Gratis-Download

Um effektive und effiziente Prozesse gestalten zu können, müssen Sie und Ihre Mitarbeiter deren Inhalte, z. B. Ablaufabschnitte, Systeme, Anlagen,...

Jetzt downloaden

Drei Strategien für die Betriebsleitung gegen die wachsende Datenflut in Produktionsbetrieben

0 Beurteilungen
Betriebsleitung Datenflut

Von Günter Stein,

Massen von Daten sind kontraproduktiv für die Effizienz und lassen sich kaum mehr sinnvoll auswerten. Es gibt im Wesentlichen 4 Gründe für die Erfassung von Daten innerhalb eines produzierenden Unternehmens.

Massen von Daten sind kontraproduktiv für die Effizienz und lassen sich kaum mehr sinnvoll auswerten. Es gibt im Wesentlichen 4 Gründe für die Erfassung von Daten innerhalb eines produzierenden Unternehmens:

  • Sie messen Produktparameter für die Qualitätssicherung,
  • Sie wollen Produktionsabläufe optimieren,
  • die Instandhaltung benötigt eine permanente Zustandserfassung und/ oder
  • Sie möchten die Energieeffizienz im Betrieb optimieren.

Hier liegt auch schon die 1. Möglichkeit, das Datenaufkommen zu reduzieren:

1. Strategie für die Betriebsleitung: Vermeiden Sie redundante Datenerfassungen

Ein und dieselbe Information kann häufig für unterschiedliche Zwecke genutzt werden. Dadurch vermeiden Sie mehrfache Erfassungen. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Sie sparen Hardware (Sensoren, Datenlogger).
  • Sie sparen Infrastruktur (Leitungen, Auswertungssysteme).
  • Sie erhöhen die Datenkonsistenz (die Daten sind nur einmal auf einem zentralen Rechner vorhanden).

Beispiel: Sie erfassen die Temperatur an einer Walzvorrichtung. Die Daten können von den unterschiedlichen Bereichen genutzt werden.

Produktion: Wie verändert sich die Qualität bei unterschiedlichen Temperaturen?

Instandhaltung: Führen höhere Temperaturen zu höheren Ausfallraten?

Energie-Management: Wäre der Betrieb auch mit geringeren Temperaturen möglich?

2. Strategie für die Betriebsleitung: Dezentralisieren Sie die Rechenleistung

Der Aufbau einer Datenstruktur mit zentraler Informationsverarbeitung hat vor allem historische Gründe. Rechenleistung und Speicher waren sehr teuer, die Datenmengen relativ gering. Außerdem sind zentrale Computersysteme leichter zu warten.

Die beiden ersten Argumente sind heute überhaupt nicht mehr relevant. Die Rechenleistung und der Speicherbedarf, den Sie für die Aufbereitung eines typischen Sensorsignals brauchen, sind für wenige Euro verfügbar. Eine Verarbeitung in der Nähe der Messwerterfassung kann das Datenaufkommen am effizientesten reduzieren oder gar vollständig eliminieren.

Beispiel: Sie fertigen Schraubenrohlinge und messen die Durchmesser der Schraubenköpfe. Solange sich die Messwerte innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen bewegen, werden keine Messwerte weiter geleitet. Die Entscheidung trifft das Messwerterfassungssystem selbst. Das Sensorsystem muss über genügend Intelligenz verfügen, auch komplexe Datenabläufe analysieren zu können. So kann ein Alarm abgesetzt werden, wenn sich die Daten zwar noch innerhalb der Toleranzgrenzen bewegen, die Abweichungen vom Sollwert aber in ihrer Geschwindigkeit zunehmen.

3. Strategie für die Betriebsleitung: Reduzieren Sie die Taktraten für die Messwerterfassung

Für die Anbieter der einzelnen Messwerterfassungen ist es nicht absehbar, in welchem Gesamtumfeld ihr System zum Einsatz kommt. Als Verkaufsargument ist eine höhere Missrate aber meist positiver als eine geringere. Aus diesem Grund erhalten Sie oft Daten in unnötig kurzen Abständen. Achten Sie darauf, dass die Abtastrate einstellbar ist. Es ist auch nicht immer die zu messende Größe oder die Umgebung, die allein über eine sinnvolle Abtastrate entscheidet. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit ist ausschlaggebend.

Beispiel: Bei der Überwachung eines Dampfrohrleitungssystems installierte ein Ingenieurbüro ein Messwerteerfassungssystem für die Temperatur. Es wurde ermittelt, dass der austretende Dampf die Umgebung mit einem Temperaturanstieg von bis zu 200 °C/s erhitzen kann. Um die Anstiegsgeschwindigkeit korrekt erfassen zu können, wurde die Abtastrate sicherheitshalber auf 50 ms eingestellt. Die Reaktionsgeschwindigkeit für Gegenmaßnahmen beim Rohrbruch lag aber bei 5 s. Eine Verlängerung der Abtastperiode auf 500 ms wäre also ohne Problem möglich gewesen.

Überlegen Sie also bei jeder Messwerterfassungssystem, wozu Sie die Daten wirklich benötigen. Reduzieren Sie so viel wie möglich. Auf den Einzelfall gesehen ist es nur eine geringe Einsparung, bei 100 oder 1.000 Messstellen summiert es sich aber auf.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Qualität steigern - Kosten senken - QM-Bewusstsein schärfen

Mit einfachen Werkzeugen und Methoden zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Leicht verständlich und sofort umsetzbar.

Die neuesten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Betriebsabläufe optimieren, Störungen reduzieren, vorausschauend planen

Die neuesten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse