffe

Es ist gewiss kein Zufall, dass viele rohstoffreiche Länder von autoritären oder diktatorischen Regierungen beherrscht werden, ob es nun Saudi-Arabien ist (größte Erdölvorkommen der Welt), der Kongo (Edelmetalle) oder Burma (Erdgas).
Die Einnahmen aus den staatlichen Rohstoffexporten machen es den Potentaten nicht nur leicht, Polizei und Militärs für ihren Machterhalt zu schmieren, sie führen in der Regel auch zur Vernachlässigung aller übrigen Wirtschaftsbranchen, bis hin zur kompletten Deindustrialisierung.
Ein Mangel, der aufgrund des Sprudelns der Rohstoff- und Geldquellen von den Landesfürsten nur zu gern übersehen wird. Sie leben auf Pump, häufen riesige Schulden an, die bei fallenden Rohstoffpreisen (wie in den vergangenen 18 Monaten) bis hin zum Staatsbankrott führen können.

Von einem Bürgerkrieg in den anderen

Ebenso ist es kein Zufall, dass viele rohstoffreiche Länder politisch instabil sind und einen bewaffneten Konflikt nach dem anderen anzetteln. Dazu drei Beispiele allein aus Afrika:

  1. Im so genannten Liberianischen Bürgerkrieg kämpften Sierra Leone und Liberia (beide Westafrika) um die Vormachtstellung über die ergiebigen Diamantenfelder und um den Abbau von Edelhölzern.
  2. Noch länger und noch blutiger war der Bürgerkrieg in Angola, den die Regierung mit Einnahmen aus ihren Erdölexporten finanzierte und die Rebellen der UNITA mit den Erlösen der von ihnen kontrollierten Diamantminen.
  3. Im Kongokrieg bekämpften sich gleich mehrere Rebellengruppen und Nachbarländer untereinander. Im Wesentlichen ging es um die Ausbeutung und vor allem um die Gewinne der Erdöl-, Gold- und Diamantfelder.

Beachten Sie: Nicht von ungefähr wurde das Wort „Blutdiamant“ in den afrikanischen Bürgerkriegen geprägt.

Preissteigerungen programmiert

Doch es sind nicht nur die autoritären Herrscher in Afrika, Lateinamerika oder Asien, die die Rohstoffbeschaffung immer risikoreicher und teurer werden lassen.
Minenbetreiber vom Schlage Rio Tinto & Co. tun ihr Übriges. In der vergangenen Rezession haben sie nicht nur ihre Produktionsmengen kräftig gekürzt, sie haben auch kräftig auf die Investitionsbremse getreten.
In diesem Jahr wird das Minus allein in der globalen Bergbauindustrie auf 50 Mrd. $ geschätzt. Mit verheerenden Folgen für den Rohstoffmarkt. Ineffiziente Förderungen, vernachlässigte Wartung und gestoppte Entwicklungsvorhaben legen geradezu die Grundlagen für den nächsten Preisauftrieb.
Nach Gutsherrenart haben Tinto & Co. auch ihre Fachleute massenweise in die Wüste geschickt - eine Personalpolitik, die sich zu Boomzeiten rächen wird.
News vom 17.12.2010

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