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Teilwertabschreibung: So weisen Sie eine Wertminderung nach

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Von Midia Nuri,

Wer etwas macht, kann auch etwas falsch machen. Irren ist schließlich menschlich – das gilt natürlich auch für Unternehmer. Wenn die neue Maschine sich langsamer als gedacht amortisiert oder aber Ihr Unternehmen doch schneller als geplant aus dem Firmengebäude herauswächst, wirft das die Frage auf, was Sie steuerlich mit dem Restwert des jeweiligen Wirtschaftsguts anfangen. Bei einem Verkauf werden Sie das eingesetzte Geld kaum herausbekommen. Sie gehen also mit einem Verlust aus dem Geschäft hinaus. Eine Fehlinvestition.

Das sollten Sie aus steuerlicher Sicht über eine Fehlinvestition wissen

Ist Ihre Investition dauerhaft wertgemindert, dürfen Sie eine Teilwertabschreibung vornehmen. Und das gilt auch, wenn Sie fehlinvestiert haben. Sie setzen also mit einem Fehler nicht den Steuervorteil aufs Spiel. Eine Fehlmaßnahme liegt dann vor, wenn der wirtschaftliche Vorteil deutlich hinter den Kosten für den Erwerb oder die Herstellung zurückbleibt, weil ein Erwerber dafür nicht das wird zahlen wollen, was Sie aufgewendet haben.

Mit einer Fehlmaßnahme haben Sie es immer dann zu tun, wenn ein Anlagegut, das Sie angeschafft oder hergestellt haben,

  • fehlerhaft,
  • überflüssig oder
  • nach Ihren betrieblichen Verhältnissen erheblich und dauerhaft überdimensioniert ist.

So urteilen die obersten Finanzrichter

Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhof (BFH) ist eine Teilwertabschreibung wegen dauerhafter Wertminderung bei einem abnutzbaren Wirtschaftsgut zulässig, wenn diese beiden Voraussetzungen vorliegen:

  1. Der Teilwert des Wirtschaftsguts liegt voraussichtlich mindestens für die halbe Restnutzungsdauer unter dem Restbuchwert.
  2. Die verbleibende Nutzungsdauer wird bei Gebäuden nach § 7 Abs. 4 und 5 EStG, bei anderen Wirtschaftsgütern nach den amtlichen Abschreibungstabellen bestimmt. Dies gilt auch dann, wenn Sie beabsichtigen, das Wirtschaftsgut vor Ablauf seiner betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer zu veräußern.

Maßgeblich sind die Verhältnisse am Bilanzstichtag.

Achtung: Die Frage der dauerhaften Wertminderung lässt sich bei Wirtschaftsgütern, die nur vorübergehend zum Betriebsvermögen gehört – das sogenannte Umlaufvermögen, zu dem beispielsweise Ihr Warenlager zählt –, schlechter beurteilen.

So weisen Sie eine Wertminderung nach

Besorgen Sie sich als Nachweis für eine Teilwertabschreibung branchenübliche Preislisten, aus denen sich die gesunkenen Neupreise gleichartiger Güter ergibt. Bewahren Sie diese Preislisten zusammen mit Ihren Buchführungsunterlagen auf.

Diese Argumente des Finanzamts müssen Sie widerlegen

1. Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens

So errechnen Sie den Teilwert: aus Anschaffungskosten oder Herstellungskosten minus Abschreibungen

Das könnte das Finanzamt dagegen einwenden:

  • dass Mängel im Kaufpreis nicht berücksichtigt wurden
  • nachhaltig gesunkene Wiederbeschaffungs- oder Wiederherstellungskosten

2. Bei nicht abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens

So errechnen Sie den Teilwert: aus Anschaffungskosten oder Herstellungskosten

Das könnte das Finanzamt dagegen einwenden:

  • dass es dem Wirtschaftsgut an Rentabilität mangelt
  • dass der gesamte Betrieb unrentabel ist

3. Beim Umlaufvermögen

So errechnen Sie den Teilwert: Wiederbeschaffungskosten (Börsen-, Marktpreis)

Das könnte das Finanzamt dagegen einwenden:

  • Dass der Verkaufspreis, vermindert um dem Unternehmen noch entstehende Kosten und den durchschnittlichen Unternehmergewinn unter den Wiederbeschaffungskosten liegt.

4. Bei liquiden Mitteln

So errechnen Sie den Teilwert: Nominalbetrag in €; bei ausländischer Währung der Umrechnungskurs im Zeitpunkt des Erwerbs

Das könnte das Finanzamt dagegen einwenden:

  • dass der Umrechnungskurses der Fremdwährung gesunken ist.

5. Bei Forderungen
So errechnen Sie den Teilwert: Nennwert bei ausländischer Währung der Umrechnungskurs im Zeitpunkt der Forderungsbegründung

Das könnte das Finanzamt dagegen einwenden:

  • dass der Forderungsausfall·zu erwarten gewesen sei
  • dass der Umrechnungskurs der Fremdwährung gesunken sei
  • eine niedrige Verzinslichkeit

6. Bei Verbindlichkeiten

So errechnen Sie den Teilwert: Rückzahlungsbetrag, ggf. abgezinst; bei ausländischer Währung der Umrechnungskurs im Zeitpunkt der Entstehung der Schuld

Das könnte das Finanzamt dagegen einwenden:

  • ein Ansteigen des Umrechnungskurses der Fremdwährung
  • hohe Verzinslichkeit (im Ausnahmefall)

 

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