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Konnossement: Das multifunktionale Frachtpapier

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wenn Sie Waren nach Übersee versenden, wählen Sie häufig den Seeweg. Ihnen ist deshalb sicherlich auch der Begriff Konnossement schon oft begegnet.

Dieses Dokument stellt sozusagen die papiergewordene Ware dar und hat im Seefrachtverkehr vielfältige Funktionen.

Grundsätzlich ist das Konnossement (oft auch Seeladeschein genannt; engl.: Bill of Lading, B/L) zunächst ein Beleg zwischen dem Be- und Verfrachter. Der Befrachter ist in der Regel der Anlieferer zum Schiff, der Verfrachter eine Reederei.

Das Frachtpapier hat diese 5 Funktionen

  1. Es beweist den Abschluss eines Seefrachtvertrags zwischen dem Verschiffer (beispielsweise einer Spedition) und der Reederei.
  2. Es bestätigt die Übernahme der Waren durch die Reederei.
  3. Es verpflichtet die Reederei, die Waren demjenigen zu übergeben, der das Konnossement vorlegt.
  4. Es beweist die ordnungsgemäße Bezahlung der Frachtgebühren.
  5. Es belegt das Eigentumsrecht an der Ware.

Der Inhalt dieses Papiers ist in § 643 Handelsgesetzbuch (HGB) eindeutig geregelt und muss immer folgende Angaben enthalten

  1. Name des Verfrachters
  2. Name des Kapitäns
  3. Name und Nationalität des Schiffes
  4. Name des Abladers
  5. Name des Empfängers
  6. Verladehafen
  7. Löschhafen oder Ort, an dem weitere Weisungen einzuholen sind
  8. Art, Ausmaße und Gewicht der Waren
  9. Warenmarkierung und eventuelle Beschädigungder Ware
  10. wer über die Ware bestimmen darf
  11. Anzahl der ausgefertigten Konnossements

Das Konnossement regelt die Rechtsbeziehungen zwischen dem Verfrachter und dem Empfänger der Ware.

Die wichtigste Eigenschaft dieses Frachtpapiers ist die sogenannte Begebbarkeit. Das heißt, dass die Ware immer dann als übergeben anzusehen ist, wenn das Konnossement übergeben wurde.

Diese hat in der Konsequenz einige wichtige Bedeutungen. Wird nämlich das Konnossement verkauft, gekauft oder auch verpfändet, geht die Ware automatisch auf einen neuen Besitzer über. Das heißt aber nicht, dass Ihre Güter einfach vom Kapitän verkauft werden dürfen.

Denn im Konnossement ist eindeutig der Empfangsberechtigte angegeben. Der Verfrachter darf die Ware an diesen nur ausliefern, wenn er tatsächlich der Empfangsberechtigte ist und seinerseits ein gültiges Original des Konnossements vorlegen kann.

Hier werden unterschiedliche Konnossements ausgestellt, die die Übergabe der Waren rechtskräftig belegen. So bestätigt mit dem Übergabe-Konnossement der Verfrachter, dass er die Ware zur Verschiffung angenommen hat.

Das Bord-Konnossement bestätigt wiederum dem Verfrachter, dass die Waren an Bord des Schiffes genommen wurden. So darf jede am Transport beteiligte Partei die Güter also nur an den nächsten Berechtigten in der Transportkette übergeben.

Diese Angaben sind deshalb auch verbindlich. Die volle Verantwortung für die Waren trägt also immer derjenige, unter dessen Obhut sich die Waren befinden.

Das Konnossement stellt also den in der Transportkette Vorhergehenden von der Verantwortung frei – er hat die Waren schließlich übergeben. Deshalb wird auf den Konnossements auch immer der Zustand der Waren und der Verpackungen festgehalten.

Übernimmt also der Verfrachter von einer Spedition schon eingedrückte Fässer, wird er diesen Mangel auf dem Konnossement festhalten.

Genauso wird der Kapitän dies bei der Verladung tun. Dieser Vorgang wird als Abschreibung bezeichnet.

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