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Atemschutz

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Urheber: pressmaster | Fotolia

Von Günter Stein,

Atemschutz fängt in seiner einfachsten Art mit Formteilen aus Filtervlies an, die Mund und Nase überdecken und mit Gummibändern in ihrer Position gehalten werden (so genannte Staubmasken). Eine frische Packung solcher Staubmasken darf in keinem Labor fehlen, in dem partikelförmige Schadstoffe in die Luft entweichen können.

Atemluft kann dem Mund oder/und der Nase auf verschiedenen Wegen (Atemanschluss) zugeführt werden, nämlich über:

  • Mundstückgarniture,
  • Viertelmasken, die ausschließlich den Mund und die Nase umschließen,
  • Halbmasken, die zusätzlich das Kinn einschließen,
  • Vollgesichtsmasken, die das ganze Gesicht abdecken,
  • Atemschutzhauben,
  • Atemschutzhelme sowie
  • vollgeschlossene (Kunststoff-)Anzüge.

Staubmasken gehören zu der am meisten verbreiteten Gruppe der Atemschutzgeräte, den so genannten Filtergeräten, die Schadstoffe durch Ad- oder Absorption zurückhalten, wenn Umgebungsluft den Filter in Richtung Mund oder Nase durchströmt. Diese Filtergeräte lassen in der Regel einen geringen Anteil der Schadstoffe in der Atemluft passieren.

Die Konzentrationen dieser Schadstoffe müssen stets unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW, früher: Maximale Arbeitsplatz Konzentration (MAK) bzw. Technische Richt-Konzentration (TRK)) liegen. Ist es erforderlich, diese Schadstoffe auszuschliessen, oder ist die Atmosphäre nicht atembar (z. B. weil sie zu weniger als 17 Vol.-% Sauerstoff enthält), dann kommen so genannte Isoliergeräte zum Einsatz, die den Träger unabhängig von der Umgebungsatmosphäre mit Atemgas versorgen.

Beispiel: In biologischen Hochsicherheits-Laboratorien, in denen mit hochinfektiösen Keimen gearbeitet wird, übernehmen Isoliergeräte die individuelle Luftversorgung der Mitarbeiter.

Gemäß der DIN EN 133:2001 werden Atemschutzgeräte wie in der folgenden Abbildung dargestellt weiter unterteilt:

Gesetzliche Anforderungen an Atemschutzgeräte im Labor

Atemschutzgeräte gehören zur Gruppe der Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA), unter die auch Helme, Laborkittel, Brillen und Sicherheitsschuhe fallen. Alle diese PSA müssen seit dem 1.7.1995 die CE-Kennzeichnung nach der Richtlinie 93/68/EWG tragen.

CE steht als Abkürzung für Europäische Gemeinschaften (für französisch „Communautés Européenes“). Der Hersteller erklärt damit, dass sein Produkt den jeweils maßgeblichen EU-Richtlinien entspricht. Hierbei müssen benannte Prüfstellen mitwirken, z. B. im Rahmen einer Baumusterprüfung. Es sei denn, es handelt sich um einfache Modelle, bei denen der Benutzer selbst die Wirksamkeit gegenüber geringfügigen Risiken und deren Wirkung beurteilen kann. Außerdem muss ein Qualitätsmanagementsystem z. B. nach DIN EN ISO 9001 angewendet werden.

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Diese Anforderungen müssen Ihre Mitarbeiter mitbringen

Bevor Ihre Mitarbeiter Atemschutzgeräte verwenden dürfen, muss ein Arzt sie auf Tauglichkeit untersuchen. Außerdem müssen Ihre Mitarbeiter entsprechend geschult sein. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit Isoliergeräten (schwerem Atemschutz). Wenn Sie die Wartung der Isoliergeräte nicht einer Fachfirma übertragen, benötigen Sie hierfür ebenfalls speziell geschultes Personal.

Atemschutzgeräte müssen zu 100% dicht sein

Wenn Masken nicht hermetisch dicht am Gesicht des Trägers abschließen, können über diesen Bypass Schadstoffe in Mund und Nase gelangen und eingeatmet werden. Dies geschieht in der Praxis häufig – insbesondere bei Bartträgern.

Um dieses Problem zu umgehen, haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

  • Bartträger können den Bart mit Fett oder Schmierseife einreiben und so für einen dichten Sitz der Maske sorgen.
  • Damit sie nicht unter der Last ihres eigenen Gewichtes vom Gesicht des Trägers abheben, dürfen Filter mit mehr als 300 g Gewicht nicht in unmittelbarer Verbindung mit Mundstückgarnituren, Halb- und Viertelmasken getragen werden.
  • Filter mit mehr als 500 g Gewicht dürfen nicht in unmittelbarer Verbindung mit Vollgesichtsmasken verwendet werden. Schwerere Filter können mit den jeweils genannten Atemanschlüssen verwendet werden, wenn sie mittels eines Atemschlauches angeschlossen werden und eine eigene entlastende Tragevorrichtung besitzen.

Filternde Atemschutzgeräte

Bei der Anwendung filternder Abscheider ist zu beachten, dass sie nur eine begrenzte Menge Schadstoffe aufnehmen können. Wird darüber hinaus weiterhin schadstoffbeladene Atemluft über den Filter eingeatmet, kommt es zum so genannten „Durchbruch“. Das heißt, die Schadstoffe treten unvermindert durch den Filter hindurch, weil sämtliche Ad- bzw. Absorptionsplätze auf dem Filter belegt sind.

Wichtig ist auch der so genannte „Atemwiderstand“, der über den Atemkomfort entscheidet. Hierunter versteht man die von der Korngrößenverteilung des Filtermaterials, der Bett-Tiefe und der Durchströmungsgeschwindigkeit abhängige Druckdifferenz zwischen Innen- und Außenseite des Filters.

Höchstwerte einer für den Mitarbeiter erträglichen Druckdifferenz liegen nach DIN EN 141 und 143 zwischen 0,6 und 2,8 mbar bei einem Durchfluss von 30 L/min. Es gibt auch Filter, die mit einem Gebläse ausgestattet sind, was den Atemwiderstand herabsetzt.

Kennzeichnung von Filtern in Atemschutzgeräten

Filter werden nach ihrem Hauptanwendungsgebiet in folgende Typen unterteilt:

Filtertypen nach DIN EN 14387
TypKennfarbeHauptanwendungsgebiet
AbraunOrganische Gase und Dämpfe mit Siedepunkt über 65°C, z.B. Lösungsmittel
BgrauAnorganische Gase und Dämpfe, z.B. Chlor, Schwefelwasserstoff, Cyanwasserstoff (Blausäure)
EgelbSchwefeldioxid, Chlorwasserstoff und andere saure Gase
KgrünAmmoniak und organische Ammoniak-Derivate
AxbraunNiedrigsiedende organische Verbindungen mit Siedepunkt
SxviolettSonderfälle, vom Hersteller festgelegt
NAblauNitrose Gase
HgrotQuecksilber
COschwarzKohlenmonoxid

Entweder ist das Filtergehäuse gefärbt oder es trägt einen Farbring. Im Fall von so genannten Kombinationsfiltern, die gegen mehrere Schadstoffe eingesetzt werden können, laufen mehrere Ringe um das Gehäuse.

Filternde Halbmaske werden durch die Buchstaben „FF“ in Verbindung mit dem Buchstaben gekennzeichnet, der dem Filtertyp entspricht. Das Zusatzzeichen S besagt, dass der Filter ausschließlich gegen feste Partikeln wirkt. Im Fall des Zusatzes „SL“ wirkt er außerdem gegen wässrige Aerosole.

Nach ihrem Schadstoff-Aufnahmevermögen (siehe oben) unterscheidet man die Gasfiltertypen A, B, E und K in die Klassen:

KlasseAufnahmevermögenSchadst.-Konz. in Vol. %
1klein>/= 0,1
2mittel>/= 0,5
3groß>/= 1

Wobei die Prozentangabe die Schadstoff-Konzentration bezeichnet (1 Vol.-% entspricht 10.000 vpm).

Entsprechend werden Partikelfilter wie folgt nach ihrem Rückhaltevermögen eingeteilt:

KlasseRückhaltevermögenGegen folgende Partikel
1Pkleinfeste
2Pmittelfeste und flüssige
3Pgroßfeste und flüssige

Atemschutz durch die richtigen Isoliergeräte

Hierunter versteht man insbesondere 2 Typen von Atemgasversorgungs-Systemen:

  • Druckluft-Schlauchgeräte mit Pressluftflasche und Druckminderer. Hierbei wird das Atemgas einer Pressluftflasche entnommen und mittels eines Regulierventils auf den Umgebungsdruck entspannt, unter dem es der Träger des Systems einatmet.
  • Regenerationsgeräte: Sie werden häufig nicht mit Luft, sondern mit reinem Sauerstoff aus einer kleinen Pressgasflasche betrieben. Das Atemgas wird im Kreislauf geführt und nach dem Durchgang durch die Lunge durch einen Absorber geleitet. Hier wird im ausgeatmeten Gas enthaltenes Kohlendioxid absorbiert, etwa nach der Reaktionsgleichung: CO2 + Ca(OH)2 --> CaCO3 + H2O.
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