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Keine Betriebsprüfung ist wie die andere. Vor allem, wenn Sie bislang noch keine mitgemacht haben, sind anfangs viele Fragen offen. In diesem...

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Betriebsprüfung: Das wird ungemütlich (und teuer)

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Steuer Betriebsprüfung

Von Midia Nuri,

Die Finanzämter ziehen bei Betriebsprüfungen offenbar zurzeit immer stärker die Schraube an. Auch die Gerichte tragen mit Entscheidungen dazu bei, dass eine Betriebsprüfung immer ungemütlicher wird.

Hier zwei Beispiele, die zeigen, was im Fall einer Außenprüfung des Finanzamts heute auf Sie zukommen kann:

1. Der Blick in Ihren Computer

Betriebsprüfer können nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs Einsicht in Ihren Computer und dessen Systeme verlangen (BFH, Urteil vom 9.2.2011, Az. I B 151/10, NV) und sich damit auch Unterlagen anschauen, die nichts mit der Steuer zu tun haben.

In dem Fall hatte ein Unternehmen, das vom Finanzamt geprüft wurde, alle Belege und Dokumente nicht nur in Papierform aufbewahrt, sondern zusätzlich zur leichteren Auffindbarkeit eingescannt und in einem Dokumentenmanagement-System gespeichert.

Die Prüfer verlangten Zugriff auf das System, obwohl das Unternehmen versprach, alle gewünschten Dokumente im Original innerhalb einer Woche zur Verfügung zu stellen. Das reichte den Prüfern nicht – sie forderten Zugriff auf das System und damit auch auf interne Daten wie Schriftverkehr, der überhaupt nichts mit der Steuer und Buchhaltung zu tun hatte.

Das Gefährliche an einem solchen uneingeschränkten Zugriff:

Die Prüfer könnten „durch Zufall“ auf Zusammenhänge stoßen, die sie für steuerlich relevant halten, und die Prüfung dadurch unnötig weiter verkomplizieren.

Tipp: Erledigen Sie Ihre Buchhaltung und Steuerangelegenheiten mit dem Computer, müssen Sie dem Prüfer im Fall einer Betriebsprüfung Zugang zu Ihrem PC gewähren. Speichern Sie auf diesem Computer nur die für die Steuer relevanten Daten. Alle anderen Daten und Dokumente, die nicht für die Steuer benötigt werden, speichern Sie auf einem anderen PC. Vermengen Sie also auf keinen Fall Steuer- und andere Daten in einem Dokumentenmanagement-System. So vermeiden Sie die unangenehmen Zufallsfunde.

2. Verzögerungsgeld – das kann empfindlich teuer werden!

Auch wenn Sie sich über die Betriebsprüfung ärgern – bleiben Sie bei einer Prüfung immer schön freundlich und kooperativ. Sonst müssen Sie ganz schnell 2.500 € zahlen.

Das ist der Mindestbetrag des Verzögerungsgeldes, das Ihnen ein Betriebsprüfer aufbrummen kann, wenn er meint, dass Sie die Prüfung verzögern. Der Höchstbetrag liegt bei 250.000 € (§ 146 Abs. 2b Abgabenordnung). Den Mindestbetrag kann der Prüfer als Verzögerungsgeld z. ?B. in diesen Fällen festsetzen:

  • Sie stellen dem Prüfer Unterlagen, die er einsehen will, nicht oder nicht fristgerecht zur Verfügung.
  • Sie verwehren den Zugriff auf Ihren PC mit den Buchhaltungsdaten.
  • Sie geben keine bzw. unvollständige Auskünfte oder versuchen (aus Sicht des Prüfers), die Prüfung zu verschleppen.

Das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht hat in einem Urteil (vom 1.2.2011, Az. 3 K 64/10) entschieden, dass die Verhängung des umstrittenen Verzögerungsgeldes rechtens ist, wenn Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht werden.

Nach diesem Urteil ist zu erwarten, dass Prüfer schneller mit Verzögerungsgeld drohen, um unkooperativen Selbstständigen Beine zu machen.

Tipp: Die sicherste Vorbeugung gegen das empfindlich teure Verzögerungsgeld ist eine gute Vorbereitung auf eine Prüfung – damit Sie möglichst alle Unterlagen bereits griffbereit haben und auch heikle Fragen sicher beantworten können.

 

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