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Immer häufiger tauchen gefälschte Ersatzteile auf – auch in Ihrem Betrieb?

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Ersatzteile, Fälschung

Von Günter Stein,

Als Instandhaltungsleiter tragen Sie die Verantwortung für die Sicherheit von Menschen und Maschinen. Wie Sie Ihren Betrieb vor den enormen Risiken durch gefälschte Ersatzteile schützen, lesen Sie hier.

 

Gefälschte Ersatzteile stellen ein großes Risiko dar:

  • Die Spezifikationen werden oft nicht eingehalten.
  • Es kann zu Schwierigkeiten bei der Gewährleistung von Folgeschäden kommen.
  • Ihre Wartungspläne geraten durcheinander.
  • In der Produktion kann es zu gravierenden Qualitätsverlusten kommen.

Aber das sind nur die direkten Folgen der Produktpiraterie. Die Auswirkungen auf die gesamte Marktwirtschaft sind noch viel verheerender.

Nach Angabe der Internationalen Handelskammer beträgt der Anteil an gefälschten Markenprodukten mittlerweile 10 % des Welthandelsvolumens. Allein in Deutschland gehen dadurch 70.000 Arbeitsplätze verloren.

 

Die Ursachen dieser steigenden Gefahr

Ein Hauptgrund für diese Bedrohung ist natürlich die Globalisierung. An den Grenzen fallen die Kontrollen immer sporadischer aus. Das grenzüberschreitende Handelsvolumen soll (und darf laut Gesetzgebung) nicht behindert werden. Die freien und unkontrollierten Handelsräume werden immer größer. Aber es gibt noch weitere Faktoren, die es den Produktpiraten immer leichter machen:

1. Steigende Produktionsqualität in den Schwellenländern

So widersprüchlich es auf den ersten Blick erscheint, aber gerade dieser Faktor ist maßgeblich für den Anstieg der Produktpiraterie verantwortlich: Konnten Sie früher eine Fälschung noch auf den ersten Blick erkennen, ist dies heute nur noch für Experten möglich.

2. Einsatz neuer Technologien

Mit einem 3-D-Scanner können Sie heute jede beliebige Produktgeometrie digitalisieren. Für die Fertigung werden diese Daten dann an eine CNC-Fertigungsstation weitergegeben. Der komplette Zwischenschritt der Konstruktion und Entwicklung entfällt. Das hört sich zunächst nach einem Vorteil für Sie als Kunden an. Warum sollten Sie diese teuren Schritte bezahlen, wenn es nicht nötig ist? Tatsache ist allerdings, dass die Qualität eines Produktes nicht nur von seiner Geometrie abhängt, sondern maßgeblich von der Materialgüte bestimmt wird. Und gerade da kann und will der Produktpirat sparen.

3. Sinkende Qualität beim Originalhersteller

Auf der anderen Seite müssen aber auch viele Markenhersteller sparen und dies tun sie häufig bei den sekundären Faktoren, z. B. den Verpackungen. Wurden Ersatzteile früher oft in hochwertigen Kartons geliefert, die dazu noch aufwändig bedruckt waren, fallen solche „Luxusmerkmale“ häufig dem Sparzwang zum Opfer. Für Sie als Kunden ist das kein großer Verlust, aber den Fälschern erleichtert das ihre Arbeit. Auch hochwertige Verfahren zur Oberflächenbehandlung, z. B. bei Werkzeugen, fallen oft dem Rotstift zum Opfer. Gerade solche Faktoren waren aber früher eindeutige Erkennungsmerkmale von hochwertiger Markenware.

4. Häufige Produktveränderungen

Wenn Sie ein Ersatzteil oder ein Werkzeug seit Jahren immer in derselben Verpackung erhalten, es die gleiche Haptik und Optik aufweist, ja sogar der Geruch identisch ist, werden Sie eine Änderung sofort bemerken. Diese Kontinuität ist verloren gegangen, weil sie oft als zu konservativ und wenig flexibel angesehen wird.

Welche Bereiche der Instandhaltung sind betroffen?

In der Instandhaltung bieten sich den Produktpiraten gleich mehrere Gebiete, die besonders lohnend sind:

Hochpreisige Ersatzteile: Mittlerweile schrecken die Fälscher selbst vor Flugzeugersatzteilen nicht mehr zurück. Gerade die sehr teuren Bauteile bieten die höchsten Chancen auf den schnellen Gewinn. Hier lohnen sich dann auch eventuell höhere Investitionen (CNC-Fertigungsstationen), die im Vorfeld anfallen.

Massenware: Die Gewinnspannen sind bei den günstigen Massenartikeln (Keilriemen, Schrauben, Filter, Dichtungen usw.) nicht so hoch. Hier haben die Fälscher allerdings den Vorteil, dass aufgrund des größeren Angebotes eine Entdeckung schwierig ist.

Werkzeuge: Neben den Ersatzteilen sind auch Werkzeuge bei Fälschern beliebt. Hier ist die gesamte Produktpalette betroffen: vom einfachen Schraubendreher oder Schraubenschlüssel bis hin zu Drehmomentschlüsseln und Messuhren.

Hilfsstoffe: In zunehmendem Maße werden auch hochwertige Schmierstoffe, Kühlmittel und Schneidöle gefälscht.

Nur die eindeutige Identifizierung hilft

Abhilfe können hier nur die eindeutige Identifizierung der Ersatzteile und eine mögliche Nachverfolgung bis zum Herkunftsbetrieb schaffen. Hier könnte sich einmal mehr die RFID (Radio Frequency Identification) als Schlüsseltechnologie bewähren.

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