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Einkauf von Ersatzteilen: Lohnt sich der Kauf in Niedriglohnländern?

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Einkauf von Ersatzteilen

Von Günter Stein,

Gerade in Krisenzeiten aber ist es wichtig, Kosten einzusparen, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Das aber ist für viele Betriebe nur dann möglich, wenn sie den Einkauf von Ersatzteilen internationalisieren.

 

Arbeit in Deutschland ist teuer. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln zahlt die deutsche Industrie im internationalen Vergleich die fünfthöchsten Lohnstückkosten. Im Mittel kommt das Ausland 7 % billiger davon. Gerade in Krisenzeiten aber ist es wichtig, Kosten einzusparen, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Das aber ist für viele Betriebe nur dann möglich, wenn sie den Einkauf von Ersatzteilen internationalisieren. Global Sourcing ist dafür der am häufigsten verwendete Begriff (im Gegensatz zum Insourcing, also dem Bezug von Material im Stammland).

Diese Produkte eignen sich für Einkauf von Ersatzteilen im Ausland

Nicht alle Produkte eignen sich für die Beschaffung auf Auslandsmärkten. Wenn Sie einen Teil Ihres Einkaufs auf Auslandszulieferer verlegen möchten, sollten Sie genau überlegen, welche Produkte sich dafür eignen. Das sind auf jeden Fall Güter, die standardisierbar und in großen Mengen produzierbar sind und eine niedrige Komplexität besitzen. Allerdings sollten Sie auch andere Gesichtspunkte berücksichtigen, wie z. B. das technische Know-how des Auslandszulieferers.

 

Beispiel Halbleiterindustrie: Auf den asiatischen Märkten können Sie sowohl standardisierte Elektronikteile als auch technische Innovationen einkaufen.

Welches Motiv für Ihren Betrieb ausschlaggebend ist und ob die Kosten sich rechnen, müssen Sie individuell ermitteln.

So wählen Sie einen geeigneten Auslandslieferanten aus:

1. Schritt zum Einkauf von Ersatzteilen im Ausland: Legen Sie Auswahlkriterien fest

Zunächst grenzen Sie die Anzahl potenzieller Auslandsmärkte und -zulieferer anhand bestimmter Kriterien ein. Auswahlkriterien können z. B. sein:

  • die Betriebsgröße,
  • die hohe Qualität, die Sie bisher bei Ihren Rohstoffen hatten,
  • Ausfuhrbeschränkungen und
  • politische Stabilität des Ziellandes.

Hilfreich bei der Bewertung des Risikos eines Landes ist der so genannte „Business Environment Risk Index“ (BERI). Dieser wird vom BERI-Institut mit Hauptsitz in den USA ermittelt (siehe auch www.beri.com). Er setzt sich zusammen aus 3 Subindizes:

  • dem Operation Risk Index, der das Geschäftsklima eines Landes anhand von 15 vorgegebenen Indikatoren beschreibt,
  • dem Political Risk Index, der die politische Stabilität eines Landes anhand bestimmter Kriterien beschreibt, und
  • dem Remittance and Repatriaton-Factor (Rückzahlungsfaktor), der die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsfähigkeit eines Landes ermittelt.

2. Schritt zum Einkauf von Ersatzteilen im Ausland: Bewerten Sie die ausgewählten Länder

Im Gegensatz zum ersten Schritt ziehen Sie dafür sämtliche Kriterien heran, die detailliert einen Aufschluss über die politische und volkswirtschaftliche Lage des Ziellandes geben. Das setzt eine intensive und umfangreiche Recherche voraus, für die Sie sich unbedingt Zeit nehmen sollten.

Praxis-Tipp: Haben Sie keine Zeit, dann überlegen Sie, ob Sie eine auf Auslandsmärkte spezialisierte Agentur mit der Recherche beauftragen.

Sprechen Sie während Ihrer Recherche mit anderen Unternehmen, die bereits bei den Auslandzulieferern oder auf den von Ihnen ausgewählten Auslandsmärkten tätig sind. Kontaktieren Sie Verbände und Handelskammern.

Beispiel: Als ein mögliches Zielland haben Sie Brasilien ausgewählt. Dann sollte einer Ihrer wichtigsten Ansprechpartner die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer sein.

3. Schritt zum Einkauf von Ersatzteilen im Ausland: Untersuchen Sie potenzielle Lieferanten

Grundsätzlich unterscheiden sich das Auswahlverfahren und die Auswahlkriterien nicht von denen für inländische Betriebe. Kriterien können sein:

  • Qualität
  • Lieferbedingungen
  • Preis
  • Logistikkonzepte

Praxis-Tipp: Haben Sie sich für ein oder mehrere Zielländer entschieden und den Kontakt zum Zulieferer aufgebaut, besteht häufig zunächst ein großer Abstimmungsbedarf, der kaum vom Stammsitz des Betriebes in Deutschland gedeckt werden kann. Aus diesem Grund, aber auch, um die bereits aufgebauten Kontakte zu intensivieren, kommen Sie um die Entsendung eines oder mehrerer Mitarbeiter in das Zielland kaum herum. Diese Kosten dürfen Sie bei der Planung nicht unterschätzen. Wenn Sie aus bestimmten Gründen kein eigenes Büro im Zielland unterhalten können oder wollen, sollten Sie aber über die Möglichkeit nachdenken, mit anderen Unternehmen zusammen ein gemeinsames Büro zu etablieren.

 

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