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Achtung: Diese Änderungen beim Zoll müssen Sie unbedingt kennen (1)

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Geschäfte sind heutzutage international. Zwar sind bei uns in Europa die Zollgrenzen weitgehend gefallen und der Warenverkehr wird zumindest in der Europäischen Union nicht mehr durch Schlagbäume an den Grenzen gebremst, doch das Thema Zoll kommt immer wieder auf, wenn es um Warentransporte in andere Länder wie beispielsweise die Schweiz, Türkei oder außereuropäische Länder geht. Und hier hat sich für viele unbemerkt seit dem Jahreswechsel einiges geändert. Darüber hinaus wird sich zum 1. Juli dieses Jahres noch einmal eine einschneidende Änderung ergeben. Dann wird nämlich die Zollabwicklung komplett auf elektronischem Weg erledigt.

Grenzübertretende Warentransporte und auch Mustertransporte waren früher eine mühsame Angelegenheit. An jeder Grenze waren mehr oder weniger zeitaufwändige Zollverfahren notwendig, bei denen Zöllner jedes Mal genau darauf achteten, ob die Zollpapiere auch den tatsächlichen Waren entsprachen. Dieses Verfahren bereitete nicht nur den beteiligten Staaten einigen Aufwand, auch Transporteure und Vertreter mit Warenmustern stöhnten oft über die zeitraubenden und umständlichen Zollprozeduren. Wie schön war es doch, als der europäische Wirtschaftsraum Wirklichkeit wurde und solche Prozeduren innerhalb der Europäischen Union unnötig wurden. Doch fast jeder Fuhrparkbetreiber konnte das Thema Zoll auch dann nicht komplett zu den Akten legen, denn schließlich gibt es auch in Europa immer noch einige Staaten wie die Schweiz oder die Türkei, die der Gemeinschaft nicht angehören.
Achtung: Auch wenn die Schweiz und Liechtenstein seit letztem Jahr dem Schengener Abkommen angehören, sind die Zollschranken noch lange nicht gefallen. Denn dieses Abkommen bezieht sich nur auf den freien Personenverkehr, Waren müssen wie bisher an den Grenzen dieser Staaten deklariert werden. Dies ist insbesondere von Vertretern, die mit Warenmustern unterwegs sind, oft missverstanden worden. Zwar brauchen sie an der Grenze nicht mehr ihren Ausweis zu zücken, ihre Waren und Muster müssen sie aber wie bisher deklarieren. Wenn sie das nicht tun, kann es bei der Ein- oder Ausreise jede Menge Ärger geben. Deshalb sollten Ihre Fahrer zum Beispiel bei Einreisen in die Schweiz die Deklaration weiterhin ernst nehmen.
Um die Zollabwicklung bei internationalen Warentransporten zu erleichtern und die Anzahl der umfassenden Kontrollen zu reduzieren, wurden zwei Verfahren eingeführt, die für alle Beteiligten spürbare Entlastungen bringen sollen: Seit dem 1. Januar 2009 gibt es das so genannte Carnet-TIR-Dokument und zum 1. Juli dieses Jahres das ATLASVerfahren (Automatisiertes Tarif- und lokales Zollabwicklungssystem). Letzteres soll den ganzen bisher notwendigen Papierwust durch ein elektronisches Zollverfahren ersetzen.
Das Carnet-TIR
Dieses Zollverfahren verzichtet nicht ganz auf Zollpapiere, sondern reduziert die Zollkontrollen drastisch, indem es nur noch zwei umfassende Kontrollen vorsieht. Diese werden jeweils in den Ländern, aus denen die Waren versendet werden, und am endgültigen Bestimmungsort der Waren durchgeführt. Das Carnet-TIR ist ein Dokument für den Gütertransport per Lastwagen im Transitverkehr, der zwischen Staaten durchgeführt wird, die dem gemeinschaftlichen Versandverfahren angeschlossen sind, aber nicht Mitglied der Europäischen Union sind. Voraussetzung für den Transport mit dem Carnet-TIR sind Fahrzeuge oder auch Transportbehälter, die sich zollsicher verplomben lassen.
Zwar muss das TIR-Carnet weiterhin beim Transport mitgeführt werden, die Daten zu den Waren werden aber über das computergestützte Zollsystem NCTS (New Computerized Transit System) von der Abgangszollbehörde an die jeweilige Ankunftszollbehörde und von dort wieder zurückgesandt. Der bisher not - wendige grüne Trennabschnitt „Volet Nr. 2“, der bisher per Post an die Ankunftszollstelle und von dieser wieder zurückgeschickt wurde, entfällt komplett.
Das neue TIR-Carnet muss weiterhin aber an jeder Zollstelle vorgelegt und abgestempelt werden. Dies hat zwei Gründe: Zum einen haben noch nicht alle außereuropäischen Staaten Zugriff auf das computergestützte Zollsystem und zum anderen gelten bei Unstimmigkeiten weiterhin die Angaben auf dem Carnet. Das Carnet ist also die Papierform des elektronischen Zolldokuments und enthält alle Angaben, die sich in ihm befinden. Deshalb ist es seit Anfang des Jahres unumgänglich, alle zum Zollverfahren notwendigen Angaben auf elektronischem Weg an die zuständige Zollbehörde zu übermitteln, bevor die Waren auf den Weg geschickt werden.
Tipp: Diese elektronische Meldung kann von verschiedenen am Transport Beteiligten erledigt werden. Dies kann der Versender, der Spediteur, das Zollamt direkt oder auch der Transporteur tun. Wichtig ist, dass derjenige, der dies erledigt, automatisch der Besitzer des Carnets wird und somit für die ordnungsgemäße Zollabwicklung auf dem Transportweg verantwortlich zeichnet.
Bevor Sie also ein Carnet-TIR-Verfahren durchführen, müssen Sie immer alle für den Versand notwendigen Angaben wie die genaue Beschreibung der Waren und den vorgesehenen Transportweg elektronisch an das zuständige Abgangszollamt übermitteln.
Tipp: Die Zollbehörden weigern sich zunehmend, das TIR-Carnet auszustellen, wenn die Daten nicht vorher auf elektronischem Weg bei ihnen eingegangen sind. Schriftliche Meldungen akzeptieren die Zollstellen nur noch in Ausnahmefällen.
Damit das TIR-Carnet-Verfahren funktioniert, ist jedoch das ATLAS-Verfahren notwendig.
Das ATLAS-Verfahren
Das ATLAS-Verfahren greift zum 1. Juli dieses Jahres verbindlich und stellt bei Exporten die elektronische Datenübermittlung zwischen den Zollbehörden sicher. Dabei müssen Sie, wenn Sie einen Transport in Ihrer Verantwortung durchführen, die bisher in den Zollpapieren gemachten Angaben auf elektronischem Wege an die zuständige Zollbehörde übermitteln.
Wie bereits weiter oben erwähnt, können unterschiedliche Stellen diese Meldung an die Zollbehörde übernehmen. Das müssen nicht zwingend Sie als Fuhrparkbetreiber sein, sondern dies kann auch beispielsweise der Versender, ein Ihr Unternehmen beauftragender Transportunternehmer oder ein spezielles Dienstleistungsunternehmen tun. Aber auch wenn Sie diese Meldung in der Regel nicht selbst übernehmen, ist es in jedem Fall gut, zu wissen, wie der ganze Vorgang funktioniert.
Diese Wege können Sie bei ATLAS wählen
Um am elektronischen Zollverfahren teilzunehmen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Die interne Unternehmens-Software ist - bei hohem Export-Aufkommen - bereits auf ATLAS vorbereitet und entsprechend zertifiziert.
  • Sie nutzen die Leistungen spezieller ATLAS-Dienstleistungsunternehmen.
  • Sie nutzen den Zugang zu ATLAS über unabhängige Rechenzentren.
  • Sie nutzen zur Zollabwicklung das so genannte Internet-Zollanmeldungsverfahren (IZA).
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