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Kosten senken: So führen Sie synchrone Produktionssysteme (SPS) in einen Pilotprozess ein

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synchrone Produktionssysteme

Von Günter Stein,

Das synchrone Produktionssystem (SPS) wurde von dem Japaner Hitoshi Takeda entwickelt. Lesen Sie, wie Sie SPS in Ihrem Betrieb initiieren können.

1. Schlagen Sie ein Konzept zur Einführung von synchroner Produktion vor

Natürlich entscheidet die Geschäftsführung Ihres Betriebs über die Einführung eines neuen Produktionssystems. Dennoch können Sie auch als Betriebsleiter initiativ werden, etwa indem Sie den Anstoß für eine Umstellung auf SPS geben. Erarbeiten Sie ein (vorläufiges) Konzept zur SPS-Umsetzung und schlagen Sie dieses der Geschäftsleitung vor. Beginnen Sie dabei mit einem konkreten Vorschlag für Ihren Bereich.

Praxis-Tipp: Da sich die Produktionsprozesse von Betrieb zu Betrieb unterscheiden, müssen Sie sie an Gegebenheiten vor Ort anpassen. Wie einige Beispiele zeigen, haben Unternehmen SPS zu einem eigenen System weiterentwickelt und dem System eigene Bezeichnungen gegeben (Trumpf: SYNCHRO; Renz: RSO, Fischer: fPS).

2. Binden Sie Ihre Mitarbeiter zur Einführung von synchroner Produktion ein

Sorgen Sie dafür, dass alle betroffenen Mitarbeiter von Anfang an aktiv einbezogen werden. Veranstalten Sie Workshops zum Thema. Sie können nicht unbedingt damit rechnen, nur auf Begeisterung zu stoßen. Verweisen Sie auf die guten Erfahrungen anderer Unternehmen mit SPS. Erfahrungen zeigen, dass die Mitarbeiter in der Produktion eher bereit sind, SPS mitzutragen und aktiv mitwirken. Mehr Skepsis und Widerstand kommen erfahrungsgemäß von der Ebene der Meister und Abteilungsleiter. Wichtig ist vor allem, dass schnell überzeugende Ergebnisse sichtbar werden.

3. Bilden Sie zur Einführung von synchroner Produktion ein SPS-Team

Damit die Sache in Schwung kommt, sollten Sie ein Team bilden und ein offizielles SPS-Projekt starten. Hitoshi Takeda, der Initiator von SPS, empfiehlt, das Team nicht nur aus Mitarbeitern des Modellbereichs, sondern auch aus anderen Bereichen des Unternehmens, speziell aus der Qualitätssicherung, dem Betriebsmittelbau und der Logistik, zusammenzustellen. Neben technischen Kenntnissen sollten die Teammitglieder auch über Kompetenzen in Themen wie Projektmanagement, Präsentation und Moderation verfügen. Idealerweise werden Mitarbeiter vom Tagesgeschäft freigestellt, damit sie sich ganz auf ihre SPS-Aufgaben konzentrieren können.

Beispiel: Die Firma Renz hat die Projektorganisation für die SPS-Umsetzung (Renz-Synchrone-Organisation = RSO) folgendermaßen realisiert: Ein 11-köpfiges RSO-Team unter der Leitung des Technischen Direktors koordiniert gemeinsam alle Aktivitäten. Somit ist im Hause Renz ein Geschäftsleitungsmitglied unmittelbar mit der Problematik RSO betraut. Die Mitglieder des RSO-Teams sind zum größten Teil die Abteilungsleiter des Werkes. Entgegen Takedas Empfehlung sind sie aber nicht freigestellt. Um einen reibungslosen Fertigungsablauf zu gewährleisten, sind diese Teammitglieder in ihren Abteilungen auf Dauer unabkömmlich. Lediglich ein Meister und 2 Facharbeiter mit bester Qualifikation koordinieren die Arbeit der einzelnen Teams und sind deshalb von der Produktionsarbeit komplett freigestellt. So können sie sich ganz der RSO-Umsetzungsproblematik widmen.

4. Starten Sie zur Einführung von synchroner Produktion mit einem Modellprozess

Die gesamte Produktion von heute auf morgen auf SPS umzustellen wird nicht funktionieren. Wenn Sie aber mit einem Modellbereich beginnen, könnte das beispielsweise ein Bereich mit 20 bis 50 Mitarbeitern sein. Dieser Modellbereich bildet dann die Keimzelle für die weitere Umsetzung von SPS in anderen Bereichen. Es ist dann die Aufgabe Ihres SPS-Teams, die Ergebnisse des Modellbereichs auf andere Bereiche und schließlich auf das ganze Werk zu übertragen.

7 Tipps zur Einführung von synchroner Produktion (SPS)

  1. Informieren Sie sich über SPS. Machen Sie zusätzlich eine Webrecherche. Lesen Sie Bücher zu SPS. Wenn möglich, besuchen Sie eine Firma, die SPS eingeführt hat.
  2. Besuchen Sie themenspezifische Seminare. Hilfreich ist es auch, in der Anfangsphase einen SPS-Spezialisten in Anspruch zu nehmen.
  3. Thematisieren Sie SPS bei einem der nächsten Management-Meetings.
  4. Machen Sie eine erste Bestandsaufnahme Ihrer jetzigen Produktion. Wo sind die entscheidenden Schwachstellen?
  5. Analysieren Sie die Vorteile von SPS für Ihren Betrieb oder Bereich. Könnte eine synchrone Produktion Vorteile haben und umsetzbar sein?
  6. Beginnen Sie mit der Reduzierung von Verschwendung. Ein „Pareto-Tisch“ kann dazu der erste Schritt sein.
  7. Wählen Sie einen Modellprozess aus, erarbeiten Sie ein Grobkonzept und bitten Sie die Geschäftsleitung um Zustimmung. Sollten Sie sich für die Einführung von SPS entscheiden, muss das Management uneingeschränkt hinter dem Veränderungsprozess stehen.

 

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