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Die Ausfallzeiten von Maschinen und Anlagen gehören zu den wichtigsten Kenngrößen Ihrer Instandhaltung. Besonders aussagekräftig sind nicht nur die...

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Die Zeichen erkannt: So kündigen sich Störungen an - Darauf sollten Sie und Ihre Mitarbeiter achten

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Maschine
Urheber: Kzenon | Fotolia

Von Werner Böckler,

Störungen und Ausfälle haben fast immer eine mehr oder weniger lange Vorgeschichte. So wie ein Arzt oft unscheinbare Anzeichen als Vorboten einer drohenden Krankheit deuten kann, sollten auch Sie und Ihre Mitarbeiter ein feines Gespür für die „Krankheitssignale“ Ihrer Maschinen entwickeln.

Wie oft haben Sie nach dem Ausfall einer Maschine schon den folgenden Satz gehört: „Die lief schon die ganze letzte Zeit nicht richtig“? Wahrscheinlich haben Sie dann dem betreffenden Mitarbeiter die Frage gestellt: „Und warum haben Sie sich dann nicht gemeldet?“ Doch meist bleibt es bei dieser recht unergiebigen Konversation. Ändern Sie das, denn Ihre Mitarbeiter vor Ort und die Kollegen direkt an den Maschinen und Anlagen sind das beste (und günstigste) Früherkennungssystem. Doch das müssen Sie erst einmal aufbauen:

1. Schritt: Ermutigen Sie dazu, Beobachtungen zu melden

Bei meinen Besuchen in Betrieben habe ich immer wieder festgestellt, dass frühzeitige Meldungen oft nicht ernst genommen oder sogar als Störung empfunden wurden. Wenn ein Kollege Sie anruft und Sie sein Anliegen mit den Worten „Ich glaube, manchmal hören Sie die Flöhe husten“ abtun, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn keine Meldungen mehr gemacht werden. Ermutigen Sie sowohl Ihre Mitarbeiter als auch die Maschinenbediener, jedwedes außergewöhnliche Verhalten zu melden. Machen Sie auch deutlich, dass es dabei nicht auf eine exakte Formulierung ankommt. Häufig scheuen sich Mitarbeiter, etwas zu melden, was sie nicht richtig beschreiben können. Auch hier ist wieder sehr viel Taktgefühl gefragt.

Beispiel: Ein Maschinenbediener meldet sich bei Ihnen und beschreibt seine Beobachtung mit: „Irgendwie läuft die komisch.“ Das ist sicherlich keine Fehlerbeschreibung, die Ihnen im ersten Moment weiterhilft, doch Sie sollten auf keinen Fall ungehalten reagieren. Fragen Sie sachlich nach:

  • „Hören Sie außergewöhnliche Geräusche?“

  • „Können Sie Schwingungen oder Vibrationen wahrnehmen?“

2. Schritt: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter und die Kollegen vor Ort

Intensive und regelmäßige Schulungen helfen den betroffenen Mitarbeitern in zweierlei Hinsicht:

  • Sie können ihre Beobachtungen wesentlich besser einordnen.
  • Sie sind in der Lage, die beobachteten Phänomene gezielter zu formulieren.

Doch derartige Weiterbildungen haben oft auch eine Kehrseite: Die Mitarbeiter überschätzen sich häufig und melden keine Beobachtungen, sondern komplette Diagnosen. Im Extremfall wird sogar versucht, den Schaden selbst zu beheben. Machen Sie deshalb eindeutig klar, dass es nur um das Einschätzen und die Dokumentation der Beobachtungen geht.

In den Schulungen geht es deshalb weniger um die technischen Details einer Maschine oder Anlage, sondern vielmehr um die Bewertung bestimmter Phänomene. Was können wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, und wie formulieren wir derartige Ereignisse?

Praxis-Tipp: Gestalten Sie mit Ihren Auszubildenden doch einmal einen „Erlebnispark Industrieunternehmen“. Was kann jeder Teilnehmer vor Ort an einer Maschine wahrnehmen? Wonach riecht es? Welche Geräusche macht die Maschine beim Anlaufen oder Bremsen? Versuchen Sie, zusammen zu ergründen, woher diese unterschiedlichen Phänomene kommen. Besonders lehrreich wird ein solches Unterfangen, wenn ein sehr erfahrener Kollege teilnimmt.

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3. Schritt: Führen Sie geeignete Dokumentationsmedien ein

Ihr Mitarbeiter muss motiviert sein, eine Beobachtung zu melden. Das bedeutet:

  • Sie müssen diese Aktion anerkennen, und
  • sie darf dem Mitarbeiter keinen großen Aufwand abverlangen.

Ein Anruf in Ihrem Büro ist keine ideale Lösung, denn wenn Sie gerade beschäftigt sind, reagieren Sie vielleicht nicht positiv. Außerdem nehmen Sie dann in der Regel nicht alle Informationen auf. Hier hilft ein spezielles Meldesystem. Über ein Terminal vor Ort können die Mitarbeiter kurz ihre Beobachtungen schildern. Eine Kamera, die die Bilder automatisch integriert, sollte ebenfalls vorhanden sein. Die Aufnahme sollte in Form eines Fragebogens geschehen, damit Ihr Mitarbeiter nur wenig Text selbst eingeben muss.

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