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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Einkauf von Rohstoffen in der Krise: Wie Notenbanken die Rohstoffpreise beeinflussen

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Wie geht es weiter an den Rohstoffmärkten? Muss sich der Einkauf jetzt auf Preissteigerungen einstellen? Diesen Fragen geht Sebastian Hell, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes „Stahl- & Metallpreise aktuell” , in einem exklusiven Interview nach.

In Euroland kriselt es, auch in den USA und in Asien sieht die wirtschaftliche Entwicklung nicht gerade rosig aus. Das geht auch an den Rohstoffmärkten nicht spurlos vorbei.

Rohstoffexperte Sebastian Hell (SH), Chefredakteur des Fachinformationsdienstes „Stahl- & Metallpreise aktuell”, zeigt in einem aktuellen Exklusivinterview, welche folgenschwere Rolle die Notenbanken spielen und warum sich Einkäufer jetzt auf einen deutlichen Rohstoffpreis-Anstieg einstellen sollten.

Frage: Herr Hell, Sie haben in ihren letzten Ausgaben von „Stahl- & Metallpreise aktuell” vor einem deutlichen Anstieg der Rohstoffmärkte gewarnt. Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

SH: Wir befinden uns aktuell in einer sehr interessanten Situation. Die Notenbanken in den USA, der EU und auch einigen anderen Ländern versuchen die Märkte mit Liquidität zu fluten.

Hintergrund ist, dass die Schuldenkrise in Europa ihre Kreise zieht, in den USA ebenfalls massive Probleme herrschen und der Wachstumsmotor Asien, allen voran China, langsam zu schwächeln beginnt. Sie müssen sich nur die Preise für Eisenerz ansehen. Hier hatten wir eine gigantische Blase und Überspekulation.

Als ich zu Beginn des Jahres vor einem deutlichen Einbruch und Kursen von unter 100 US-Dollar warnte, wurde ich nur belächelt. Mittlerweile notieren die Preise pro Tonne Eisenerz bei unter 90 US-Dollar. Ausschlaggebend für den Einbruch waren Sorgen um einen Rückgang der globalen Produktion.

Frage: Wie versuchen die Notenbanken nun diese Situation zu beeinflussen?

SH: Die Notenbanker haben eine mächtige Waffe an der Hand nämlich ihre Geldpresse. Man darf sich das jedoch nicht vorstellen wie früher, dass dort Geld wirklich gedruckt wird. Durch verschiedene bilanztechnische und buchhalterische Tricks schafft man virtuelles Geld auf Konten. Das geht schneller und einfacher als früher.

Die Notenbanken versuchen nun die Wirtschaft wieder anzukurbeln, indem Geld in den Markt gepumpt wird. Primär durch den Aufkauf von Staatsanleihen. Steigt die Nachfrage nach Anleihen, fallen die Zinsen und die Kredite werden billiger. Man will dadurch versuchen, dass die Unternehmen wieder investieren.

Frage: Das klingt nun aber nicht gefährlich?

SH: Bis zu einem gewissen Grad kann man so vorgehen. Doch ist es mittlerweile das dritte Mal in den letzten fünf Jahren, dass die Notenbanken massiv eingreifen und den Markt mit Geld überfluten. Dieses Vorgehen wird auch als „quantitative easing“ bezeichnet. Die Gefahr besteht darin, dass die Notenbanken die Kontrolle verlieren und die Inflation deutlich ansteigt. Bisher ist davon noch nicht viel zu sehen, doch kann dies auch zeitversetzt geschehen.

Frage: Wo kommen nun die Rohstoffe ins Spiel?

SH: Rohstoffe sind seit jeher als „harte“ Anlageklasse bekannt. Man kann einen Rohstoff anfassen und oftmals auch einlagern. Abgesehen von Agrarrohstoffen und manchen anderen. Ich spreche hier jedoch von Edelmetallen oder Industriemetallen sowie Rohöl.

Verschiedene Studien haben bewiesen, dass im Zuge einer steigenden Inflation die Rohstoffe am besten ihren Wert erhalten. Daher springen die Investoren aufgrund der derzeitigen Vorgehensweise der Notenbanken wieder auf den Rohstoffzug auf. Wir konnten ähnliches schon in den letzten Jahren beobachten. Immer dann wenn die Notenbanken den Markt mit Liquidität vollpumpten zogen kurz darauf die Rohstoffpreise an.

Frage: Wo sehen Sie die stärksten Anstiege?

SH: Ich habe hierzu erst vor Kurzem für meine Leser eine Spezialausgabe veröffentlicht. Die größten Anstiege sind sicherlich bei den Edelmetallen wie Gold und Silber zu erwarten. Hier ist der Zugang für Investoren sehr leicht.

Aber auch Rohöl wird jenseits der 100 US-Dollar Marke ansteigen, wenn größere Investoren ihr Kapital umschichten. Allerdings wird es auch Waren geben die stagnieren oder fallen. Man muss hier genau die Geldbewegungen beobachten und vor allem auch welche Rohstoffe für Finanzinvestoren leicht handelbar sind. Dies ist nicht überall der Fall.

Frage: Was würden Sie Firmen raten?

SH: Erste deutliche Anstiege sehen wir bereits bei Gold und Silber. Hier lohnt es sich bei Rücksetzern zu kaufen, wenn man auf diese Metalle angewiesen ist.

Im Energiesektor ist es noch ruhig. Hier kann man sich noch Zeit lassen und bei größeren Rücksetzern zugreifen. Rohöl erscheint zwischen 85 und 90 US-Dollar günstig. Bei den Industriemetallen muss man sehr genau die Fundamentaldaten auswerten. Hier gibt es große Unterschiede zwischen möglichen Gewinnern und Verlierern.

Sebastian Hell zieht folgendes Fazit: „Rohstoffe bleiben turbulent – Nur wer richtig informiert ist, kann profitieren!“

Über Sebastian Hell, Chefredakteur von Stahl- und Metallpreise aktuell

Sebastian Hell verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Rohstoffeinkauf und pflegt weitreichende Verbindungen in die Finanzbranche sowie zu Rohstoffunternehmen. Dadurch kann er treffsichere Einschätzungen der momentanen Situation an den Märkten abgeben.

Hell handelt bereits seit 1999 aktiv am Aktienmarkt, seit 2002 mit Futures & Optionen. Er ist auf diesem Gebiet ein ausgewiesener Fachmann und ein gefragter Interviewpartner. Der erfolgreiche Buchautor ist dem Fachpublikum auch von seinen zahlreichen Vorträgen bekannt. In den vergangenen Jahren hat er sich besonders auf Rohstoffe und CFDs spezialisiert.

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