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Keine Betriebsprüfung ist wie die andere. Vor allem, wenn Sie bislang noch keine mitgemacht haben, sind anfangs viele Fragen offen. In diesem...

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Alarm! Betriebsprüfungsgefahr 2010!

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Steuer Betriebspruefung

Von Midia Nuri,

Zahlreiche Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer, die ich kenne, lachen darüber, wenn ich auf die Gefahr einer Betriebsprüfung hinweise. „Das passiert mir doch nicht!“, denken die meisten.

„Betriebsprüfungen bekommen doch nur große Unternehmen.“ So das weit verbreitete Vorurteil, mit dem sich viele Selbstständige in Sicherheit wiegen... Denn die Realität sieht anders aus. Betriebsprüfungen sind eine echte Bedrohung geworden – 2010 mehr als jemals zuvor!

Statistik zu Betriebsprüfungen der vergangenen Jahre veröffentlicht

Gerade eben sind die aktuellen Statistiken zu den Betriebsprüfungen des vergangenen Jahres veröffentlicht wurden. Hier die Zahlen:

  • Insgesamt 13.332 Betriebsprüfer waren im vergangenen Jahr unterwegs.
  • Zusammen erzielten sie bei ihren Prüfungen 20,9 Mrd. € Steuermehreinnahmen. Das sind volle 3,1 Mrd. € mehr als 2008 und 4,3 Mrd. € mehr als 2007.
  • Jeder einzelne Betriebsprüfer erzielte so im Durchschnitt eine zusätzliche Steuereinnahme von rund 1,6 Mio. €.
  • Bei so genannten Klein- und Kleinstbetrieben wurden 2009 insgesamt 112.379 Prüfungen durchgeführt. Diese führten zusammen zu Steuernachzahlungen in Höhe von 1,8 Mrd. €.
  • Das heißt: Nach dem rechnerischen Durchschnitt müssen Sie mit einer Nachzahlung in Höhe von 16.000 € rechnen, falls Sie von einer Prüfung betroffen sind!

Mehr Betriebsprüfungen als jemals zuvor

Diese Summe ist einmalig – niemals zuvor war sie so hoch. Und das kann nur eines für Sie bedeuten: Versuchen Sie die Gefahr einer Betriebprüfung so niedrig wie möglich zu halten. Denn die Erfahrung zeigt: Auch wenn Sie sich steuerlich bewusst nichts zu schulden kommen lassen: Im Falle einer Prüfung finden die gewieften Prüfer immer ein paar Haare in der Suppe, die Ihnen teuer zu stehen kommen. Nutzen Sie die unten stehende Checkliste! Trifft eine oder mehrere dieser Auffälligkeiten auf Sie zu, können Sie jederzeit mit dem Besuch des Prüfers rechnen. Versuchen Sie solche Auffälligkeiten zu vermeiden!

Bei diesen Auffälligkeiten steigt die Betriebsprüfungsgefahr

  • Ihre Steuererklärung ist nicht plausibel: Besonders misstrauisch wird das Finanzamt, wenn Ihre Steuererklärung und besonders die Angaben in Ihrem EÜR-Formular offensichtliche Ungereimtheiten enthalten, z. B. wenn Sie andauernde Verluste ausweisen oder einen deutlich niedrigeren Gewinn als vergleichbare Unternehmen erwirtschaftet haben.
  • Ihre Verhältnisse sind unübersichtlich: z. B. nicht eindeutige Besitzverhältnisse, verschachtelte Gesellschaftskonstruktionen oder mehrere Umstrukturierungen innerhalb eines Jahres. Auch eine Betriebsübergabe (z. B. an Ihre Kinder) kann Grund für eine Betriebsprüfung sein.
  • Eine frühere Prüfung führte zu erheblichen Steuernachzahlungen: Wiegen Sie sich nicht in Sicherheit, wenn der Steuerprüfer gerade erst in Ihrer Firma war. Gerade wenn der Finanzbeamte fündig wurde und Sie Steuern nachzahlen mussten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Finanzamt bald wieder eine so genannte Anschlussprüfung ansetzt.
  • Sie haben hohe Vorsteuer-Überschüsse geltend gemacht: Machen Sie hohe Vorsteuer-Überschüsse geltend (bekommen also nach Ihren Umsatzsteuer-Voranmeldungen oder -Erklärungen immer wieder Geld vom Finanzamt zurück), so müssen Sie mit einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung rechnen. Hierbei prüft der Finanzbeamte, ob Sie tatsächlich ordentliche Rechnungen vorlegen können, die die entsprechenden Umsatzsteuersummen ausweisen.
  • Stark schwankende Gewinne: Wenn Ihre Gewinne von Jahr zu Jahr stark schwanken, glaubt das Finanzamt schnell, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
  • Unbegründetes Herabsetzen der Vorauszahlungen: Lassen Sie Ihre Vorauszahlung nur dann herabsetzen, wenn echte Gründe dafür sprechen. Stellen Sie Ihre Zahlen schlechter dar, als sie tatsächlich sind, drohen ernsthafte Konsequenzen: Die falschen Angaben können als versuchte Steuerhinterziehung gewertet werden! Dann werden Hinterziehungszinsen fällig, und Sie können ziemlich sicher sein, dass sich das Finanzamt ab sofort genauer mit Ihnen und Ihren Zahlen beschäftigt.
  • Sehr geringe Einnahmen: Die erklärten Einnahmen/Entnahmen reichen kaum zur Deckung Ihres ­täglichen Lebensbedarfs.
  • Einlagen: Es werden regelmäßig Einlagen getätigt, deren Herkunft ungeklärt ist. Das Finanzamt will dann schnell überprüfen, ob es sich eventuell um Schwarzgeld handelt.
  • Größere Anschaffungen oder Verkäufe im Immobilienbereich
  • Pacht-, Miet- oder Arbeitsverträge mit nahen Angehörigen werden neu abgeschlossen oder verändert.
  • Permanent verspätete Zahlungen der Steuern. Tipp: Halten Sie sich penibel an alle Fristen für Ihre Voranmeldungen, Steuererklärungen und Zahlungen ans Finanzamt. Richten Sie – wenn Sie sicher sind, dass Ihr Konto immer über ausreichende Deckung verfügt – eine Abbuchungserlaubnis für die fälligen Steuerbeträge ein. So versäumen Sie keine Zahlungstermine. Und sollte das Finanzamt einmal unberechtigt Beträge abbuchen, können Sie die Abbuchung bei Ihrer Bank problemlos innerhalb von 6 Wochen rückgängig machen.

 

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