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Wirtschaft: Kommentar von Jens Holtmann zur Krise à la Japan

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von Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes „Einkaufsmanager” Im Jahr 1989 platzte in Japan die Aktien- und Immobilienblase. Bis heute hat sich der Inselstaat nicht davon erholt, obwohl die Zinsen auf null sanken und schier unvorstellbare Summen staatlicher Gelder in die Wirtschaft gepumpt wurden. Kommt Ihnen das bekannt vor?

von Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes „Einkaufsmanager”

Im Jahr 1989 platzte in Japan die Aktien- und Immobilienblase. Bis heute hat sich der Inselstaat nicht davon erholt, obwohl die Zinsen auf null sanken und schier unvorstellbare Summen staatlicher Gelder in die Wirtschaft gepumpt wurden. Kommt Ihnen das bekannt vor? Das, was schon in Japan nicht funktioniert hat, wird heutzutage in den westlichen Industriestaaten wieder ausprobiert. Wie war das doch gleich mit dem Evolutionstempo? Am 20. November 2009 meldete die Regierung der 127-Millionen-Einwohner-Nation offiziell den Rückfall in die Deflation. Die Preise sinken wieder auf breiter Front. Aktien bekannter Firmen wie Honda, Nikon oder Sony verloren noch am selben Tag rund 5 %.

Japans Aktien notieren 20 Jahre nach dem Crash durchschnittlich 70 % unter ihrem damaligen Stand. Ende 1989 lag der Nikkei-Index bei 38.915,87 Punkten - eine Zahl wie von einem anderen Stern. Selbst die Große Depression der 1930er Jahre war für die Börse weniger verheerend als Japans „verlorene Jahre“. Der Dow Jones konnte 25 Jahre nach dem Crash seinen Rekordstand von 1929 einstellen. Dafür müsste sich der Nikkei vom heutigen Niveau aus bis 2014 mehr als vervierfachen. Kaum vorstellbar.

Der Blick in die Zukunft
Ist die Vergangenheit Nippons die nahe Zukunft des Westens? Die Parallelen zwischen der japanischen Wirtschaftskrise 1989 und der aktuellen in den USA und Europa sind jedenfalls unübersehbar:
1. Nur durch staatliche Rettungsaktionen konnte das Finanzsystem bisher vor dem totalen Zusammenbruch bewahrt werden.
2. Es sind weltweit bisher Billionen in Konjunkturpakete und Rettungsschirme für marode Banken geflossen.
3. Die Staaten - sowieso schon verschuldet - machen noch mehr Schulden, und zwar in Dimensionen, wie sie katastrophaler nicht sein können.
4. Das Vertrauen von Anlegern und Verbrauchern gegenüber Banken und Staat hat erheblichen Schaden genommen.

In der Welt online gab Commerzbank- Chefvolkswirt Jörg Krämer am 21. November Folgendes zum Besten: „Nach dem Platzen der Schuldenblase 1989 hat die japanische Politik zu lange gezögert, die Bankbilanzen zu bereinigen. In den USA und Europa haben die Geldhüter entschlossen reagiert. Daher bleibt uns die Deflation höchstwahrscheinlich erspart.“

Muss ich das noch kommentieren? Ich halte auch besser meinen Mund. Das, was mir beim Lesen dieser Aussage in den Sinn kam, bliebe keinesfalls ohne Konsequenzen.

Wirtschaftliche Eiszeit
Genau das droht uns. Die Deflation haben wir in Deutschland und Europa auch schon. Natürlich versuchen die Staaten reflexartig, die Märkte zu inflationieren, aber das klappt offensichtlich nicht. Die Erzeugerpreise fallen seit Monaten.

Der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, rechnet mittelfristig mit einer Inflation von bis zu 5 %. Grund für den Preisanstieg in 5 bis 10 Jahren (!) sei, dass die Länder nicht rechtzeitig aus den Notfallprogrammen der Finanzkrise aussteigen und das billige Geld daher nicht rechtzeitig wieder eingezogen werde.

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