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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Stahlmarkt: Still ruht der See

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Von einem lebendigen Stahlmarkt zu sprechen ist gegenwärtig eine ziemliche Übertreibung. Denn wie bei Warmbreitband klingeln auch bei anderen Stahlverkäufern höchst selten die Ordertelefone.

Stahlmarkt "Still ruht der See", kommentierte ein ThyssenKrupp-Verkäufer das Tagesgeschäft. Verlangten sie am Spotmarkt noch vor ein paar Wochen bis zu 500 €/t, sind sie heute zu Abschlägen von 70 €/t und mehr bereit.

Bei anderen Stahlsorten hat der Preisverfall ähnliche Dimensionen erreicht. Für Walzdraht beispielsweise sind es 50 €/t weniger im Durchschnitt.

Die Gründe für diese Entwicklung auf dem Stahlmarkt sind weder neu noch überraschend:

  • randvolle Läger der Händler und Hersteller,
  • wegen der unsicheren Wirtschafts- und Finanzlage halten sich Einkäufer mit ihren Orders mehr als zurück, ganz nach dem Motto: Abwarten und Tee trinken.

Dennoch redet sich die Stahl- Branche die Lage schön

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl spricht z. B. von einer weiterhin guten Stahlkonjunktur in Deutschland. Für 2012 prognostiziert sie eine steigende Nachfrage von rund 1,5 %. Für die EU sieht der europäische Stahlverband Eurofer sogar ein Nachfrageplus von 2,3 %.

Wo dieses Plus herkommen soll, ist bei den drohenden Rezessionsängsten in aller Welt jedoch mehr als schleierhaft. Wegen der fehlenden Nachfrage drosselt ThyssenKrupp beispielsweise seine Produktion bis zum 2. Quartal 2012 um 500.000 t, ArcelorMittal und ata Steel schlossen in Spanien und Großbritannien bereits ganze Werke – wie zu besten Krisenzeiten 2009.

SteelBenchmarker Hot Rolled

Auch China schaltet einen Gang zurück

Zwar hat die Stahlproduktion auch in diesem Jahr weiter auf geschätzte 700 Mio. t oder einen Weltmarktanteil von fast 50 % zugelegt, doch allmählich stößt auch das Riesenreich an seine Grenzen.

Trotz einer rigiden Stilllegungspolitik haben sich 2011 im Stahlsektor Überkapazitäten von 120 Mio. t aufgebaut. Materialmengen, die weder die Inlands- noch die Auslandsmärkte aufnehmen können bzw. wollen – vor allem wegen der vergleichsweise hohen Preise.

Eisenerz: vom Verkäufer zum Einkäufermarkt

Gründlicher konnten sich die Bergbaukonzerne nicht verrechnen. Der historische Höchststand von fast 195 US$/t im Februar 2011 war für sie kaum mehr als ein kurzer Boxenstopp.

Zum Jahresende sahen sie an ihrem Preishorizont bereits 210 US$/t aufleuchten und für 2012 noch viel mehr. Die Marktrealität hat ihre Fantasien gestoppt. Gegenwärtig halten sich die Erzpreise bei stabilen 160 bis 165 US$/t (Sorte 62 % Fe, CFR China).

Beachten Sie: Damit nicht genug. Einzelne chinesische Händler bieten ihre Ware zu ausgesprochenen Kampfpreisen von ca. 120 US$/t an.

Kohle: die Preise bleiben hoch

Nicht wenige Stahlkocher erwarteten für das 4. Quartal und das Jahr 2012 insgesamt fallende Kohlepreise. Das genaue Gegenteil ist eingetreten. Indiens Stahlkonzern Tata Steel Ltd. musste z. B. im 4. Quartal 235 US$/t für Premiumqualitäten bezahlen.

Im Vorjahresquartal waren es noch 35 US$/t weniger. Der übliche Marktpreis für australische Hard Coking Coal C&F Nordwest-Europa (Qualität 10,5 bis 11 % Asche) liegt gegenwärtig bei rund 290 US$/t. Am Spotmarkt ist er fast doppelt so hoch.

Schrott: von leicht seitwärts nach leicht abwärts

Gar nicht prognosegerecht erwiesen sich auch die Schrottpreise. Vorausgesagt waren für das Jahresende eindeutige Auftriebstendenzen. Am wichtigen belgischen Handelsplatz gaben die Notierungen aber nach.

Waren es für SMSchrott im September noch 265 €/t, rutschte der Preis im Oktober auf unter 240 €/t ab. Genauso viel mussten Einkäufer vor einem halben Jahr auf die Händlertische blättern. Ende April hatten die SM-Schrottpreise ebenfalls 240 €/t betragen.

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