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Konsignationslager: Geld-Spar-Tipps für Logistiker (Teil 2)

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Von dgx,

Die Auftragslage in der Logistik hat sich zwar nach der Krise wieder etwas erholt, dennoch müssen viele Unternehmen auf die Spar-Bremse treten. Eine Möglichkeit, wie Sie viel Geld sparen können, sind Konsignationslager.

In Teil 1 dieses Beitrags gaben Ihnen meine Kollegen des Informationsdienstes LogistikManager bereits 8 Tipps, wie das geht - weitere 7 präsentieren wir Ihnen heute:
9. Klären Sie in jedem Fall auch, wie mit Rücklieferungen ins Konsignationslager verfahren wird. Solche Rücklieferungen bedingen nämlich immer Änderungen beim Bestand und bei den Eigentümerverhältnissen. Diese Dinge sollten Sie gerade bei teuren Teilen eindeutig festlegen. Wenn Sie das nicht machen, kommt nämlich die Kapitalbindung, die Sie eigentlich verbessern wollten, schleichend wieder!

10. Denken Sie auch an Dinge wie Preiserhöhungen oder Lagerbestands-Bewertungen.
Hier sollten Sie genau vereinbaren, wann diese durchgeführt werden können bzw. müssen. Wenn Sie hier nicht sauber definieren, ist Ihnen spätestens bei der Inventur oder beim Jahresabschluss jede Menge Ärger sicher.
11. In der Logistik und auch in der Produktion ist immer alles im Fluss. Da kann es schon einmal vorkommen, dass Ihr Unternehmen Waren oder Anlagen nicht mehr anbieten und produzieren will. Hier sollten Sie mit Ihrem Lieferanten genau definieren, was mit eventuell nicht mehr benötigten Teilen oder Komponenten im Konsignationslager geschieht.
Legen Sie also für solche Fälle vertraglich fest, wie es um die Rückgabemöglichkeit nicht mehr benötigter Waren bestellt ist. Handelt es sich um Standard- oder Katalogware, sollte dies kein Problem darstellen. Werden Teile oder Komponenten von Ihrem Lieferanten exklusiv für Sie hergestellt, sieht die Sache schon anders aus.
Seien Sie hier fair und verlangen Sie nicht, dass die Teile kostenfrei zurückgegeben werden können. Im Prinzip sollte das auch kein Problem sein, wenn Sie Ihr Produktportfolio mittelfristig planen. Lässt sich absehen, dass ein solches Teil in Zukunft nicht mehr oder nur noch selten gebraucht wird, passen Sie die Disposition entsprechend an. Und bestellen nur noch kleinere Mengen.

Tipp:
Je individueller und komplizierter diese Teile sind, umso kleiner sollte die Bestellmenge sein.
12. Schauen Sie sich vor dem Schritt zum Konsignationslager immer genau an, ob Sie identische Teile von verschiedenen Lieferanten beziehen. Ist das der Fall, müssen Sie absolut sicherstellen, dass die Bestände genau auseinandergehalten werden. Das kann sich als recht knifflige Angelegenheit erweisen, insbesondere dann, wenn es sich um Standardteile handelt, die in großen Mengen angeliefert werden.
Denn hier muss genau festgelegt sein, wann welche Teile von welchen Lieferanten in die Produktion kommen. Nur so gehen Sie Rechnungstellungs- und auch Inventurproblemen sicher aus dem Weg.
13. Denken Sie ganz am Anfang einer Lieferantenbeziehung auch schon an deren Ende. Wenn Sie nämlich bei den Kündigungsmodalitäten unsauber arbeiten, sind nicht nur Ärger, sondern eventuell auch schwer wiegende Produktionsprobleme zu erwarten. Legen Sie deshalb vertraglich genau fest, wann und wie ordentliche Kündigungen von beiden Seiten erfolgen können.
Denken Sie dabei auch immer an außerordentliche Kündigungen und legen Sie die Bedingungen für diese harte Kündigungsart genau fest. Wenn Sie das nicht tun, riskieren Sie finanzielle und - was noch schlimmer ist - produktionstechnische Probleme. Hier hat es schon Fälle gegeben, bei denen Unternehmen wichtige Kunden verloren haben, weil sie wegen stockender Materialversorgung nicht produzieren und liefern konnten.
14. Legen Sie bei den Kündigungsmodalitäten auch explizit fest, was mit den vorhandenen Lagerbeständen geschehen soll. Werden sie vom Lieferanten zurückgenommen, oder sind Sie verpflichtet, diese noch abzunehmen? Denken Sie hier immer daran, dass die kontinuierliche Produktion das oberste Gebot ist.
Sehen Sie deshalb bei einer Kündigung vertraglich eine Übergangszeit vor, wie lange der Lieferant noch liefern muss. Dehnen Sie diese Zeit aber nicht unnötig aus, denn ein gekündigter Lieferant wird auch bei einer vertraglichen Lieferverpflichtung sicher nicht mehr so sorgfältig arbeiten wie bisher.
15. Klären Sie unbedingt auch die Frage, in welchen Fällen und in welchem Umfang ein Lieferant Waren oder Teile wieder aus dem Konsignationslager entnehmen kann, um beispielsweise andere Kunden damit zu beliefern. Legen Sie deshalb für jede Warengruppe genau fest, wie hoch der Mindestbestand ständig sein muss.
Wichtig ist bei einer Warenentnahme durch den Lieferanten auch, wie dieser Vorgang rechnungstechnisch gehandhabt wird. Dabei sollten Sie sich ansehen, wann der Eigentumsübergang stattfindet. Diesen können Sie ja für einzelne Warengruppen durchaus verschieden definiert haben.
Wenn Sie das übersehen, ist spätestens dann Ärger und Streit programmiert, wenn die Rechnung geprüft wird. Schlimmstenfalls bezahlen Sie Waren und Teile, die Ihr Mitbewerber an seine Kunden verkauft hat.

Fazit:
Wenn Sie diese Punkte für alle Waren, Teile und Komponenten akribisch abgearbeitet haben, werden Sie sich freuen können, dass der Materialfluss genauso gut - oder gar besser - funktioniert und Sie obendrein noch jede Menge Geld sparen.

Tipp:
Es geistern immer wieder so genannte Kennziffern durch die Gegend, die zeigen, wie viel Prozent der Warenumsatzmenge durch die Einführung eines Konsignationslagers gespart werden konnten.
Liegen Ihre Werte unter diesen „Kennziffern“, sollten Sie sich keine grauen Haare wachsen lassen, wenn das Vergleichsunternehmen nicht genauso wie Ihr Betrieb aussieht. Hierbei werden nämlich oft Äpfel mit Birnen verglichen. Und Hand aufs Herz: Welche Unternehmen sind denn absolut vergleichbar?

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