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Qualitätsmanagement: So räumen Sie mit Kaizen und Kaikaku die kleinen und großen Stolpersteine aus dem Weg

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Urheber: gustavofrazao | Fotolia

Von Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jan Hrdina,

Ihr Ziel ist ein schlankes Unternehmen. Der Weg dorthin ist mit Hindernissen gepflastert. Räumen Sie die kleinen Steine mit Kaizen, der ständigen Verbesserung in kleinen Schritten, aus dem Weg. Für die großen Steine, die Sie mit Kaizen nicht entfernen können, müssen Sie Rahmenbedingungen ändern. Eine konzentrierte Anstrengung ist notwendig, vielleicht sogar etwas ganz Neuartiges? Da kommt Kaikaku zum Zuge.

Ich möchte Ihnen zu Beginn ein für mich faszinierendes Beispiel für Kaizen und Kaikaku erzählen. Es geht um eine Innovation im Pariser Nahverkehr: Die Pariser beschwerten sich sehr über die ständigen Verspätungen Ihrer Métro, der Pariser U-Bahn. Obwohl die Verspätungen durch immer besser abgestimmte Prozesse, also durch Kaizen, das von den Pariser Verkehrsbetrieben durchgeführt wurde, immer weniger wurden, hörten die Beschwerden nicht auf. Doch besser konnten die Prozesse einfach nicht abgestimmt werden. Was kann man machen, wenn mal mehr und mal weniger Leute, mal schneller, mal langsamer ein- und aussteigen? Die Pariser Verkehrsbetriebe kamen so nicht weiter. Eine „Revolution“ musste her. Doch wie? Erraten Sie es? Die Idee war, auf absolute Zeitangaben zu verzichten! Seit einiger Zeit zeigt das „Système d'information en ligne“, das Pariser Linieninformationssystem, nur noch die Wartezeit bis zur Abfahrt der nächsten Züge an! Welch gelungene Innovation: Die Züge wurden dadurch zwar eigentlich nicht pünktlicher, die Pariser aber zufrieden, die Beschwerden hörten auf. Das war Kaikaku vom Feinsten!

Mit Kaizen zu vielen kleinen Verbesserungen

Sie müssen sowohl Kaizen als auch Kaikaku in Ihrer Strategie der ständigen Verbesserung verankern. Mit Kaizen legen Sie die Grundlage. Kaizen muss Teil Ihrer täglichen Arbeit bzw. des täglichen Managements sein. Kaizen beginnt beim Management; es sind aber alle Mitarbeiter miteinbezogen. Mit Kaizen hinterfragen Sie sich,Ihre Arbeit,Ihre Prozesse, Ihre Rahmenbedingungen usw. ständig und kontinuierlich.

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Mit Kaikaku zu wenigen großen Verbesserungen

Mit Kaikaku richten Sie Rahmenbedingungen neu ein. Kaikaku ist – im Gegensatz zu Kaizen – auf eine bestimmte Zeitperiode beschränkt und konzentriert sich auf einzelne wenige, gegebenenfalls strategische Dinge: Kaikaku bindet dabei weniger Personen als Kaizen. Für ein Gelingen muss Kaikaku von oben kommen, also von Ihrem Top-Management veranlasst werden. Ihre ganze Organisation muss auf die Verbesserungsziele ausgerichtet sein. Gehen Sie voran, und nehmen Sie auch mal den Schraubenschlüssel in die Hand, um beispielsweise bei einer Verbesserung der Instandhaltung zu helfen. Das zeigt Ihren Mitarbeitern, dass es Ihnen ernst ist. Durch eigenes Vorleben binden Sie Ihre Mitarbeiter in den Verbesserungsprozess ein und legen so den Grundstein, falls größere Veränderungen im Sinne von Kaikaku vorgenommen werden müssen.

Ganz wichtig: Ihre Mitarbeiter dürfen keine Angst vor Fehlern haben, wenn Sie das Innovationspotenzial Ihrer Mitarbeiter voll ausschöpfen wollen! Führen Sie daher eine produktive Fehlerkultur bei sich ein. Bei Innovationen oder der Umsetzung von neuen Ideen sind Fehler nahezu unvermeidlich. Betonen Sie daher vor allem das Produktivitätspotenzial, also, die Chance, aus Fehlern zu lernen.

Etablieren Sie „Gemba-Walks“ in Ihrem Unternehmen.

Gemba bedeutet, dass Sie an den „Ort des Geschehens“ gehen und dort nach Verbesserungen suchen. Schauen Sie sich Ihre Teilefertigung und Montage an. Machen Sie sich ein reales Bild davon, wo Qualitätsprobleme entstehen können: Wie ist die jetzige Situation? Sprechen Sie mit den Mitarbeitern direkt vor Ort darüber, und dokumentieren Sie möglichst alle Prozesse sehr genau. Schreiben Sie auf, wo und wie Werte entstehen und wo und wie „Verschwendung“ auftritt. Am besten Sie führen visuelle Anzeigen ein, an denen Sie wichtige Informationen, wie z. B. die aktuelle Stückzahl, Vergleich von Soll- und Ist-Stückzahl, Ausschussrate usw. ablesen können. Definieren Sie Standards, an die sich alle Mitarbeiter halten müssen. Um herauszufinden, ob Ihre Mitarbeiter die Standards verinnerlicht haben, können Sie Fragen stellen wie: „Was muss passieren, damit Sie Ihren Vorgesetzten bzw. Gruppenleiter oder Gruppensprecher zu Hilfe rufen?“ Oder auch andersherum: „Was für Unregelmäßigkeiten dürfen auftreten, bevor Sie Ihren Vorgesetzten bzw. Gruppenleiter oder Gruppensprecher zu Hilfe rufen sollen?“ Oder: „Wie stellen Sie sicher, dass die Qualität den Anforderungen entspricht?“

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