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So kann ein Zolllager Ihnen jede Menge Abgaben sparen

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Importieren Sie Waren aus dem Ausland, um sie anschließend in ein Drittland zu exportieren, dann fallen jede Menge Zollformalitäten und auch Zollabgaben an. Letztere können Sie sich zwar oft zurückholen, aber das zieht unnötigen Verwaltungsaufwand nach sich – den Sie sich mit einem Zolllager leicht sparen können. Tipps, wie das geht, zeigt der Fachinformationsdienst „LogistikManager” in diesem Beitrag.

Nehmen wir an, Sie importieren Ware aus Asien nach Deutschland, um sie anschließend nach Amerika oder nach Russland weiterzuverkaufen. Auf dem klassischen Weg – also Import nach Deutschland und darauf folgender Export – müssen Sie 2-mal Zollformalitäten erledigen und auch 2-mal die jeweiligen Zollabgaben berappen.

Das können Sie sich sparen, wenn Sie die Lieferung in einem Zolllager in Deutschland zwischenlagern. So sparen Sie beispielsweise bei einem Warenwert von 200.000 Euro die 12 % Einfuhrzoll in Deutschland (anfallende Zollzahlung von 24.000 Euro).

Doch was ist eigentlich ein Zolllager, was kann es leisten und welche Funktionen hat es?

Im Zolllagerverfahren können Sie Waren überführen, die nicht oder noch nicht für ein anderes Verfahren bestimmt sind und daher zunächst eingelagert werden. Solange Waren sich in diesem Status befinden, werden die meisten sonstigen Vorschriften, wie zum Beispiel die Verzollung, nicht angewendet. Das heißt: Es werden keine Zoll- oder Steuerabgaben erhoben.

Auflagen beim Zolllagerverfahren

Ein Lagerhalter oder ein Dienstleister, der ein Zolllager betreiben will, benötigt die Bewilligung der deutschen Zollverwaltung. Mit dieser Erlaubnis können Auflagen verbunden sein, wie beispielsweise die Hinterlegung einer Sicherheitszahlung.

Achtung: Über Ware im Zolllager können Sie nicht frei verfügen. Sie dürfen also ohne die passenden Zolldokumente die Ware nicht ausliefern oder verändern, wie beispielsweise neue Preislabels anbringen.

Diese Zolllagerarten gibt es

Die Lagertypen werden unterschieden nach öffentlichen (Typen A, B und F) und privaten Zolllagern (Typen C, D und E).

Öffentliche Zolllager:

  • Lagertyp A: Im Zolllager Typ A können Waren für verschiedene Einlagerer an einem Ort gelagert werden. Zuständig für die Einhaltung der Vorschriften ist der Lagerhalter. Für die Überführung in das Verfahren ist stets der Einlagerer verantwortlich.
  • Lagertyp B: Im Zolllager Typ B ist der Einlagerer sowohl für die Einhaltung der Vorschriften während der Lagerung als auch für die Überführung in das Verfahren zuständig.
  • Lagertyp F: Ein Zolllager Typ F wird von den Zollbehörden eingerichtet und unterhalten. Die Zollverwaltung ist Lagerhalter.

Private Zolllager:

  • Lagertyp C: Ein Zolllager des Typs C kann auch unter Zollmitverschluss bewilligt werden. Der Lagerhalter hat dann nur Zugriff auf die Lagerwaren, wenn auch die Zollstelle mitwirkt. Da bei dieser Verfahrensweise die zollamtliche Überwachung sehr umfangreich ist, kann gegebenenfalls die erforderliche Sicherheitsleistung reduziert werden oder ganz entfallen. Die Lagerwaren müssen in das Lagerverfahren mit Zollanmeldung überführt und zur Beendigung dieses Verfahrens wiederum mit einer Zollanmeldung zu einer zulässigen neuen zollrechtlichen Bestimmung angemeldet werden.
  • Lagertyp D: Beim Lager des Typs D kann die Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr im mitbewilligten Anschreibeverfahren vorgenommen werden, wobei die Beschaffenheit, der Zollwert und die Menge der Ware maßgeblich sind, die zum Zeitpunkt ihrer Überführung in das Zolllagerverfahren zollamtlich anerkannt oder zugelassen wurden. Die Entnahme der Waren aus dem Zolllager kann ohne Mitwirkung einer Zollstelle vorgenommen werden.
  • Lagertyp E: Beim Zolllager des Typs E muss die Lagerung nicht zwingend an einem als Zolllager zugelassenen Ort erfolgen. Vielmehr wird ein Zolllagerverfahren bewilligt, bei dem die Waren in Lagereinrichtungen des Bewilligungsinhabers gebracht werden. Lagereinrichtungen sind bei diesem Typ Orte, die je nach dem wirtschaftlichen Bedürfnis des Lagerhalters von Fall zu Fall für die Lagerung genutzt werden. Dazu können auch zu Transportzwecken eingesetzte Beförderungsmittel gehören.

Das sollten Sie bei der Zolllagerbenutzung unbedingt beachten

Nach der Überführung der Waren in das Zolllagerverfahren sind diese unmittelbar zu den in der Bewilligung genannten Lagereinrichtungen zu befördern. Eine Lagerung an einem anderen Ort ist nicht zulässig.

Der Lagerhalter muss grundsätzlich detaillierte Bestandsaufzeichnungen führen. In diesen Aufzeichnungen werden insbesondere alle Warenbewegungen dokumentiert. Die Zollverwaltung prüft anhand der Bestandsaufzeichnungen und der tatsächlich vorhandenen Warenmengen die ordnungsgemäße Abwicklung des Zolllagerverfahrens.

Die Bestandsaufzeichnungen des Lagerhalters müssen nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung vorgenommen werden, bestandsgenau und zeitnah sein, und der jeweilige Lagerbestand muss jederzeit einem sachkundigen Dritten in vertretbarer Zeit plausibel gemacht werden können.

In den Bestandsaufzeichnungen sind die Abgänge grundsätzlich nach dem FIFO-Prinzip (First In, First Out) auf die jeweils am längsten lagernden Zugänge zu buchen.

Fehl- und Mehrmengen werden dabei detailliert in den Bestandsaufzeichnungen vermerkt. In diesen Fällen ist grundsätzlich die Überwachungszollstelle zu informieren.

Alle Unterlagen über die Warenbewegungen werden gesammelt und geordnet aufbewahrt. Sie können den einzelnen Positionen in den Bestandsaufzeichnungen zugeordnet werden.

Der Lagerhalter muss regelmäßige Inventuren im Zolllager durchführen und mindestens 1-mal jährlich der Überwachungszollstelle ein Verzeichnis der Lagerbestände zum Inventurstichtag vorlegen.

Im Zolllager dürfen Waren grundsätzlich nur gelagert werden. Lediglich einfache Tätigkeiten an den Waren sind erlaubt. Hierzu gehört beispielsweise das Verwiegen, die Probenentnahme oder das Abfüllen/Abpacken von Waren.

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