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Top 10 der wichtigsten BilMoG-Neuerungen

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Von Midia Nuri,

Seit dem Veranlagungszeitraum 2010 müssen Sie sämtliche Vorgaben des Bilanzmodernisierungsgesetzes (BilMoG) beachten. Mit einiger Wahrscheinlichkeit haben Sie die erste Bilanz nach dem neuen Recht also bereits erstellt. Doch egal ob fürs erste oder eins der nächsten Male, ist ein Überblick hilfreich.

Und: Einige Tipps werden Sie noch nicht kennen.

Daher zeigen wir Ihnen an dieser Stelle, welche Neuerungen von besonderer Bedeutung für Sie sind.

Neuerung 1: Einschränkungen bei der Aktivierung von Aufwendungen

Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ingangsetzung und Erweiterung Ihrer Geschäftsprozesse dürfen Sie nicht mehr aktivieren. Haben Sie bereits Bilanzposten aktiviert, müssen Sie diese entweder

  • gewinnerhöhend auflösen oder
  • über einen Zeitraum von vier Jahren abschreiben.

Die Konsequenz:

Beides reduziert Ihr Eigenkapital.

So begrenzen Sie den möglichen Schaden:

Enthält Ihre Handelsbilanz entsprechende Bilanzposten, sollten Sie die Veränderungen im Anhang Ihrer Bilanz erläutern. So vermeiden Sie Misstrauen bei Ihren Gläubigern (insbesondere Banken).

Neuerung 2: Gleichstellung entgeltlich erworbener Firmen- oder Geschäftswerten

Entgeltlich erworbene Firmen- oder Geschäftswerte werden mit dem BilMoG sonstigen Wirtschaftsgütern gleichgestellt. Sie aktivieren den Wert also und schreiben ihn über die Nutzungsdauer ab. Also sind von dieser Neuregelung ausschließlich künftige Anschaffungsvorgänge betroffen. Sie brauchen Ihren Firmenwert nicht nachträglich zu aktivieren.

Tipp: Das Handelsgesetzbuch (HGB) geht grundsätzlich von einer 5-jährigen Nutzungsdauer aus (§ 285, Nr. 13 HGB n.F.). Demgegenüber beträgt nach § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG die Nutzungsdauer 15 Jahre.

Neuerung 3: Streichung der umgekehrten Maßgeblichkeit

Die so genannte umgekehrte Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz ist mit dem BilMoG weggefallen.

Das bedeutet für Sie:

In Ihrer Bilanz können Sie somit nicht mehr einen Sonderposten mit Rücklagenanteil ausweisen. Die von Ihnen passivierten Beträge müssen Sie nach den Übergangsregelungen entweder

  • erfolgsneutral (per Einbuchung in die Gewinnrücklage) oder
  • gewinnwirksam nach den bisherigen Regeln auflösen.

Tipp: Da eine Auflösung des Sonderpostens sich direkt auf den Gewinn auswirkt, ist in der Regel von Letzterem abzuraten.

Neuerung 4: Aufwandsrückstellungen schnell auflösen

Sie dürfen in Zukunft Aufwandsrückstellungen für unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen des laufenden Geschäftsjahrs nur noch bilden, wenn Sie sie in den ersten 3 Monaten des Folgejahrs auflösen. Die von Ihnen passivierten Beträge müssen Sie nach den Übergangsregelungen entweder

  • erfolgsneutral (per Einbuchung in die Gewinnrücklage) oder
  • gewinnwirksam nach den bisherigen Regeln auflösen.

Tipp: Von einer direkten Auflösung des Sonderpostens ist abzuraten, da diese sich direkt auf den Gewinn auswirkt.

Neuerung: 5: Wegfall zweckgebundener Rückstellungen

Rückstellungen, die Sie für ganz konkrete Zwecke gebildet und genau bezeichnet haben und die Aufwendungen aus früheren oder dem laufenden Geschäftsjahr enthalten, dürfen Sie nicht mehr bilden. Die von Ihnen passivierten Beträge müssen Sie nach den Übergangsregelungen entweder

  • erfolgsneutral (per Einbuchung in die Gewinnrücklage) oder
  • gewinnwirksam nach den bisherigen Regeln auflösen.

Tipp: Von einer direkten Auflösung des Sonderpostens ist abzuraten, da diese sich direkt auf den Gewinn auswirkt.

Neuerung 6: Aktivierung immaterieller Wirtschaftsgüter

Immaterielle Wirtschaftsgüter im Zusammenhang mit Entwicklungskosten sind unter den Voraussetzungen des BilMoG in der Bilanz zu aktivieren – egal, ob sie entgeltlich oder unentgeltlich erworben wurden.

Nicht entgeltliche Güter dürfen Sie dabei nur in der Bilanz berücksichtigen, wenn die Entwicklung nach dem 31.12.2009 beginnt.

Tipp: Ist Ihr Unternehmen in entwicklungsintensiven Bereichen tätig, wird der Ausweis der immateriellen Wirtschaftsgüter zunächst den Vermögenswert und das Eigenkapital erhöhen. Erst wenn Sie die neuen Produkte nutzen, kommt es über die Abschreibung zu einer Gewinnneutralisation.

Neuerung 7: Eingeschränkte Aktivierung der Entwicklungsausgaben

Ihre Entwicklungsaufwendungen können Sie nur aktivieren, wenn

  • Sie sie klar und eindeutig von etwaigen Forschungsprojekten trennen,
  • eine Vermarktung des Produkts erwartet werden kann und
  • Sie dies nachvollziehbar dokumentieren.

Hauptproblem dabei:

In der Praxis dürfte das Hauptproblem für Sie darin bestehen, dass Sie Ihre interne Kostenrechnung an die neuen Anforderungen anpassen. Den Mitarbeitern in der Entwicklung muss die Bedeutung von detaillierten Aufzeichnungen vor dem Hintergrund des BilMoG verdeutlicht werden.

Tipp: Da die Neuregelung vom 1.1.2010 gilt, können sie darüber nachdenken, ob Sie den Beginn größerer Entwicklungsprojekte in das Jahr 2010 verschieben. Denn nur die dann begonnenen Entwicklungsprojekte sind bilanzierungspflichtig.

Neuerung 8: Geänderter Bilanzansatz der Herstellungskosten

Der betragsmäßige Bilanzansatz der Herstellungskosten im Handelsrecht unterscheidet sich von denen des Steuerrechts. Hier kommt es zu Unterschieden bei den Abschreibungen und den steuerlich mit einzubeziehenden Entwicklungskosten.

Das bedeutet für Sie:

Durch den Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit werden sich künftig die Wertansätze in der Handels- und Steuerbilanz an dieser Stelle stark unterscheiden.

So sollten Sie vorgehen:

Es ist für die Kostenrechnung unabdingbar, dass Sie die unterschiedlichen Kostenarten gesondert erfassen und aufzeichnen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie die unterschiedlichen Bewertungsansätze für die Handels- und Steuerbilanz in relativ kurzer Zeit ermitteln.

Neuerung 9: Rückstellungen zum „Erfüllungsbetrag“

An den Begriff „Erfüllungsbetrag“ werden Sie sich vielleicht bereits gewöhnt haben. Hiermit sind mit dem BilMoG Rückstellungen anzusetzen. Bei der Berechnung der Rückstellungen gehen Sie dann von den künftig zu erwartenden Preis- und Kostenverhältnissen aus.

Das bedeutet für Sie:

Künftig werden Sie das steigende Preisniveau berücksichtigen müssen. In aller Regel werden daher Ihre Rückstellungen deutlich höher ausfallen müssen. Die höheren Werte dürfen Sie allerdings nicht in Ihre Steuerbilanz übernehmen. Damit kommt es zu einer größeren Abweichung zwischen den beiden Bilanzen.

Tipp: Erfassen Sie die Beträge erfolgswirksam als außerordentlichen Aufwand.

Neuerung 10: Abzinsung von Rückstellungen

Beträgt die Laufzeit der Rückstellungen mehr als ein Jahr, muss der Betrag abgezinst werden.

Dafür gilt der durchschnittliche Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre, veröffentlicht von der Bundesbank. Die Abzinsung führt zu einer Annäherung an die steuerliche Handhabung. Dabei kommen jedoch unterschiedliche Zinssätze zur Anwendung.

Tipp: Die Rechnungslegung muss bei der Bewertung von Rückstellung intensiver rechnen und die Dokumentation lückenlos führen.

Steuern und Bilanzierung aktuell

Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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