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Treibstoffkosten senken: Der Umstieg auf Pflanzenöl will gut überlegt sein

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Von Midia Nuri,

Trotz der eingeführten Besteuerung von Biodiesel liegen die Kosten immer noch unter denen herkömmlichen Diesels. Gleiches gilt für reines Pflanzenöl, das erst seit Anfang 2008 der Besteuerung unterliegt. Doch nicht immer lohnt sich der Umstieg finanziell, und auch die Eigenarten des alternativen Treibstoffs wollen bedacht sein.

Denn Vorsicht, beim Betrieb mit dem alternativen Kraftstoff kommen noch andere Kosten auf Sie zu:

Umrüstkosten: Beim häufig verwendeten Zweitanksystem – hier wird ein zusätzlicher kleinerer Tank für Diesel eingebaut, der vorhandene Haupttank enthält dann das Pflanzenöl – müssen Sie mit etwa 5.000 Euro Kosten pro Fahrzeug für die Umrüstung rechnen.

Wartungskosten: Da sich die Wartungsintervalle erheblich verkürzen – ein konventionelles Fahrzeug muss etwa alle 100.000 km in die Werkstatt, mit Alternativantrieb etwa nach 30.000 km –, erhöhen sich die Wartungskosten zum Teil erheblich. Kalkulieren Sie unbedingt auch die dreifach höheren Stillstandszeiten mit ein.

Werkstatt: Viele Werkstätten tun sich mit Pflanzenöl noch schwer und sind nicht in der Lage oder lehnen es rundheraus ab, solche Fahrzeuge zu warten. Prüfen Sie im Vorfeld, ob ein Betrieb in Ihrer Nähe solche Wartungsarbeiten übernimmt. Eine Alternative kann hier eine (schon bestehende) eigene Werkstatt sein. Das verkürzt unter Umständen auch die Wartungszeiten. Doch auch hier müssen Sie mit Zusatzkosten durch die Nachschulung Ihres Wartungspersonals rechnen.

Fahrerschulung: Da beim Betrieb der umgerüsteten Fahrzeuge (vor allem beim Dualbetrieb) mit Pflanzenöl-Diesel besondere Maßnahmen zu ergreifen sind, muss Ihr Fahrpersonal zusätzlich geschult werden. So muss bei einem solchen Fahrzeug beispielsweise nach längeren Stopps vor dem Anlassen die Anlage mit Diesel gespült werden. Sonst drohen schnell kapitale Motorschäden aufgrund einer Motorölverdünnung durch das Pflanzenöl.

Tankstellen: Pflanzenöl-Tankstellen sind mit etwa 440 Tankstellen in Deutschland relativ rar gesät! Wenn Sie vor Ort keine solche Tankstelle haben, bleibt als Alternative nur die eigene Tankstelle. Wenn Sie schon eine eigene Tankstelle betreiben, so fallen für die Errichtung einer zusätzlichen Zapfsäule noch einmal etwa 6.000 Euro an.

Vorsicht: Prüfen Sie, ob alle Ihre Fahrzeuge ihre Touren wirklich mit einer Tankfüllung bestreiten können. Zwar kann durch den zusätzlichen Dieseltank auch ohne Pflanzenölversorgung gefahren werden, doch dieser fasst meistens nur 200 Liter. Sind Ihre Fahrzeuge auf längeren Strecken auch im Ausland unterwegs, prüfen Sie unbedingt vorher, ob die Versorgung mit Pflanzenöl gesichert ist.

Winterbetrieb: Pflanzenöl wird bei niedrigen Temperaturen zäh, es kann nicht mehr richtig fließen. Hier hilft entweder nur die Beimischung von etwa 15 % Diesel oder eine zusätzliche Heizung, die den Kraftstoff vorwärmt. Beide Verfahren treiben die Kosten in die Höhe.

Berücksichtigen Sie die steigende Besteuerung Wenn bei Ihnen alle vorgenannten Punkte für Pflanzenöl sprechen, so sollten Sie auch einen Blick im die Zukunft werfen: Seit 2008 ist dieser Kraftstoff besteuert. Heute ist der Steuersatz mit 14 Cent noch recht moderat, er steigt jedoch in mehreren Stufen bis 2012 auf 45 Cent an (siehe Grafik rechts).

Fazit

Wenn Sie obige Fragen für Ihren Fuhrpark und Ihre Einsatzgebiete berücksichtigen, so zeigt sich recht schnell, dass sich der Einsatz von Pflanzenöl trotz aller Gegenargumente durchaus rechnen kann.

Insbesondere wenn Ihre Fahrzeuge eine hohe Laufleistung haben, ihre Touren mit einer Tankfüllung bewältigen oder unterwegs Tankmöglichkeiten bestehen, können Sie sparen. Unterhalten Sie obendrein eine eigene Werkstatt und eine Tankstelle, so müssen Sie eigentlich nur noch mit einem Umrüstbetrieb Kontakt aufnehmen.

Stellen Sie aber in jedem Fall auch kritische Fragen bezüglich der Wirtschaftlichkeit, der Langzeitstabilität der Umrüstsätze und der generellen Risiken einer Umrüstung bei Ihren vorhandenen Fahrzeugen.

Sind Ihre Fahrzeuge tagelang auf wechselnden Routen mit großen Fahrstrecken – mit der Notwendigkeit des Nachtankens – unterwegs, so vergessen Sie das Thema Pflanzenöl ganz schnell.

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