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Welche Familienförderung Ihnen zusteht

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Von Iris Schuler,

Haben Sie Kinder? Lassen Sie Ihre Kinder von einer Tagesmutter, im Kindergarten oder auf eine andere Weise kostenpflichtig betreuen? Dann können Sie als Familienförderung für diese Kosten Steuervorteile nutzen. Welche Regeln Sie für eine Familienförderung beachten müssen, lesen Sie in diesem Artikel.

Es gibt verschiedene Situationen, in denen Sie eine steuerliche Familienförderung in Anspruch nehmen können. Für die Familienförderung gibt es eine Einteilung in Gruppen:

  • Beide Elternteile oder ein allein erziehendes Elternteil sind erwerbstätig, die Kinder sind noch keine 14 Jahre alt.
  • Der Alleinerziehende oder ein nicht erwerbstätiges Elternteil sind in der Ausbildung, behindert oder krank. Das Alter der Kinder liegt ebenfalls zwischen 0 bis noch nicht14 Jahren.
  • Ein Elternteil ist erwerbstätig, das andere Elternteil kümmert sich um die Kinder. Die Kinder sind zwischen drei bis noch nicht sechs Jahre alt.
  • Die Eltern lassen Ihre Kinder im eigenen Haushalt betreuen.

Als Familienförderung können Sie für die Fälle 1,2 und 3 je nach Arbeitssituation und Alter der Kinder zwei Drittel der Betreuungskosten als Betriebsausgaben/Werbungskosten oder als Sonderausgaben absetzen. Der Höchstbetrag pro Kind beträgt € 4.000,-. Entscheiden Sie sich für diese Familienförderung, ist eine weitere Familienförderung für eine haushaltsnahe Kinderbetreuung nicht mehr möglich.

Gehören Sie zur Gruppe 4 und lassen Kinder in Ihrem eigenen Haushalt betreuen, können Sie ebenfalls Kosten absetzen, jedoch nicht als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben. Sie erhalten ein Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen.

Welche Familienförderung trifft auf Sie zu?

Möchten Sie für Ihre Familie die richtige Familienförderung finden, sollten Sie zunächst festlegen, zu welcher Fallgruppe Sie gehören. In dieser Serie finden Sie zu jeder Fallgruppe entsprechende Erläuterungen, die die jeweilige Familienförderung näher beleuchten. Außerdem finden Sie praktische Beispiele, damit Sie die steuerliche Entlastung durch die Familienförderung gleich berechnen können. Zudem bekommen Sie Hilfe, an welcher Stelle die Familienförderung in Ihrer Steuererklärung stehen sollte.

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Familienförderung der Fallgruppe 1

Familienförderung in Form von steuerlichen Vorteilen steht Ihnen zu, wenn Sie Kinder haben. Welche Familienförderung Sie bekommen, ist davon abhängig, zu welcher Fallgruppe Sie gehören.

Sind Sie und Ihr Partner erwerbstätig, erhalten Sie Familienförderung für Kinder, die noch nicht 14 Jahre alt sind oder sich wegen einer vor dem Alter von 27 Jahren eingetretenen Behinderung nicht selbst unterhalten können.

Sie als Unternehmer erfüllen ohnehin das Kriterium "erwerbstätig". Leben Sie mit dem anderen Elternteil zusammen, muss dieses ebenfalls erwerbstätig sein. Der Umfang der Erwerbstätigkeit spielt keine Rolle. Es ist möglich, dass Sie Ihren Partner offiziell in Ihrem Unternehmen, beispielsweise als € 400,- Kraft, einstellen, damit auch Ihr Partner eine Erwerbstätigkeit vorweisen kann.

Familienförderung: Kinderbetreuungskosten als Betriebsausgaben

Für Sie als Selbstständiger ist es vorteilhaft, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Als Selbstständiger können Sie zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten bis maximal € 4.000,- pro Kind als Betriebsausgaben absetzen. Der Vorteil dieser Familienförderung ist, dass die Kinderbetreuungskosten zu den Betriebsausgaben und nicht zu den Sonderausgaben zählen. Als Sonderausgaben gehen Kosten verloren, wenn das zu versteuernder Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt.

Betreuungskosten als Betriebsausgaben sind definitiv eine Familienförderung, weil sie die Steuerlast auf jeden Fall mindern. Den betrieblichen Verlust können Sie auf das letzte Jahr zurück- oder auf das kommende Jahr vortragen.

Die absetzbaren Kinderbetreuungskosten erfassen Sie in Ihrer EÜR.

Beispiele aus der Praxis:

Zahlen Sie beispielsweise € 720,- für den Kindergarten, sind € 480,- steuerlich abzugsfähig. Bei einem unterstellten Steuersatz von 20 Prozent können Sie eine Familienförderung in Form einer Entlastung von € 96,- in Anspruch nehmen.

Als Familienförderung können Sie Betreuungskosten unterschiedliche Arten steuerlich geltend machen. Es wäre beispielsweise eine Kombination der Kosten für eine Tagesmutter und Kindergarten möglich.

Familienförderung der Fallgruppe 2

Leben Sie als erwerbstätiger Selbstständiger mit dem anderen Elternteil zusammen und dieses ist in der Ausbildung, behindert oder krank, gehören Sie zur Fallgruppe 2.

Damit Sie Anspruch auf die Familienförderung haben, muss die Krankheit des einen Elternteils zusammenhängend über mindestens drei Monate bestanden haben.

Eine Ausnahme: Schließt die Krankheit an eine Erwerbstätigkeit oder eine Ausbildung an, zählen Sie schon ab dem ersten Krankheitstag zur Fallgruppe 2 und können dementsprechend eine Familienförderung in Anspruch nehmen.

Genau wie in Fallgruppe 1 erhalten Sie Familienförderung für Kinder, die noch nicht 14 Jahre alt sind oder sich wegen einer vor dem Alter von 27 Jahren eingetretenen Behinderung nicht selbst unterhalten können.

Im Unterschied zur Fallgruppe 1, also dem Fall, dass Sie und Ihr Partner erwerbstätig sind, können Sie zwei Drittel der Betreuungskosten zwar nicht als Betriebsausgaben, wohl aber als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Als Familienförderung absetzbar sind maximal € 4.000,- pro Kind. Die Sonderausgaben als Familienförderung tragen Sie im Mantelbogen zu Ihrer Einkommenssteuererklärung ein. Es ergibt sich für Sie ein steuerlicher Vorteil, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen ohne diesen Sonderausgabenabzug den Grundfreibetrag übersteigt.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Beide Eltern leben in einem gemeinsamen Haushalt. Er ist selbstständig, sie studiert noch. Das zweijährige Kind wird von einer Tagesmutter betreut. Die Kosten betragen pro Monat € 200,-

Von den jährlichen Kosten, die € 2.400,- betragen, sind € 1.600,- steuerlich abzugsfähig. Bei einem unterstellten Steuersatz von 25 Prozent können Sie als Familienförderung eine Entlastung von € 400,- in Anspruch nehmen.

Wenn Ihr Partner nicht erwerbstätig ist

Zur Fallgruppe 3 gehören Sie, wenn Ihr Partner nicht erwerbstätig ist, und Sie Kinder im Kindergartenalter haben. Fallgruppe 4 fast für die Familienförderung alle Familien zusammen, die ihre Kinder im eigenen Haushalt betreuen lassen.

In Fallgruppe 3 erhalten Sie Familienförderung nur für Kinder, die zwischen drei und sechs Jahren alt sind. Als Familienförderung können Sie zwei Drittel der Kosten für die Kinderbetreuung als Sonderausgaben absetzen. Die Familienförderung tragen Sie im Mantelbogen zu Ihrer Einkommenssteuererklärung ein.

Lassen Sie Ihre Kinder im eigenen Haushalt betreuen, gehören Sie zur Fallgruppe 4 und können einen Teil der Kosten als Familienförderung absetzen. Ob Ihr Partner erwerbstätig ist, spielt keine Rolle. Die Familienförderung machen Sie als haushaltsnahe Dienstleistung bei der Steuer geltend.

Nutzen Sie diese Art der Familienförderung, entfällt jedoch für dieses Kind die Familienförderung der Fallgruppen 1, 2 und 3.

Interessant ist diese Art der Familienförderung, wenn nur Sie erwerbstätig sind oder ein Kind haben, das unter drei beziehungsweise älter als fünf Jahre ist.

Die Familienförderung wird nur einmal für alle Haushaltsdienstleistungen gewährt. Das bedeutet, dass Sie in der Familienförderung Kosten für Putz- und Handwerksdienste sowie Kosten für die Betreuung der Kinder zusammenrechnen. Als Tagesmutter für die Kinderbetreuung können Sie selbst jemanden anstellen, die Dienstleistung einer selbstständigen Tagesmutter nutzen oder die Vermittlung über eine Agentur in Anspruch nehmen.

Familienförderung umfasst folgende Steuerboni:

  • 10 Prozent der Kosten, maximal €510,- pro Jahr für Minijobs im Haushalt
  • 12 Prozent der Kosten, maximal € 2.400,- pro Jahr für sozialversicherte Beschäftigungsverhältnisse im Haushalt
  • 20 Prozent der Kosten, maximal € 600,- pro Jahr für freie Dienstleistungen, zum Beispiel eine Kinderfrau über eine Agentur.
  • Zusätzlich gibt es zwei Steuerboni von je bis zu € 600,- für Pflegeaufwendungen und einfache Handwerkerdienstleistungen.

Familienförderung für folgende Kinderbetreuungskosten

  • Beiträge für Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Internate oder ähnliche Einrichtungen
  • Honorare für eine selbstständige Tagesmutter
  • Lohn- und Gehaltszahlungen an eine Tagesmutter, die Sie anstellen
  • Taschengeld für eine Au-pair-Hilfe

Eine Kinderbetreuung durch Angehörige können Sie ebenfalls als Familienförderung bei der Steuer geltend machen, wenn Sie für die Arbeit tatsächlich bezahlen. Verträge mit Angehörigen werden besonders geprüft. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie eine eindeutige schriftliche Vereinbarung treffen und diese auch durchführen.

Ebenfalls als Familienförderung steuerlich absetzbar sind Nebenkosten der Kinderbetreuung. Dazu zählen z.B. Fahrtkosten, die Ihnen entstehen, wenn Sie die betreuende Person abholen oder nach Hause fahren. Fahrtkosten für Ihre Wege zu einer betreuenden Einrichtung sind jedoch nicht als Familienförderung abziehbar.

Keine Familienförderung für folgende Kinderbetreuungskosten:

  • Vermittlung besonderer Fähigkeiten, zum Beispiel Tanz-, Musik- oder Ballettunterricht
  • Nachhilfe und spezielle Hausaufgabenbetreuung
  • Sportvereine
  • Klassenfahrten oder Freizeitaktivitäten
  • Speisen und Getränke zum Beispiel für das Mittagessen im Kindergarten
  • Spielzeug oder Bücher

Außerdem müssen Sie Arbeitgeberleistungen bei der Familieförderung herausrechnen. Übernimmt beispielsweise der Arbeitgeber Ihres Partners die Kosten für die Betreuung als Sozialleistung, dürfen Sie die Kosten nicht mehr als Familienförderung absetzen. Ziehen Sie den Zuschuss von Ihrem eigenen Aufwand ab. Das gilt auch für Kindergartenuschüsse der Gemeinde.

Als Familienförderung gelten nur Kosten, die Sie nachweisen können. Sammeln Sie deshalb Belege, aus denen die Höhe der Kosten hervorgeht. Als Rechnungen anerkannt sind auch Beitragsbescheide oder Gehaltszettel. Es ist empfehlenswert, sämtliche Geldbeträge zu überweisen, statt in bar auszuzahlen.

 

 

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