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Abschreibung: Behalten Sie Ihre Sammelposten im Griff

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Von Midia Nuri,

Normalerweise schreiben Sie Ihre Wirtschaftsgüter über die reguläre Nutzungsdauer ab – gemäß der AfA-Tabelle. Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern räumt Ihnen der Fiskus allerdings mildernde Umstände ein: Sie dürfen den Anschaffungspreis für diese Güter auf einen Schlag steuerlich geltend machen.

Und dann gibt es da noch eine preisliche Sandwichzone – die müssen Sie in einen Sammelposten packen. Konkret:

  • Geringwertige Wirtschaftsgüter, die nicht mehr als 410 € kosten, dürfen Sie auf einen Schlag abschreiben.
  • Güter, die zwischen 410 € und maximal 1000 € kosten bzw. zwischen 150 € und 1000 € bündeln Sie in einem Sammelposten und lösen diesen gleichmäßig über 5 Jahre auf.

So funktioniert das mit dem Sammelposten

  1. Sie addieren die Rechnungen über Wirtschaftsgüter zum Preis von 410 € bzw. 150 € und 1000 € zusammen, die Sie in dem betreffenden Wirtschaftsjahr angeschafft haben und ziehen Sie gebündelt ab – in dem so entstehenden Sammelposten.
    Tipp: In dem Sammelposten für das jeweilige Jahr dürfen Sie beliebig viele Wirtschaftsgüter dieser Preisklasse bündeln, die auch völlig unterschiedlich sein können. Beim Sammelposten ist nur der Preis entscheidend.
  2. Den Sammelposten lösen Sie im Jahr der Bildung und den darauffolgenden 4 Jahren mit jeweils 1/5 gewinnmindernd auf.

Achtung: Kompliziert ist das nicht. Die Kunst besteht eher darin, auch nach Jahren noch den Überblick über die verschiedenen Sammelposten zu haben. Immerhin können es bis zu 5 verschiedene Sammelposten sein, die sie da in einem Jahr geltend machen.

Beispiel:

  • Den Sammelposten 2012 lösen Sie in der Steuererklärung 2012 und in den 4 darauffolgenden Jahren jeweils zu 1/5 auf, sodass Sie den Sammelposten 2012 am 31.12.2015 mit einem Wert von 0 Euro ausweisen.
  • Den Sammelposten 2011 haben Sie bereits mit der Steuererklärung 2011 zum ersten Mal aufgelöst. Dieses Jahr lösen Sie ihn also zum zweiten Mal auf, sodass er am 31.12.2015 voll abgeschrieben ist.
  • Und vielleicht hatten Sie ja bereits 2010 Wirtschaftsgüter in einen Sammelposten eingestellt. Der hierfür angelegte Sammelposten besteht ebenfalls noch und wird bis Ende 2014 abgeschrieben.

In der Steuererklärung für das Jahr 2012 setzen Sie also drei verschiedene Sammelposten an – zu je 20 % vom jeweiligen Betrag.

Stellen Sie gleich sicher, dass keine Rechnung untergeht

Wenn Sie erstmals einen Sammelposten bilden, sollten Sie gleich von vornherein

  1. die Rechnung viermal kopieren.
  2. Das Original kommt in den Ordner des Jahres, in dem Sie den Sammelposten gebildet haben.
  3. Die übrigen Belege heften Sie in den Folgejahren ab im Ordner für das laufende Steuerjahr unter „Sammelposten“ ab, mit Büroklammern verbunden. Endet das Steuerjahr, nehmen Sie die überzähligen Kopien raus und heften die Kopien für die Folgejahre in den Ordner für das dann anlaufende Wirtschaftsjahr – und so fort. So geht Ihnen über die Jahre nichts aus dem Sammelposten verloren.

Achtung: Thermobelege sollten Sie lieber gleich fünfmal kopieren und die Kopie statt des Originals fürs Abheften verwenden, denn diese Belege verblassen rasch und sind damit bei einer Betriebsprüfung nichts mehr wert.

Suchen Sie nach Irrläufern für Ihre Sammelposten

Am besten sehen Sie noch mal Ihre alten Steuerunterlagen durch – ruhig bis zurück ins Jahr 2008. Vielleicht finden Sie ja noch eine Rechnung für ein Wirtschaftsgut, das Sie wegen des Preises nicht sofort auf einen Schlag steuerlich geltend machen konnten – und das Sie danach vergessen haben.

Ist Ihnen bereits eine Rechnung aus einem Sammelposten herausgekullert, können Sie diese nachträglich nur dann noch einem Sammelposten zuschlagen für Steuerjahre, für die Sie noch keinen bestandskräftigen Steuerbescheid haben – also für das entweder die vierwöchige Einspruchsfrist noch läuft oder aber ein Einspruchsverfahren noch anhängt.

Auch abgeschaffte Wirtschaftsgüter schreiben Sie weiter ab

Sie brauchen Ihren Sammelposten nicht aufzulösen, nur weil Sie ein oder mehrere der darin gebündelten Wirtschaftsgüter nicht mehr nutzen.

Sie lösen weiter jeweils zum Ende des Wirtschaftsjahres den Sammelposten mit 1/5 gewinnmindernd auf. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der einzelnen Wirtschaftsgüter ist für die Auflösung des Sammelpostens völlig irrelevant.

Tipp: Wenn Sie einen Betrieb gekauft haben, dann gehen dessen Sammelposten auf Sie über. Sie können sie unverändert fortführen.

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Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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