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Wie Sie einen Investitionsabzugsbetrag bilden

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Von Iris Schuler,

Das Unternehmenssteuer-Reformgesetz 2008 hat die Investitionsrücklage grundlegend geändert. Diese wurde durch den Investitionsabzugsbetrag ersetzt. Erfahren Sie in dieser Serie, wie Sie den Investitionsabzugsbetrag richtig einsetzen und Steuern sparen.

Wann lohnt sich der Investitionsabzugsbetrag? Der Investitionsabzugsbetrag lohnt sich nur dann, wenn Sie tatsächlich investieren. Bei kleinen Unternehmen sind Wirtschaftsjahr und Kalenderjahr identisch. Alle Ansparabschreibungen, die Sie für 2006 oder früher gebildet haben, lösen Sie nach den alten Regeln auf. Ab der Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz für 2007 dürfen Sie keine neuen Ansparabschreibungen mehr bilden, sondern den neuen Investitionsabzugsbetrag steuerlich geltend machen.

Wie machen Sie den Investitionsabzugsbetrag geltend?

Den Investitionsabzugsbetrag können Sie für bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten geltend machen. Das gilt für alle abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Es können neue oder gebrauchte Güter sein. Eine zusätzliche Bedingung für den Investitionsabzugsbetrag ist, dass Sie das Gut in den folgenden drei Jahren anschaffen werden. Zudem müssen Sie für den Investitionsabzugsbetrag das Wirtschaftsgut mindestens in dem Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung und im Folgejahr fast ausschließlich betrieblich nutzen.

Sie bilden den Investitionsabzugsbetrag außerhalb der EÜR oder Bilanz. Zeichnen Sie den Investitionsabzugsbetrag einfach auf und geben diesen in Ihrer Steuererklärung an. Für den Investitionsabzugsbetrag ist es nicht nötig, dass Sie Geld zurücklegen oder auf ein Konto einzahlen. In dem Jahr, in dem Sie den Investitionsabzugsbetrag bilden, mindert sich Ihr zu versteuernder Gewinn um den Investitionsabzugsbetrag. Das bedeutet, dass Sie durch einen Investitionsabzugsbetrag weniger Steuern zahlen.

Schaffen Sie später das Wirtschaftsgut tatsächlich an, müssen Sie den für das Wirtschaftsgut früher gebildeten Investitionsabzugsbetrag dem Jahresergebnis wieder hinzurechnen. Dies geschieht ebenfalls außerhalb der EÜR oder Bilanz. Durch das Zurechnen von Ihrem Investitionsabzugsbetrag erhöht sich der Gewinn, in diesem Jahr steigt Ihre Steuerlast.

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Wie Sie den Investitionsabzugsbetrag innerhalb der EÜR oder Bilanz herabsetzen und welche Vor- und Nachteile Ihnen der Investitionsabzugsbetrag bringt

Ihre erhöhte Steuerlast federn Sie ab, in dem Sie den Investitionsabzugsbetrag in der EÜR oder Bilanz gewinnmindernd von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abziehen. Sobald Sie den Investitionsabzugsbetrag abziehen, wird die Gewinnerhöhung in diesem Jahr ausgeglichen. Gleichzeitig senkt der Abzug des Investitionsabzugsbetrags die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung des Wirtschaftsgutes.

Im Klartext bedeutet das, dass Sie die frühere Steuerersparnis nicht auf einen Schlag an den Fiskus zurückzahlen, sondern in kleinen Teilen, verteilt auf die Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes. Das ist möglich, weil Sie geringere Abschreibungen vornehmen.

Für den Fall, dass Sie es sich anders überlegen und doch nicht investieren oder das Wirtschaftsgut nicht wie vorgeschrieben nutzen, passiert Folgendes: Die Steuerfestsetzung für das Jahr der Bildung von Ihrem Investitionsabzugsbetrag wird rückwirkend geändert. Sie müssen für den Investitionsabzugsbetrag die Steuern nachzahlen. Zusätzlich verlangt das Finanzamt für den "falschen" Investitionsabzugsbetrag Zinsen, weil Sie ungerechtfertigt eine Steuerstundung genutzt haben.

Ihr Nutzen beim Investitionsabzugsbetrag

Der Vorteil von einem Investitionsabzugsbetrag liegt klar auf der Hand. Durch den Investitionsabzugsbetrag können Sie schon Jahre vor der tatsächlichen Investition Ihre Liquidität erhöhen. Eine vorab erhöhte Liquidität ist auch das einzige Ziel von einem Investitionsabzugsbetrag. Die vorzunehmende Gewinnerhöhung, die bei der Anschaffung oder Herstellung entsteht, können Sie durch eine gewinnmindernde Verringerung der Abschreibungs-Bemessungsgrundlage wieder ausgleichen. Der Preis für diesen Vorteil sind geringere Abschreibungsbeträge in den Folgejahren.

Teuer wird es, wenn Sie später nicht investieren. Sie müssen die Steuern, die Sie durch den Investitionsabzugsbetrag gespart haben in voller Höhe zuzüglich Zinsen nachzahlen, weil der Steuerbescheid geändert wird. Die Steuerzahlung fällt an, egal, wie Ihr Geschäft gerade läuft. Der aufzulösende Abzugsbetrag wird nicht Ihrem aktuellen Gewinn oder Verlust hinzugerechnet. Aus diesem Grund sollten Sie den Investitionsabzugsbetrag nur nutzen, wenn Sie tatsächlich investieren möchten.

Welche Rahmenbedingungen Sie beim Investitionsabzugsbetrag beachten müssen

Der Investitionsabzugsbetrag löst die alte Ansparabschreibung ab, hat jedoch mit dieser wenig gemeinsam. Der Investitionsabzugsbetrag bringt Verbesserungen, aber leider auch Verschlechterungen. Bei der Ansparabschreibung gab es noch Vergünstigungen für Existenzgründer. Diese werden Sie beim Investitionsabzugsbetrag vergeblich suchen. Folgende Voraussetzungen müssen beim Investitionsabzugsbetrag gegeben sein:

Investitionsabzugsbetrag bei kleinen und mittleren Unternehmen

Ein Investitionsabzugsbetrag dürfen Sie als Bilanzierender geltend machen, wenn das Betriebsvermögen am Jahresschluss höchstens € 235.000,- beträgt. Subtrahieren Sie Ihre Passiva von den Aktiva muss das Ergebnis unter € 235.000,- liegen.

Arbeiten Sie mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist ein Investitionsabzugsbetrag erlaubt, wenn der Gewinn, also die Einnahmen abzüglich der Ausgaben, vor Abzug Ihres Investitionsabzugsbetrags bei höchstens € 100.000,- liegt.

Es kann sein, dass Sie noch Ansparabschreibungen aus den Vorjahren bis 2006 auflösen müssen. Die aufzulösenden Ansparabreibungen erhöhen Ihren Gewinn bzw. das Betriebsvermögen. Denken Sie daran, dass Sie im Jahr der Auflösung vielleicht nicht mehr zum Kreis der Begünstigten gehören. Ihre steuerlichen Planungen sollten sich danach richten.

Investitionsabzugsbetrag: Nicht jedes Wirtschaftsgut ist begünstigt

Ein Investitionsabzugsbetrag ist für kleinere und mittlere Unternehmen möglich für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Es spielt keine Rolle, ob die Güter neu oder gebraucht sind.

Sie müssen die Absicht haben, das Wirtschaftsgut in den folgenden drei Jahren nach Bildung des Investitionsabzugsbetrags anzuschaffen oder herzustellen.

Außerdem müssen Sie vorhaben, das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung und im folgenden Jahr in einer inländischen Betriebsstätte Ihres Betriebs mindestens zu 90 Prozent betrieblich zu nutzen.

Das Finanzamt kann Ihre Absichten zum Investitionsabzugsbetrag natürlich zunächst nicht kontrollieren. Stellt sich jedoch später raus, dass Sie innerhalb der Frist nicht investiert haben oder das Gut nicht ausschließlich betrieblich genutzt haben, wird der Investitionsabzugsbetrag wieder rückgängig gemacht und das ist teuer.

Grenze beim Investitionsabzugsbetrag

Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie maximal 40 Prozent Ihrer Kosten pro Wirtschaftsgut gewinnmindernd abziehen. Es gelten die voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines begünstigten Wirtschaftsgutes. Planen Sie eine Investition, sollten Sie sich Gedanken machen, ob Sie überhaupt einen Investitionsabzugsbetrag bilden möchten. Falls Sie sich dazu entscheiden, überlegen Sie, welche Höhe für den Investitionsabzugsbetrag in Betracht kommt. Schätzen Sie die Kosten für den Investitionsabzugsbetrag eher vorsichtig ein, und tendieren Sie besser zu einem niedrigeren Betrag. Ist der Investitionsabzugsbetrag zu hoch, wird ein Teil rückwirkend im Jahr der Bildung gewinnerhöhend erfasst.

Höchstbetrag beim Investitionsabzugsbetrag

Insgesamt dürfen Sie über den Investitionsabzugsbetrag maximal € 200.000,- abziehen. Der Höchstbetrag ist die Summe aller Investitionsabzugsbeträge im Jahr der Bildung und den vorangegangenen drei Jahren. Beträge, die Sie innerhalb dieser vier Jahre gebildet haben, aber wieder hinzugerechnet oder rückgängig gemacht haben, zählen nicht mit. Bis 2006 gebildete Ansparabschreibungen verringern den Höchstbetrag.

Wie Sie den Investitionsabzugsbetrag dokumentieren

Für den Investitionsabzugsbetrag schreiben Sie eine Anlage zur Steuererklärung. Benennen Sie die Funktion des Wirtschaftsgutes und die voraussichtlichen Investitionskosten. Nennen Sie das anzuschaffende oder herzustellende Wirtschaftsgut seiner Funktion nach. Vermeiden Sie Sammelbezeichnungen, diese reichen nicht aus. Die Höhe der Anschaffungskosten schätzen Sie anhand entsprechender Angebote oder Werbeprospekte. Es ist nicht erforderlich, dass Sie angeben, wann Sie die Investition tätigen möchten. Eine Bestellung ist ebenfalls nicht notwendig. Der Investitionsabzugsbetrag taucht nicht in der Bilanz oder EÜR auf.

Wie Sie die besten Möglichkeiten zum Investitionsabzugsbetrag ausschöpfen

Beim Investitionsabzugsbetrag ist es wichtig, dass Sie Details kennen, damit Sie den Investitionsabzugsbetrag zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Dazu ein Beispiel aus der Praxis: Der Selbstständige Hans Müller verzeichnet in seiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung einen Gewinn von € 20.000,-. Er hat vor, innerhalb der nächsten drei Jahre Büroausstattung zu kaufen, die er logischerweise zu 100 Prozent betrieblich nutzen möchte. Er entscheidet sich für den höchstmöglichen Investitionsabzugsbetrag und fügt dazu die vorgeschriebene Anlage zur Steuererklärung bei. Durch den Investitionsabzugsbetrag ergibt sich für Hans Müller ein steuerlicher Verlust, der in das Vorjahr zurückgetragen wird. Im aktuellen Jahr spart er Steuern und kann die Liquidität erhöhen.

Der Investitionsabzugsbetrag im Jahr der Investition

Im Jahr der tatsächlichen Investition müssen Sie den Investitionsabzugsbetrag gewinnerhöhend hinzurechnen. Dabei haben Sie kein Wahlrecht. Der hinzugerechnete Betrag wird genauso wie der Investitionsabzugsbetrag außerhalb der EÜR oder Bilanz erfasst. Es handelt sich auch in diesem Fall um eine Anlage zur Steuererklärung.

Es ist interessant, dass Sie die Folgen der Hinzurechnung von Ihrem Investitionsabzugsbetrag abmildern können. Sie können wählen, ob Sie auch noch die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd verringern. Die Herabsetzung nehmen Sie in Ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz vor. Als Bilanzierender buchen Sie
"Abschreibung an Anschaffungskosten Wirtschaftsgut". Arbeiten Sie mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung, behandeln Sie den Herabsetzungbetrag als Betriebsausgabe. Ziehen Sie diesen im Anlageverzeichnis von den Anschaffungskosten ab.

In diesem Fall reduziert sich die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung des Wirtschaftsgutes, aber Sie gleichen die Erhöhung Ihres steuerlichen Gewinns durch den Hinzurechnungsbetrag wieder aus. Das bedeutet, dass Sie die frühere Steuerersparnis durch den Investitionsabzugsbetrag nicht komplett im Investitionsjahr an den Fiskus zurückzahlen, sondern verteilt über die Jahre der Nutzung des Gutes.

Wie Sie eine Sonderabschreibung nutzen können

Steuerlich lukrativen für Sie ist, wenn Sie im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu dem Herabsetzungungsbetrag und der linearen Abschreibung noch eine Sonderabschreibung wählen. Ab 2008 gelten folgende Bedingungen:

Sie dürfen bis zu 20 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abschreiben. Das gilt für das Jahr der Anschaffung oder Herstellung sowie für die folgenden vier Jahre. Es spielt keine Rolle, wie Sie die Sonderabschreibung verteilen möchten. Sie können beispielsweise 20 Prozent voll im Anschaffungsjahr beanspruchen.

Für die Sonderabschreibung geltend bezüglich Betriebsgröße und Wirtschaftsgut dieselben Voraussetzungen wie beim Investitionsabzugsbetrag. Die Sonderabschreibung bilden Sie in der EÜR oder Bilanz. Prozentsatz und Betrag müssen im Anlageverzeichnis, das Sie mit Ihrer EÜR oder Bilanz einreichen, erkennbar sein.

Änderungsantrag beim Investitionsabzugsbetrag

Haben Sie einen Investitionsabzugsbetrag gebildet, doch Sie möchten entgegen Ihrer ursprünglichen Absicht nicht investieren? Bleibt am Ende des dritten Jahres nach der Bildung von einem Investitionsabzugsbetrag die geplante Investition aus, ändert sich die ursprüngliche Steuerfestsetzung rückwirkend. Daraus folgt, dass Sie die ursprünglich gesparten Steuern nachzahlen müssen. Hinzu kommen ab dem 16. Monat nach Ablauf des Jahres der Bildung von einem Investitionsabzugsbetrag für jeden vollen Monat 0,5 % Zinsen.

Der Investitionsabzugsbetrag ist noch neu und zurzeit ist es noch fraglich, ob eine vorzeitige Auflösung von dem Investitionsabzugsbetrag möglich ist. Entscheiden Sie sich, nicht zu investieren, sollten Sie zumindest versuchen, beim Finanzamt einen Änderungsantrag zu stellen. So können Sie eventuell die Zinsen sparen.

Kompliziert wird es, wenn Sie investieren und gegen die Nutzungsvorschriften verstoßen. Dieser Fall tritt ein, wenn Sie das Wirtschaftsgut mehr als 10 Prozent privat nutzen. Dann sind alle Gewinnkorrekturen für den Investitionsabzugsbetrag zurückzudrehen, und es werden Zinsen festgesetzt.

Versuchen Sie, möglichst die Nutzungsvorschriften einzuhalten. Können Sie dies nicht, teilen Sie dies dem Finanzamt umgehend mit, und beantragen Sie die Erteilung von Änderungsbescheiden. Es lohnt sich, nicht bis zur Abgabe der Steuererklärung für das Jahr der Nichteinhaltung zu warten. So können Sie Zinsen sparen.

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