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Die Ausfallzeiten von Maschinen und Anlagen gehören zu den wichtigsten Kenngrößen Ihrer Instandhaltung. Besonders aussagekräftig sind nicht nur die...

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Instandhaltung: Drei wirksame Schritte gegen Verschleiß und Stillstände durch Verunreinigungen

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Instandhaltung Verschleiß

Von Günter Stein,

Im Betrieb sind Maschinen, Anlagen und Werkzeuge den unterschiedlichsten Umwelteinflüssen ausgesetzt. Insbesondere Verschmutzungen und das Eindringen von Feuchtigkeit können dabei zu Ausfällen oder erhöhtem Verschleiß führen.

 

Für elektrische Betriebsmittel gibt es die sogenannten Schutzklassen, aus denen Sie ersehen können, ob und in welchem Maß ein Gerät gegen das Eindringen von Staub oder Feuchtigkeit geschützt ist. Diese Angaben treffen aber nur für das Gerät selbst eine Aussage. In Industriebetrieben werden einzelne Geräte allerdings zu Anlagen zusammengefasst. Gerade an den dazu erforderlichen Übergängen, Verbindungen und Schnittstellen besteht eine erhöhte Gefahr für Verschmutzungen.

 

1. Schritt: Identifizieren Sie potenzielle Gefahrenbereiche

Es gibt 2 effiziente Wege, um gefährdete Anlagen zu ermitteln:

  1. Sie identifizieren die Zonen, an denen Sie mit einem erhöhten Aufkommen an Staub, Schmutz, Gasen oder Feuchtigkeit rechnen müssen. Dann schauen Sie, ob sich in diesen Bereichen Anlagen befinden, die davon betroffen sind. Dieses Vorgehen ist hilfreich, weil Sie auch in Zukunft sofort wissen, wo Sie z. B. bei einer Neuinstallation mit Problemen rechnen müssen.
  2. Sie bestimmen zuerst die gefährdeten Anlagen und untersuchen diese auf mögliche Gefährdungen. Dieser Weg ist zunächst effizienter und schneller zu realisieren.

Die Ursache für eine Verschmutzung ist immer ein passiver oder aktiver Transport. Beispiele:

  • Staub schwebt durch Luftbewegungen zum Ort der Verschmutzung.
  • Späne fallen auf die Prismaschiene einer Drehmaschine und werden dort weitergeschoben.
  • Feuchtigkeit kriecht durch engste Spaltöffnungen in scheinbar geschützte Bereiche.
  • Hoher Druck presst Staub durch kleinste Öffnungen in Schaltkästen.

2. Schritt: Bestimmen Sie die Art der möglichen Verschmutzung

Um eine geeignete Gegenmaßnahme zu ergreifen, ist es sinnvoll, die Art der Verschmutzung genau zu bestimmen. Dazu ermitteln Sie die folgenden Kriterien:

  • Material
  • Gewicht
  • Konsistenz
  • Größe

Beispiel:

Beim Bohren entstehen unter anderem Metallspäne – die Klassifizierung wäre dann:

  • Material: Metall
  • Gewicht: hoch
  • Anhaftung: mittel
  • Konsistenz: fest
  • Größe bzw. Menge: groß

Die Angaben beziehen sich bei Feststoffen immer auf ein einzelnes Teilchen.

3. Schritt: Finden Sie die bestmögliche Lösung

Lässt sich das gefährdete System, wie z. B. eine elektronische Schaltgruppe, hermetisch abdichten, haben Sie die Gefahr im Griff. Leider ist das bei komplexen Anlagen meist nicht möglich. Häufig weisen diese Systeme diverse Öffnungen auf, an denen Werkstoffe und Material eingeführt werden müssen. Hier helfen die folgenden Verfahren:

Lippen-Abstreifer: Sie bestehen meist aus Gummilippen, an denen der Schmutz von beweglichen Teilen hängen bleibt. Sie eignen sich ideal für flüssige Stoffe und Materialien mit geringer Anhaftung.

Bürsten-Abstreifer: Um Späne und Verunreinigungen mit hoher Anhaftung zurückzuhalten, kommen Abstreifer zum Einsatz, die aus Bürstenhaaren oder textilem Gewebe bestehen.

Fangmagnete: Besteht die Verunreinigung aus magnetischen Metallen, können Sie mit Fangmagneten Späne und Metallstaub binden.

Teleskopbleche: Um größere Öffnungen gegen Staubdurchzug zu sichern, bieten sich Vorhänge aus Teleskopblechen an. Sie verschließen die Öffnung automatisch, flexibel und ohne Hilfsenergie.

Gummibälge: Ein flexibler Gummibalg schützt innen liegende bewegliche Teile – eine sehr wirkungsvolle und günstige Methode bei eingeschränkten Bewegungsabläufen wie Gelenken und Linearantrieben.

Ausblasen/Absaugen: Dieses Verfahren kommt meist bereits dort zum Einsatz, wo die Verschmutzungsstoffe entstehen. Sie gelangen so erst gar nicht zum Ort der Gefährdung, die Verschmutzung wird also präventiv verhindert. Eine spezielle Variante dieses Verfahrens ist die Erhöhung des Innendrucks eines Systems. Dadurch entsteht an allen Öffnungen eine mehr oder weniger starke Luftbewegung vom System weg. Ein Eindringen von Staub wird so effektiv verhindert.

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