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Bedienungsfehler vermeiden: Setzen Sie auf eine sichere Mensch-Maschine-Schnittstelle

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Bedienungsfehler vermeiden

Von Günter Stein,

Je komplexer der Funktionsumfang eines Systems wird, desto anfälliger ist es natürlich für eine Fehlbedienung. Auf der anderen Seite ermöglichen moderne Systeme durch variable Bedieneroberflächen die Anpassung an unterschiedliche Benutzerprofile.

 

Je komplexer der Funktionsumfang eines Systems wird, desto anfälliger ist es natürlich für eine Fehlbedienung. Auf der anderen Seite ermöglichen moderne

Systeme durch variable Bedieneroberflächen die Anpassung an unterschiedliche Benutzerprofile. Das System, das eine solche Benutzerschnittstelle zur Verfügung stellt, wird als „Human Interface Device“ (HID) bezeichnet. Es bildet die reale technische Schnittstelle für die Bedienung.

Logische Bedienungsfehler

Hierbei handelt es sich um reine Denkfehler des Bedieners. Die Maschine führt genau das aus, was der Bediener erwartet hat, aber das Ergebnis ist fehlerhaft.

Beispiel: Der Mitarbeiter an der Drehmaschine hat eine optimale Drehzahl von 800 1/min errechnet und gibt diesen Wert ein. Richtig wären aber 1.200 1/min gewesen.

 

Gegenmaßnahmen: Durch das HID lässt sich ein logischer Fehler kaum vermeiden. Wenn es erforderlich ist, dass ein Wert manuell ermittelt und eingegeben werden muss, sind logische Fehler unvermeidbar. Achten Sie aber darauf, dass ein System möglichst über eine Plausibilitätskontrolle verfügt. Wird z. B. ein Drehteil mit einem sehr großen Radius eingespannt, errechnet das System eine bestimmte Grenzdrehzahl. Gibt der Bediener einen höheren Wert ein, kommt es zu einer Warnmeldung.

Bediennungsfehler durch Verständnisfehler

Führt der Bediener wissentlich eine Funktion aus, die zu einem ganz anderen Ziel führt als angenommen, liegt ein falsches Verständnis zugrunde. Diese Fehler gehören vom Prinzip zu den logischen Fehlern, lassen sich aber wirksamer verhindern.

Im Gegensatz zu logischen Fehlern beziehen sich Verständnisfehler ausschließlich auf die Bedieneroberfläche und nicht auf den Sachverhalt. Die Maschine führt nicht das aus, was der Bediener erwartet.

Beispiel: Der Bediener einer Fräsanlage betätigt die manuelle Forward-Funktion der Achsen-Steuerung, weil er annimmt, das Werkzeug würde damit vorwärts bewegt. Die Angabe bezieht sich aber auf das Werkstück. Es wird also genau das Gegenteil bewirkt.

Gegenmaßnahmen: Verständnisfehler lassen sich wirksam durch intensive Schulungen und Einweisungen vermeiden. Auch die Gestaltung der Oberfläche („Usability“) hat einen großen Einfluss auf die Häufigkeit von Verständnisfehlern. Achten Sie z. B. darauf, dass bei kritischen Eingaben Rückfragen im Klartext gestellt werden.

Manueller Bedienungsfehler

Bei dieser Fehlerart wird die falsche Funktion ohne Absicht ausgeführt. Der Bediener bemerkt seinen Fehler oft überhaupt nicht.

Beispiel: Der Mitarbeiter lehnt sich etwas vor und stützt sich auf dem Bedien-Tableau ab. Dadurch verstellt er den Einstellknopf für die Heiztemperatur eines Brennofens.

Gegenmaßnahmen: Diese klassischen Bedienungsfehler lassen sich am besten durch eine ergonomische Gestaltung der Benutzeroberfläche vermeiden. Auch Stress, schlechte Sichtverhältnisse oder eingeschränkter Handlungsspielraum dürfen nicht dazu führen, dass ein Bedienelement versehentlich betätigt wird. Eine wirkungsvolle Gegenmaßnahme ist auch die Quittierung. Eine Einstellung wird erst ausgeführt, nachdem der Bediener eine zusätzliche Abfrage positiv beantwortet hat. Verstreicht eine gewisse Zeit ohne Reaktion des Bedieners, wird die Anforderung automatisch gelöscht.

Bei mechanischen Bedienungssystemen können Sie manuelle Fehler durch geeignete Vorrichtungen vermeiden. Wichtige Elemente wie Reset-Taster können z. B. nur mit einem sehr dünnen Stift bedient werden. Drehregler werden versenkt angebracht oder verriegelt. Nicht benötigte Schalter werden mit einer Sperre abgedeckt. Bei einer Software-Oberfläche bieten sich noch weitere Funktionen, so können Bedienelemente erst bei Bedarf aktiviert werden.

So vermeiden Sie Bedienungsfehler bei Neuanschaffungen

Überprüfen Sie bei der Neuanschaffung von Systemen und Maschinen die folgenden Aspekte hinsichtlich der Bedieneroberfläche. Idealerweise sollten alle Punkte erfüllt sein.

  • Handelt es sich um eine grafische Oberfläche?
  • Können unterschiedliche Benutzerprofile aktiviert werden?
  • Lässt sich die Bedienersprache ändern?
  • Ist die Anzeige blendfrei?
  • Lassen sich die Helligkeit und der Kontrast regeln?
  • Lassen sich wichtige mechanische Elemente verriegeln?
  • Entspricht die Bedienung der logischen Abfolge des Prozesses?
  • Lassen sich die Bedienelemente aus verschiedenen Positionen betätigen und einsehen?
  • Werden bei wichtigen Funktionen Rückfragen gestellt oder lässt sich eine „Scharfschaltung“ realisieren?

 

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