Gratis-Download

Richten Sie Ihre Prozesse sowohl in der Produktion als auch bei Planungsaktivitäten qualitätsorientiert aus. Falls bei Ihnen dennoch Qualitätsprobleme...

Jetzt downloaden

Fehlerkosten reduzieren: So finden Sie die Kostentreiber

0 Beurteilungen
Fehlerkosten reduzieren

Von Günter Stein,

Es kann vorkommen, dass ein Arbeitsschritt zwar eine relativ hohe Fehlerrate aufweist, aber nur wenig Kosten verursacht. Umgekehrt kann eine geringe Fehlerrate sehr hohe Kosten an Wertschöpfungsverlusten aufweisen. Konzentrieren Sie Ihre Maßnahmen daher nicht auf die Fehlermenge, sondern berechnen Sie die Kosten umfassend.

 

Beispiel: Die Fehlerrate einer Maschine beträgt 2 %. Da die Materialkosten aber sehr gering sind, hat die Geschäftsleitung Maßnahmen zur Reduzierung dieser Fehler vermieden. Als Qualitätsmanager erkennen, Sie dass neben den Materialkosten die Entsorgungskosten nicht einberechnet werden. Mit dieser Rechnung überzeugen Sie Ihre Geschäftsleitung.

Fehlerkosten reduzieren Tipp 1: Verfeinern Sie die Fehlerstatistik

Wenn Sie die fertigungsbedingten Fehlerkosten ermitteln wollen, dann benötigen Sie nicht nur Daten über die gesamte Anzahl der fehlerhaften Teile in einem festgelegten Zeitraum. Sie wollen auch unterscheiden zwischen Teilen, die nachbearbeitet werden müssen und denen die entsorgt werden. Sammeln Sie also Daten zu folgenden Größen:

  • Anzahl der fehlerhaften Teile pro Gesamtmenge der produzierten Teile
  • Anteil der nachgearbeiteten fehlerhaften Teile
  • Anteil der Ausschussteile.

 

 

Fehlerkosten reduzieren Tipp 2: Berücksichtigen Sie den Verlust an Wertschöpfung

Neben den Kosten für Ausschuss und Nacharbeit beinhalten die „wahren“ Fehlerkosten außerdem die Fehlleistungen, die in das Produkt bis zum Auftreten des Fehlers investiert wurde. Diese stellen einen Wertschöpfungsverlust da. Alle Ressourcen vom Personalaufwand über die Energiekosten, Lagerhaltung, Kapitalbindungskosten und ähnliches, die bereits in das Ausschussteil geflossen sind, müssen ebenfalls erfasst sein. Die wahren Fehlerkosten ergeben sich aus Entsorgungskosten, Nachbearbeitungskosten und der Berechnung der Wertschöpfungsverluste.

Wertschöpfungsverluste = Anzahl der Ausschussteile x Herstellungskosten bis zur Fehlerentdeckung im Fertigungsprozess

So erfassen Sie die Anzahl der fehlerhaften Teile

Sie können sowohl die Anzahl der fehlerfrei hergestellten Teile als auch die fehlerhaften Teile in einem Fertigungszeitraum - beispielsweise 1 Arbeitstag – automatisch per Online-Datenerfassung direkt im Produktionsprozess ermitteln. Sie können die Daten auch manuell in ein Formblatt an der Prüfstation eintragen lassen und dann in eine elektronische Fehlerstatistik eingeben..

Erfassen Sie die fehlerhaft hergestellten Teile an jedem Arbeitsplatz oder Prozessschritt. Nur dann können Sie eindeutig zuordnen, wo der Fehler entstanden ist. Wenn Sie den Fehler erst später entdecken, beispielsweise in einer Prüfstation am Ende des Fertigungsprozesses, dann kann es sein, dass bereits mehrere Fehler zu den Mängeln am Bauteil geführt haben. Erfassen sie dabei die Einflüsse von Werkzeugen, Maschinene, Menschen, Material und Prozessen.

Fehlerkosten reduzieren Tipp 3: Berechnen Sie die Kosten für die Entsorgung

Bewerten Sie jedes zu entsorgende Teile mit den Einzelkosten( Materialkosten, den Lohn- und Maschinenkosten) und den Gemeinkosten (Kostenanteil der Fertigungsabteilung an Einkauf, Marketing, Vertrieb, QM, Administration usw.). Wenn diese Einzelkosten nicht vorliegen, dann können Sie in einem vereinfachten Ansatz die Herstellungskosten aus Ihrer Preisberechnung je Teil bewerten. Darüber hinaus berücksichtigen Sie den Aufwand (Energie, Transport, Fremdleistungen, Personal) für die Entsorgung der Ausschuss-Teile.

Ausschusskosten = Anzahl der verschrotteten Teile x Kosten für die Entsorgung

Fehlerkosten reduzieren Tipp 4: Berechnen Sie die Kosten für Nachbearbeitung

Es reicht nicht aus, die zusätzlichen Materialkosten zu berechnen. Nacharbeit erfordert Personal, Maschinen und weiteren Ressourceneinsatz. Zur Berechnung benötigen Sie außerdem Informationen über:

  • Die Dauer der Nacharbeit pro Teil für jede einzelne notwendige Tätigkeit,
  • die Lohnkosten pro Teil in jeder notwendigen Tätigkeit zur Nachbearbeitung (inkl. Umrüstung, Logistik usw),
  • die Maschinenkosten,
  • die Energiekosten,

Nacharbeitskosten = Anzahl der nachgearbeiteten Teile x (Lohnkosten + Maschinenkosten + Materialkosten für die getauschten Teile

So reduzieren Sie die Fehlerkosten

Berechnen Sie für alle Maschinen und Arbeitsschritte die wahren Fehlerkosten als Summe aus Nacharbeit, Verschrottung von Ausschuss und Wertschöpfungsverlusten. Ordnen Sie die Maschinen und Arbeitsschritte nach der Höhe der Fehlerkosten: In der Regel verursachen nur wenige Maschinen und Arbeitsschritte den Großteil der Fehlerkosten. Addieren Sie die Kosten derjenigen Verursacher mit den höchsten Fehlerkosten bis Sie ca auf 3/4 der Gesamtfehlerkosten kommen. Diese Prozessschritte verbessern Sie in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Fazit: Eine geringe Fehlerrate ist kein Indikator für geringe Fehlerkosten. Sie wollen Ihre Maßnahmen auf die höchsten Kostenverursacher konzentrieren. Im oben genannten Beispiel mit der Ausfallrate von 2 % zeigte sich, dass die Fehlerkosten unter Berücksichtigung der Nacharbeits-, Verschrottungskosten und Wertschöpfungsverluste fast doppelt so groß waren wie der reine Materialaufwand. Diese Berechnung machte die Geschäftsführung hellhörig, so dass sie in Verbesserungsmaßnahmen investierte.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Qualität steigern - Kosten senken - QM-Bewusstsein schärfen

Mit einfachen Werkzeugen und Methoden zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Leicht verständlich und sofort umsetzbar.

Die neuesten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Betriebsabläufe optimieren, Störungen reduzieren, vorausschauend planen

Die neuesten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse