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35-€-Grenze bei Geschenken für Geschäftsfreunde: Jetzt haben Sie Kalkulationssicherheit

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Geschenk
Urheber: Ivan Kruk | Fotolia

Von Heinz-Wilhelm Vogel,

In vielen Unternehmen wird gegenwärtig diskutiert, ob und welche Geschäftspartner ein Weihnachtspräsent erhalten. Das ist auch steuerlich ein wichtiges Thema. Dabei geht es um die sogenannte 35-€-Grenze.

Der BFH hatte im Frühjahr mit einer aufsehenerregenden Entscheidung für großen Wirbel gesorgt. Deutschlands höchstes Finanzgericht hatte entschieden, dass sich die 35-€-Grenze einschließlich der auf das Geschenk entfallenden Pauschalsteuer versteht. Diese blieb bislang außen vor.

Jetzt hat die Finanzverwaltung auf dieses BFH-Urteil reagiert. Und diese lässt sich am besten wie folgt zusammenfassen: "viel Wirbel um nichts". Der Grund: Bei der 35-€-Grenze ist auch weiterhin nur der Preis für das Geschenk zu berücksichtigen. Es bleibt also alles beim Alten (BMF, Nachricht vom 8.9.2017, ohne Aktenzeichen).

Dabei legt die Finanzverwaltung einen Spagat hin, der alles andere als alltäglich ist. Konkret: Einerseits hat sie das BFH-Urteil zur 35-€-Regel im Bundessteuerblatt veröffentlicht. Das bedeutet: Dieses Urteil und die zugrunde liegende Rechtsauffassung des BFH ist für alle Finanzämter steuerrechtlich bindend.

Andererseits hat die Finanzverwaltung klargestellt, dass es das Urteil des BFH nicht anwenden wird. Dies hat sie deutlich gemacht, indem sie in einer Fußnote zur Veröffentlichung auf das BMF-Schreiben vom 19.5.2015 (Az. IV C 6 - S 2297-b/14/10001) mit der Vereinfachungsregelung in der dortigen Rdnr. 25 verwiesen hat. Dort heißt es zur 35-€-Grenze:

"Bei der Prüfung der Freigrenze [...] ist aus Vereinfachungsgründen allein auf den Betrag der Zuwendung abzustellen. Die übernommene Steuer ist nicht mit einzubeziehen."

Beispiel: Ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen will ausgewählten Geschäftspartnern ein Weihnachtspräsent zukommen lassen. Es soll sich dabei um eine Flasche Champagner zum Preis von 34,50 € netto handeln.

Das Unternehmen übernimmt auch die darauf entfallende Pauschalsteuer. Die 35-€-Grenze wird dadurch (auch weiterhin) nicht überschritten. Das folgt aus der Klarstellung des BMF vom 8.9.2017.

Empfehlung: Durch die Klarstellung des BMF vom 8.9.2017 haben Sie Planungs- und Kalkulationssicherheit, wenn Sie Geschäftspartnern ein Geschenk (z. B. Weihnachtspräsent) zukommen lassen wollen. Berücksichtigen Sie bei der 35-€-Grenze auch weiterhin nur den Kaufpreis für das Geschenk.

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Die Betragsgrenzen für Geschenke - und wie Sie finanzamtssicher kalkulieren

Geschenk an Geschäftspartner und Kunden

Kosten: Bis 10 €*

Es handelt sich um sogenannte Streumittel. Ihr Unternehmen kann die Kosten für diese Geschenke als Betriebsausgaben geltend machen. Diese Geschenke sind für die Empfänger nicht steuerpflichtig.

Kosten: Mehr als 10 bis 35 €*

Die Kosten für die Geschenke stellen Betriebsausgaben dar. Für die Empfänger sind diese Geschenke eine steuerpflichtige Betriebseinnahme. Die Steuerpflicht der Empfänger verhindern Sie dadurch, dass Ihr Unternehmen die Geschenke mit 30 % pauschal versteuert. Zusätzlich müssen Sie die beschenkten Geschäftspartner darüber informieren, dass Ihr Unternehmen die Steuer pauschal übernimmt.

Kosten: Mehr als 35 €*

Die Aufwendungen für diese Geschenke sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Für die Empfänger handelt es sich aber gleichwohl um steuerpflichtige Betriebseinnahmen. Diese Steuerpflicht für Ihre Geschäftspartner entfällt, wenn Ihr Unternehmen den Wert der Geschenke mit 30 % pauschal versteuert und die Geschäftspartner entsprechend informiert.

Beurteilung durch den BFH:

Die 35-€-Grenze versteht sich einschließlich der auf das Geschenk entfallenden Pauschalsteuer, weil die Übernahme der Steuer ebenfalls als Geschenk zu werten ist (BFH, Urteil vom 30.3.2017, Az. IV R 13/14). Beurteilung durch das BMF:

Die Finanzverwaltung hat das BFH-Urteil im Bundessteuerblatt veröffentlicht, sodass es für alle Finanzämter bindend ist. Zugleich hat das BMF in einer Fußnote aber auf sein Schreiben vom 19.5.2015 (Az. IV C 6 - S 2297-b/14/10001) mit der Vereinfachungsregelung in der dortigen Rdnr. 25 verwiesen. Danach ist bei der 35-€-Grenze nur der Preis für das Geschenk zu berücksichtigen.

(*Diese Betragsgrenze versteht sich für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen netto.)

Geschenk an Mitarbeiter

Kosten: Bis 60 €

Für Ihr Unternehmen handelt es sich um Betriebsausgaben. Für Ihre Mitarbeiter stellen diese Geschenke sogenannte Aufmerksamkeiten dar, die nicht steuerpflichtig sind.

Kosten: Mehr als 60 €

Die Aufwendungen für diese Geschenke stellen für Ihr Unternehmen Betriebsausgaben dar. Für Ihre Mitarbeiter handelt es sich um steuerpflichtigen Arbeitslohn. Die Steuerpflicht entfällt, wenn Ihr Unternehmen das Geschenk pauschal mit 30 % versteuert.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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