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Drehmoment-Werkzeuge: So sitzen Schrauben richtig fest

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Drehmoment-Werkzeuge

Von Günter Stein,

Auch wenn nicht fest sitzende Schraubverbindungen eine häufige Fehlerquelle darstellen, können auch zu fest angezogene Schrauben und Muttern zu Problemen führen. Aus Ihrem beruflichen Alltag kennen Sie das mit Sicherheit.

 

Auch wenn nicht fest sitzende Schraubverbindungen eine häufige Fehlerquelle darstellen, können auch zu fest angezogene Schrauben und Muttern zu Problemen führen. Aus Ihrem beruflichen Alltag kennen Sie das mit Sicherheit: Eine Verbindung lässt sich nicht mehr oder nur noch schwer lösen. Reißt dann der Schraubenkopf ab, hilft nur noch ein Ausbohren und/oder der Einsatz eines Ausdrehers.

Drehmoment-Werkzeuge gibt es für jede Anwendung

Um solche Probleme zu vermeiden, gibt es Werkzeuge mit einer Drehmoment-Messeinrichtung. Als Schraubendreher, Steckschlüssel oder Knarre in allen möglichen Antriebsgrößen sind die passenden Produkte erhältlich.

 

Viele Monteure arbeiten bei Schraubverbindungen nach dem Prinzip: „Jeder fester, desto besser!“ Das ist allerdings nicht richtig. Zum einen führen zu fest angezogene Schraubverbindungen beim späteren Lösen oft zu erheblichen Problemen, weil sich die Verbindung auf Grund der hohen Anpresskräfte festfrisst. Auf der anderen Seite längt sich die Schraubachse, dadurch verliert die Schraube an Elastizität, und die Anpresskräfte sinken. Im Extremfall reißt sie. Das Optimum ist für jede Verbindung individuell unterschiedlich.

Für Standardverschraubungen gibt es Tabellen aus den Lehrbüchern, in denen die Anzugsmomente nach Geometrie und Material der Schrauben aufgelistet sind. Bei Spezialverschraubungen an Maschinen werden die Drehmomente vom Hersteller der Anlage in den Montage- und Serviceunterlagen genannt.

Drehmoment-Werkzeuge bei Gefahr durch elektrischen Verbindungen

Aber das Wissen über die richtigen Drehmomente reicht noch lange nicht aus – sie müssen auch beachtet werden, und genau das geschieht leider nicht immer. Besonders bei Schraubverbindungen, die scheinbar nicht allzu viel halten müssen, wird häufig ausschließlich nach Gefühl gearbeitet. Aus diesem Grund sind lose Schraubverbindungen bei elektrischen Anlagen eine der häufigsten Ursachen für Ausfälle, Störungen und Brände.

Die Grundvoraussetzung für ordnungsgemäße Schraubverbindungen mit passenden Drehmomenten sind Werkzeuge mit einer Messvorrichtung. Für geringe Drehmomente wie Verschraubungen bei Leitungsschutzschaltern gibt es Drehmoment-Schraubendreher. Hier kommen herkömmliche Werkzeug-Bits zum Einsatz, mit denen der Schraubendreher an alle gebräuchlichen Schraubengrößen und -ausführungen angepasst werden kann. Für größere Drehmomente gibt es Systeme mit 3/8-, 1/2- und 3/4-Zoll-Antrieb oder größer für Steck-, Ring- oder Maulschlüsseleinsätze. Die Hauptgründe, warum das richtige Drehmoment nicht eingehalten wird, sind aber:

  • Der Monteur weiß gar nicht, wie wichtig das richtige Drehmoment ist, und
  • im entscheidenden Moment ist das passende Werkzeug nicht zur Hand.

Schulen Sie also Ihre Mitarbeiter und demonstrieren Sie die Auswirkungen von zu hohem und zu niedrigem Drehmoment. Sorgen Sie außerdem dafür, dass genügend Drehmomentwerkzeuge vorhanden sind und dass an neuralgischen Stellen die Werkzeuge vor Ort zur Verfügung stehen.

Praxis-Tipp: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter in jedem Reparaturbericht vermerken, bei welcher Schraubverbindung welches Drehmoment zum Einsatz kam. Das schützt zwar nicht vor Mutwilligkeit, erinnert einen vergesslichen Mitarbeiter aber doch daran, die Anzugsmomente einzuhalten. Außerdem können evtl. fehlerhafte Drehmomente im Nachhinein korrigiert werden.

Das richtige Drehmoment-Werkzeug: Beachten Sie die Festigkeitsklassen

In den Tabellen für Drehmomente bei Standardverschraubungen finden Sie die Unterteilung nach Festigkeitsklassen. Bei einer Anlage oder einer Maschine werden aber häufig nur die jeweiligen Drehmomente angegeben, weil der Hersteller voraussetzt, dass Originalersatzteile zum Einsatz kommen. Gerade das ist aber nicht immer der Fall.

Beispiel: Ihr Monteur verschraubt einen Getriebekasten und stellt fest, dass eine Schraube fehlt. Er geht ins Lager und besorgt sich einen Ersatz in der gleichen Größe. Die neue Schraube hat die Festigkeitsklasse 8.8, ursprünglich war aber eine Schraube der Klasse 12.9 verbaut. Die Schraubengröße ist M10 x 1,25. Der Hersteller hat als optimales Drehmoment 90 Nm angegeben. Diese Angabe bezieht sich auf die Schrauben vom Typ 12.9, die schwächere 8.8-Version verträgt aber nur 50 Nm. Die Schraube würde überlastet. Würde der Monteur aber das Drehmoment einsetzen, dass für diese Schraube passt, wäre die Verbindung nicht fest genug.

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