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Sonderabschreibung bilden: Welche Wirtschaftsgüter begünstigt sind

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Von Hans Schneider,

Speziell für kleine und mittlere Betriebe besteht bei bestimmten Wirtschaftsgütern die Möglichkeit, zusätzlich zur normalen Abschreibung eine Sonderabschreibung von bis zu 20 % geltend zu machen.

Das Abschreibungspotenzial bleibt zwar in der Summe gleich; die Steuerersparnis wird aber vorgezogen und sorgt somit sofort für mehr Liquidität. Doch eine Sonderabschreibung dürfen Sie nicht für jedes Wirtschaftsgut in Anspruch nehmen. Begünstigt ist nur 

  • ein abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut Ihres Anlagevermögens, das Sie anschaffen/herstellen und
  • das im Jahr der Anschaffung/Herstellung sowie im darauffolgenden Jahr in einer inländischen Betriebsstätte Ihres Betriebs verbleibt und
  • das Sie bis zum Ablauf der Verbleibensfrist ausschließlich oder zumindest fast ausschließlich betrieblich nutzen. 

Abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens

Bewegliche Wirtschaftsgüter Ihres Anlagevermögens sind z.B. Maschinen, Werkzeuge, Einrichtungsgegenstände, Fahrzeuge, Betriebsvorrichtungen, die Ihrem Betrieb dauerhaft (= länger als 1 Jahr) dienen sollen. Ob es sich um neue oder gebraucht gekaufte Güter handelt, ist unerheblich.

Achtung: Betragen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines solchen Gutes bis zu 1.000 € netto, fällt es in den sogenannten Pool der Güter, die als Sammelposten über 5 Jahre abzuschreiben sind. Liegen sie bei maximal 150 € netto, ist das Gut als GWG sofort abzuschreiben. In beiden Fällen dürfen Sie keine Sonderabschreibung bilden.

Nicht begünstigt sind zudem Güter, die Sie für Ihr Umlaufvermögen einkaufen (zum Weiterverkauf bestimmte Waren, Material). Auch für unbewegliche Güter wie Grund und Boden, Gebäude und für immaterielle Güter wie Lizenzen, Patente und Rechte können Sie keine Sonderabschreibung beanspruchen.

Verbleibensfrist

Schädlich für eine Sonderabschreibung ist es, wenn Sie das Wirtschaftgut innerhalb der Verbleibensfrist (= Jahr der Anschaffung/Herstellung + darauffolgendes Jahr) verkaufen, in einen anderen eigenen Betrieb oder ins Privatvermögen überführen. Passiert das, macht das Finanzamt eine bereits gebildete Sonderabschreibung rückgängig. Sie haben dann also die gesparten Steuern – ggf. nebst Zinsen – an den Fiskus zurückzuzahlen.

Beachten Sie: Zeigen Sie es dem Finanzamt nicht von sich aus sofort an, wenn Sie die Verbleibensfrist nicht einhalten. Es ergibt sich aus Ihrer nächsten Steuererklärung.

Unschädlich für die Sonderabschreibung ist es, wenn das Gut durch höhere Gewalt (z.B. Brand, Diebstahl, Totalschaden) aus Ihrem Anlagevermögen ausscheidet oder es mit Mängeln behaftet war und deshalb gegen ein gleichartiges Gut ausgetauscht werden musste. Auch ist es erlaubt, das Gut in eine andere inländische Betriebsstätte desselben Betriebs zu überführen. Schließlich bleibt die Sonderabschreibung auch dann erhalten, wenn der Betrieb verkauft oder vererbt wird. Der Betrieb muss jedoch bis zum Ende der Verbleibensfrist weiter existieren.

Umfang der betrieblichen Nutzung

Innerhalb der gesamten Verbleibensfrist müssen Sie das Wirtschaftsgut ausschließlich oder zumindest fast ausschließlich betrieblich nutzen; „fast ausschließlich“ heißt, Sie dürfen es zu maximal 10 % privat nutzen.

Wirtschaftsgüter, die schon ihrer Funktion nach ausschließlich betrieblich genutzt werden können, bereiten keine Probleme – anders die Güter, die erfahrungsgemäß auch privat genutzt werden, z.B. Pkw oder Computer. Bei solchen Gütern verlangt das Finanzamt, dass Sie den geringen Umfang der privaten Nutzung durch Einzelaufzeichnungen nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, wenn Sie eine Sonderabschreibung nutzen:

  • Bei einem Pkw werden Sie um das Führen eines Fahrtenbuchs nicht herumkommen (siehe Beitrag G28 „Geschäftswagen: Privatnutzung“).
  • Bei einem Computer in klar von der Privatwohnung getrennten Betriebsräumen wird die fast ausschließlich betriebliche Nutzung unterstellt. Bei einem Computer in Ihrem Home-Office müssen Sie dem Finanzamt auf Nachfrage (oder wenn es nur 50 % betriebliche Nutzung unterstellt) glaubhaft machen, dass Sie den PC so gut wie nicht privat nutzen. Gute Chancen haben Sie, wenn Sie ausschließlich von zu Hause aus selbstständig sind und den PC für Ihre Tätigkeit brauchen. Ansonsten werden Sie nachweisen müssen, dass Sie einen weiteren – privaten – PC zu Hause haben, mit dem Sie bzw. Familienangehörige z.B. privat im Internet surfen können.

Nach Ablauf der Verbleibensfrist dürfen Sie das Gut auch zu mehr als 10 % privat nutzen, ohne dass Sie das Recht auf die Sonderabschreibung verlieren.

Tipp: Die Verbleibensfrist läuft fast volle 2 Jahre, wenn Sie ein Gut am Jahresanfang kaufen. Beim Kauf im Dezember dauert sie hingegen nur etwas mehr als 1 Jahr. Machen Sie sich das etwa beim Kauf eines Pkw zunutze – siehe folgendes Beispiel.

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