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Checkliste: Senken Sie Ihre Steuer durch Absetzung für Abnutzung (AfA) der Wirtschaftsgüter

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Wirtschaftsgüter absetzen
Urheber: Nomad_Soul | Fotolia

Von Michael Jansen, Sabine Feuersänger,

Wirtschaftsgüter, die Ihrem Betrieb länger als ein Jahr dienen sollen, zählen zu Ihrem Anlagevermögen. Nutzen sich solche Wirtschaftsgüter durch den Gebrauch ab, dürfen Sie diese Wertminderung – Absetzung für Abnutzung (AfA) genannt – als Betriebsausgabe geltend machen, wozu man auch „abschreiben“ sagt. Zur Ermittlung der Abschreibungsbeträge gibt es sehr detaillierte Regeln (siehe Beitrag A07 „Abschreibung“ in Ihrem Handbuch).

Das in der Praxis Wichtigste in der Zusammenfassung:

AfA: Kosten bewegliche Wirtschaftsgüter mehr als 1.000 € netto, schreiben Sie sie monatsgenau über die Jahre der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer laut amtlicher AfA-Tabelle ab. Beispiel: Sie kaufen am 2.5.2017 einen PC für 1.080 €, der über 3 Jahre abzuschreiben ist; dann setzen Sie im Jahr 2017 (1.080 € : 36 Monate x 8 Monate Mai bis Dezember =) 240 € als AfA ab.

Sonder-AfA: Als kleiner Betrieb dürfen Sie zudem eine Sonder-AfA nach § 7g EStG bilden: 20 % der Kosten beliebig verteilt auf die ersten 5 Jahre der Nutzung. Beispiel: Von den PC-Kosten (1.080 €) setzen Sie bereits im Jahr 2017 zusätzlich zur AfA von 240 € die volle Sonder-AfA von 216 € (= 20 % von 1.080 €) ab.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): Selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter mit Kosten von bis zu 410 € netto dürfen Sie bereits im ersten Jahr voll abschreiben. Beispiele: Bohrmaschine für 80 €, Büro- Kaffeeautomat für 300 €.

Sammelposten als Gestaltungsalternative: Sie können auch alle selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter mit Kosten von mehr als 150 € bis zu 1.000 € netto in einem jährlichen Sammelposten zusammenfassen und diesen einheitlich über 5 Jahre abschreiben – das aber nur, wenn Sie in dem betreffenden Jahr auf den Sofortabzug von GWG mit Kosten von 150 € bis zu 410 € verzichten!

Beispiel: Ihr Sammelposten 2017 be- steht aus 4 Wirtschaftsgütern à 160 €, 240 €, 700 € und 900 € – das sind 2.000 €. Davon schreiben Sie 2017 bis 2021 je 400 € ab. Im Jahr 2017 dürfen Sie dann daneben nur solche Güter als GWG absetzen, die bis zu 150 € netto kosten.

Gebrauchte Güter: Kaufen Sie ein gebrauchtes Wirtschaftsgut, können Sie den Kaufpreis genauso wie bei neuen Wirtschaftsgütern absetzen bzw. abschreiben.

Privateinlagen: Vergessen Sie nicht, die AfA solcher Güter geltend zu machen, die Sie aus dem Privat- in Ihr Betriebsvermögen einlegen. Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ist im Regelfall der Teilwert, also – grob gesagt – der geschätzte Marktwert. Ist ein Gut jedoch weniger als 3 Jahre alt oder wurde es zuvor schon einmal betrieblich genutzt und abgeschrieben, müssen Sie den Einlagewert nach speziellen Regeln ermitteln (§§ 6 Abs. 1 Nr. 5 und 7 Abs. 1 Satz 5 EStG).

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Nach diesen grundsätzlichen Hinweisen zur Abschreibung prüfen Sie jetzt, ob Sie die folgenden, von Selbstständigen häufig benötigten Wirtschaftsgüter in Ihrem Betrieb verwenden und somit die AfA ansetzen können:

Aktentasche: Beispiel für eine geradezu klassische Betriebsausgabe ist eine Aktentasche oder ein Aktenkoffer, wenn Sie dieses Gut fast ausschließlich beruflich nutzen, z.B. für den Gang zu Kunden oder zur Bank. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich für die Markentasche in Echtleder für mehrere 100 € entscheiden oder eine Billigversion nehmen, solange die Ausgabe im Verhältnis zu Ihrem Gewinn nicht vollkommen unangemessen ist.

Arbeitsmittel: Abschreiben dürfen Sie sämtliche beweglichen Wirtschaftsgüter Ihres Anlagevermögens, die Sie unmittelbar für Ihre Tätigkeit einsetzen. Das sind Geräte und Maschinen (Werkzeuge eines Handwerkers, Registrierkasse eines Händlers etc.), Bürotechnik (Fax-, Kopiergerät etc.) und Büromöbel (Schreibtisch, Regal etc.). Es liegt in Ihrem Ermessen, ob Sie Ihr Büro preiswert ausstatten oder sich für Designermöbel entscheiden. Sie können sogar eine Antiquität abschreiben, wenn Sie sie nicht nur zur Ausschmückung, sondern als Arbeitsmittel nutzen (BFH, 31.1.1986, Az. IV B 78/82).

Computer: Eine Computer-Anlage besteht aus Zentraleinheit, Monitor, Tastatur, Maus, Drucker, Scanner, Modem etc. Die einzelnen Teile sind nicht selbstständig nutzbar. Daher scheidet die Sofortabschreibung einzelner Teile als GWG oder deren Abschreibung im Sammelposten aus. Ausnahme: Externe Datenspeicher (z.B. USB-Sticks) und Multifunktionsgeräte (z.B. Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem Gerät) können Sie ggf. als GWG oder im Sammelposten abschreiben. Eine Computer-Anlage, die insgesamt mehr als 1.000 € netto kostet, schreiben Sie nach der amtlichen Abschreibungstabelle monatsgenau über 3 Jahre ab.

Computer im Home-Office: Beträgt die betriebliche Nutzung Ihres Computers mindestens 90 %, dürfen Sie ihn vollständig absetzen (BFH, 19.2.2004, Az. VI R 135/01). Diese fast ausschließlich betriebliche Nutzung wird bei Computern in von der Privatwohnung getrennten Betriebsräumen unterstellt. Bei einem Rechner in Ihrem Home-Office müssen Sie sie dem Finanzamt hingegen auf Nachfrage glaubhaft machen (z.B. weiterer PC für private Anwendungen vorhanden) – sonst setzt es 50 % Ihrer PC-Kosten als Privatentnahme an.

Fahrzeuge: Kosten für Nutzfahrzeuge schreiben Sie ab. Legen Sie einen Pkw in Ihr Betriebsvermögen ein, machen Sie auch für diesen Geschäftswagen die AfA geltend. Beachten Sie jedoch, dass Sie Ihre Privatnutzung zu versteuern haben, wenn Sie den Geschäftswagen nicht nachweislich zu mindestens 90 % betrieblich nutzen (siehe Beitrag G28 „Geschäftswagen: Privatnutzung“).

Software: Kaufen Sie einen PC zusammen mit System-Software zu einem einheitlichen Paketpreis, wird beides als Einheit behandelt (BFH, 8.2.1996, Az. III R 76/90). Sie schreiben die Software dann zusammen mit der Hardware ab. Eine Anwender-Software (z.B. MS Office, Virenschutz-Programme etc.) ist jedoch ein eigenständiges immaterielles Wirtschaftsgut und steuerlich gesondert zu behandeln (BFH, 15.6.2004, Az. VIII R 42/03). Betragen die Anschaffungskosten bis zu 410 € netto, behandeln Sie die Software wie ein GWG und setzen sie ggf. sofort ab. Ist eine Software teurer, schreiben Sie sie als immaterielles Wirtschaftsgut ab, und zwar Anwender-Software über 3 Jahre und individuelle ERP-Software (z.B. SAP) über 5 Jahre (BMF-Schreiben, 18.11.2005, Az. IV B 2-S 2172-37/05).

Software-Updates: Kosten für Updates, die keine neuen Programme beinhalten, setzen Sie wie die Wartung eines Wirtschaftsgutes sofort voll ab (Niedersächsisches Finanzgericht, 16.1.2003, Az. 10 K 82/99). Software-Versionen mit erweitertem Leistungsumfang (Upgrades) müssen Sie hingegen wie ein neues immaterielles Wirtschaftsgut behandeln. 

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