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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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Vorsicht! Tachografen-Manipulation kann Sie und Ihre Fahrer teuer zu stehen kommen

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LKW, Fahrer
Urheber: OFC Pictures | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Sie kursieren leicht zugänglich im Internet: Anleitungen, wie sich auch der digitale Tachograf manipulieren lässt. Doch ob es denn nun wie dort beschrieben geht, spielt eigentlich keine Rolle. Denn werden Fahrer mit solchen Manipulationen erwischt, gibt es jede Menge Ärger – auch für Sie und Ihr Unternehmen.

Zweifelsohne kann jedes technische Gerät manipuliert werden – und so wird das auch bei den digitalen Tachografen sein. Doch im Gegensatz zu den alten Scheibenschreibern, bei denen sich die Suche nach solchem Treiben doch zumindest zeitaufwändig gestaltete, können die Kontrollorgane des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) beim digitalen Aufzeichnungsgerät in Sekunden feststellen, ob etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Und das kann sehr schnell recht unangenehme Folgen für den Fahrer und auch für Sie als Fuhrparkverantwortlichen haben.

Denn wie Sie wissen, müssen Sie die auf den Tachografen gespeicherten Daten regelmäßig auslesen und archivieren. Und solche Archive lassen sich wiederum in Sekundenschnelle auslesen und analysieren. Denn was nützt es, wenn das Gerät daran gehindert wird, die Fahrzeiten richtig zu dokumentieren, aber der Zug während dieser Zeit nachweislich größere Strecken zurückgelegt hat? Der Kontrolleur sieht auf einen Blick, ab wann die Aufzeichnung unterbrochen wurde, und kann meist relativ leicht anhand anderer Unterlagen nachprüfen, wo der Lastwagen wann Ladung aufgenommen oder abgeliefert hat. Mit ein bisschen Rechnerei, bei der ihn seine Auswertesoftware auch noch unterstützt, kann er schnell abschätzen, ob hier im größeren Unfang manipuliert wurde. Und dann wird es richtig unangenehm.

Folgen einer nachgewiesenen Manipulation


Vorsätzliche Manipulationen sind keine Kavaliersdelikte, sondern stellen einen Betrugsversuch und somit eine Straftat dar. Zunächst wird der Verdacht immer auf den Fahrer fallen. Aber die Kontrollorgane könnten sich genötigt sehen, doch einmal im Betrieb des Fahrers nach dem Rechten zu schauen. Und kommen dabei weitere Fälle ans Licht, wird es für den Fuhrparkverantwortlichen richtig böse: Ihm wird man mit ziemlicher Sicherheit einen systematischen Betrug unterstellen. Deshalb sollte kein Fuhrparkverantwortlicher auch nur im Traum daran denken, solche Manipulationen zu decken oder gar selbst anzuzetteln.

Regelmäßig kontrollieren

Sicherlich könnte auch so mancher Fahrer von sich aus versuchen, die Aufzeichnung des Tachografen zu umgehen. Deshalb sollten Sie sich die aus den Tachografen ausgelesenen Daten regelmäßig ansehen und kontrollieren, ob bei Ihnen im Unternehmen alles in Ordnung ist. Stellen Sie Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeitbestimmungen, Bedienungsfehler oder gar Manipulationen fest, sollten Sie konsequent reagieren.

Ihre 4 To-dos, wenn Ihre Fahrer manipulieren sollten:

  1. Machen Sie die betreffenden Fahrer schriftlich auf die Verstöße aufmerksam.
  2. Schulen Sie Fahrer, die die Geräte nicht richtig bedienen, umgehend nach und halten Sie diese Nachschulung, am besten mit einer Bestätigung des Unterrichteten, immer schriftlich fest.
  3. Bemerken Sie Manipulationen an den Tachografen oder häufigere Fehlaufzeichnungen in den Daten, fordern Sie die betreffenden Fahrer dazu auf, dies zu unterlassen.
  4. Drohen Sie bei permanenten Verstößen nicht lange, sondern mahnen Sie schnell ab und kündigen rigoros im Wiederholungsfall.

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Das sollten Ihre Fahrer tun, wenn der digitale Tachograf ausfällt

Wird ein Fahrer mit einem nicht richtig eingestellten oder funktionsuntüchtigen digitalen Tachografen bei einer Kontrolle angehalten, wird er schneller in Erklärungsnöte kommen, als ihm lieb sein kann. Gleiches gilt, wenn er ohne eine funktionierende Fahrerkarte angetroffen wird. Doch während einer größeren Tour kann es schon einmal vorkommen, dass entweder die Fahrerkarte oder das Aufzeichnungsgerät mit einem Defekt ausfallen. Sollte Ihren Fahrern das passieren, legen Sie ihnen folgende Tipps ans Herz:

  • Funktioniert der digitale Tachograf nicht mehr, muss er so schnell wie möglich – am besten in der nächst erreichbaren Servicestation – repariert oder ausgetauscht werden.
  • Diese Pflicht gilt auch bei Fahrten im Ausland.

  • Wenn ein Fahrer bemerkt, dass sein Tachograf nicht mehr richtig auf die Fahrerkarte aufzeichnet, sollte er zunächst versuchen, den Kontrollausdruck zu starten und so seine Lenk- und Ruhezeiten zu dokumentieren.

  • Funktioniert auch der Ausdruck nicht, sollte jeder Fahrer seine Lenk-, Ruhe- und Schlafzeiten peinlichst genau schriftlich festhalten. Sind diese Zeiten plausibel und passen zu anderen Zeiten, wie beispielsweise Lieferbestätigungen und der angegebenen Route, wird er gute Chancen haben, um eine Strafe herumzukommen.

  • Diese schriftliche Dokumentation sollte der Fahrer während der geforderten Mitführungszeiten immer bei sich führen, wenn er mit einem neuen Fahrzeug oder mit einem reparierten Tachografen weiterfährt. Hat er unbelegbare Lücken in seiner Fahrzeitdokumentation, werden die Kontrolleure immer misstrauisch.

  • Jeder Fahrer sollte den Defekt umgehend bei seinem Unternehmen melden. Sinnvoll ist es, den Eingang der Meldung schriftlich zu dokumentieren.


Achtung: Wenn das Fahrzeug mit dem defekten Tachografen wieder auf dem Hof steht, dürfen Sie es nicht mehr im gewerblichen Güterverkehr einsetzen, bis der Schaden repariert wurde.

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