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Antworten auf die 8 häufigsten Fragen zu Lieferungen in die Ukraine

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Zoll
Urheber: Andreas Scholz | Fotolia

Von Anja Huelmann,

Vielleicht möchten auch Sie die Marktchancen in der Ukraine nutzen. Oder aber Sie sind bereits dort aktiv. Aufgrund bestehender Auflagen und Sanktionen tauchen immer wieder Fragen auf, die auch Sie bei Ihren bestehenden oder möglichen Geschäften interessieren können. Finden Sie hier die wichtigsten Informationen zu Ihren Ukraine-Exporten.

1. Bestehen Embargos gegenüber der Ukraine?

Die Lage in Russland und der Ukraine ist immer noch angespannt. Daher bestehen auch derzeit noch verschiedene Embargos – diese sind wie folgt aufgeteilt:

  • Ukraine
  • Maßnahmen zur territorialen Integrität der Ukraine
  • Ukraine (Krim und Sewastopol)

Daher ist eine sehr gründliche Exportkontrolle für Lieferungen in die Ukraine für Sie Pflicht. Allein die Embargos füllen über 2 Seiten in der Liste der Embargos. Halten Sie bei Fragen Rücksprache mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Für Ihre Exportkontrolle sollten Sie immer nur die aktuellen Listen und Unterlagen verwenden – dies ist dank des Internets heutzutage kein Problem mehr.

Eine Übersicht der Embargos finden Sie unter www.bafa.de ➜ Ausfuhrkontrolle ➜ Embargos. Wählen Sie „Übersicht“, erhalten Sie eine Tabelle, in der die bestehenden Embargos aller Länder in Tabellenform abgebildet sind. Sie können aber auch das einzelne Land anklicken, in diesem Fall sind Russland und die Ukraine zusammengefasst. Dort finden Sie die Gesetzesgrundlagen zu den verschiedenen Embargos.

2. Gibt es besondere Vorschriften für manche Produkte?

Wie bei vielen Ländern, gibt es auch bei der Ukraine zusätzliche Bestimmungen für einige Güter. Ich empfehle Ihnen, eng mit dem Importeur zusammenzuarbeiten und sich bei ihm nach den genauen Vorgaben für die zu liefernden Waren zu informieren. Beachten Sie unter anderem diese Vorschriften:

  • Zertifizierungspflicht


Für ausgewählte Warengruppen besteht eine Zertifizierungspflicht (Rücksprache Importeur/Industrie- und Handelskammer/Dienstleister für Ukraine-Zertifizierungen). Für die Verzollung sind in diesen Fällen das Original und eine bestätigte Kopie (des in der Ukraine ausgestellten Zertifikates) vorzulegen. Auch ausländische Zertifikate werden akzeptiert, sofern sie von der zuständigen Prüfstelle in der Ukraine anerkannt sind.

  • Konformitätserklärung (TR – Technische Reglements)

Viele Güter, die nicht der Zertifizierungspflicht unterliegen, benötigen die Vorlage einer Konformitätserklärung. Betroffen von dieser Regelung sind unter anderem: - Niederspannungsgeräte - Maschinen und Anlagen

  • Gesundheitszeugnisse für Lebensmittel


Bei der Einfuhr von Lebensmitteln ist ein Gesundheitszeugnis vorzulegen. Zusätzlich besteht für einige Lebensmittel eine Pflichtzertifizierung und es müssen besondere Angaben auf der Verpackung gemacht werden.

  • Pflanzengesundheitszeugnis für pflanzliche Erzeugnisse

Versenden Sie pflanzliche Erzeugnisse in die Ukraine, benötigen Sie für die Verzollung ein Pflanzengesundheitszeugnis. Kontaktieren Sie dazu Ihre zuständige Pflanzenamtsgesundheitsstelle (je nach Bundesland). Näheres dazu finden Sie unter: www.jki.bund.de

3. Gibt es besondere Vorgaben zu Verpackung und Markierung?

Bei Lieferungen in die Ukraine ist es üblich, dass Sie mit Ihren Geschäftspartnern vorab Vereinbarungen über die Verpackung treffen. Das ist vor allem deshalb notwendig, da die Ware oft weitere Transportwege und Umladungen unversehrt überstehen muss. Besondere Aufmerksamkeit wird auch auf eine Verpackung gelegt, die außergewöhnlichen Wetterbedingungen standhält. In der Regel müssen Ihre Produkte und Verpackungen mit dem Ursprungsland markiert sein.

4. Sollten wir eine Exportkreditversicherung abschließen?

Ob Sie für Ihre Lieferung eine Exportkreditversicherung abschließen sollten, ist individuell zu betrachten. Ich empfehle Ihnen aber, bei größeren Aufträgen eine Exportkreditversicherung in Betracht zu ziehen. Sie können Ihr Risiko durch eine gut ausgewählte Zahlungsbedingung (Vorkasse oder Akkreditiv) absichern. Prüfen Sie vorab auf jeden Fall die Bonität Ihres Kunden – dies kann z. B. eine Wirtschaftsauskunftei für Sie übernehmen.

5. Wo kann ich mich über bestehende Finanzsanktionen informieren?

Gehen Sie dazu auf die Internetseite der Deutschen Bundesbank www.bundesbank.de unter „Service“ und „Finanzsanktionen“. Unter „Sanktionsregimes“ finden Sie die Sanktionen für Russland und die Ukraine und die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen. Bei Rückfragen hilft Ihnen das Servicezentrum für Finanzsanktionen: Telefon: 089 28 89 38 00.

6. Wo finde ich aktuelle Verordnungen?

Aktuelle Verordnungen können Sie unter anderem hier einsehen:

  • Im EU-Amtsblatt finden Sie die täglich aktualisierten Veröffentlichungen neuer EU-Verordnungen (http://eur-lex.euro-pa.eu). Grenzen Sie die Suche nach „Verordnung“ und „letzte konsolidierte Fassung“ ein.
  • Aktuelle Nachrichten der Europäischen Kommission finden Sie unter ec.europa.eu/index_de.htm. Suchen Sie nun in der Suchfunktion nach „Ukraine“ und erhalten Sie die neuesten Informationen.

7. Welche Vorgaben muss ich für die Handelsrechnung beachten?

Ihre Rechnung muss alle handelsüblichen Angaben enthalten. Dazu gehören unter anderem:

  • ausführliche Warenbeschreibung
  • Netto- und Bruttogewichte
  • Zahlungsbedingung
  • Lieferbedingung
  • Preise, als Einzel- und Gesamtpreis
  • Zolltarifnummer
  • Angabe des Ursprungslandes

Die Rechnungen müssen Sie mit Firmenstempel und Unterschrift versehen.

8. Gibt es ein Präferenzabkommen mit der Ukraine?

Es gibt ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine. Um zu überprüfen, unter welchen Bedingungen Präferenzdokumente erstellt werden können, gehen Sie auf www. wup.zoll.de und geben Sie als Land „Ukraine“ ein.

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