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Keine Betriebsprüfung ist wie die andere. Vor allem, wenn Sie bislang noch keine mitgemacht haben, sind anfangs viele Fragen offen. In diesem...

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Geben Sie dem Zufall in Finanzdingen keine Chance

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Von Midia Nuri,

Vor einigen Wochen versuchte ein Steuerberater, den Zufall juristisch auszuschließen. Und wehrte sich gegen eine Betriebsprüfung mit einem kuriosen Einwand, über den der Bundesfinanzhof (BFH) denn auch urteilte.

Der Fall

Das Finanzamt hatte bei einem Steuerberater, der gleichzeitig Wirtschaftsprüfer ist, eine Betriebsprüfung angeordnet. Nach Erhalt der Prüfungsanordnung bat der beim Finanzamt um eine schriftliche verbindliche Bestätigung seitens der Betriebsprüfung, dass diese keine Kopien und Kontrollmitteilungen fertigen werde. Solange eine solche Zusage nicht vorliege, halte er die Durchführung der Betriebsprüfung für unzulässig.

So schließen Sie den Zufall jedenfalls nicht aus

Der BFH schloss sich der Auffassung des Steuerberaters nicht an. Die Richter erklären ausdrücklich, dass eine Betriebsprüfung auch bei allen zur Verschwiegenheit verpflichteten Personen zulässig ist (BFH, Az. VIII R 61/06).

Damit darf der Fiskus auch bei Ärzten, Rechtsanwälten und anderen Unternehmern, die zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, Betriebsprüfungen durchführen und Kontrollmaterial sammeln und auswerten.

Fazit: Einzig Patientenakten sind tabu – aber selbst die nicht ganz

Allein die Patientenakten mit den genauen Diagnosen brauchen den Prüfern nicht vorgelegt zu werden. Das Finanzamt darf aber prüfen, ob alle Einnahmen verbucht worden sind. Hier sind z. B. Ärzte verpflichtet, den Prüfern notfalls geschwärzte Akten zur Verfügung zu stellen.

Das bedeutet das Urteil für Sie

Sie sollten Zufallsfunde der Finanzverwaltung etwa durch Kontrollmitteilungen stets einkalkulieren. Stellen Sie sich auch zukünftig darauf ein, dass Ihre Ausgangsrechnungen als Kontrollmitteilung in Ihrer Betriebsprüfungsakte landen. Bei der nächsten Prüfung werden die Beamten mit Sicherheit kontrollieren, ob Sie die Einnahmen auch ordnungsgemäß angegeben haben.

Achtung: Das Finanzamt nutzt wirklich jeden Zufallsfund

Bei einer Betriebsprüfung sollten Sie sich in Sachen Smalltalk sehr zurückhalten. Alles, was Sie erzählen, wird Ihr Prüfer bei der Prüfung berücksichtigen – auch das, was Sie zu steuerlich nicht relevanten Themen erzählen.

Auch wenn Sie also noch so arglos sein können: Erleichtern Sie sich selbst das Leben und erzählen dem freundlichen Prüfer lieber nichts von kostspieligen Hobbys oder der neu erworbenen Limousine.

So rüstet sich das Finanzamt technisch für den Zufall

Um dem Zufall Herr zu werden, rüstet die Finanzverwaltung aber auch technisch auf. Bei der immer häufiger vorgenommenen elektronischen Prüfung deckt die Auswertungssoftware in kürzester Zeit Unregelmäßigkeiten auf, wie etwa diese:

  • ob von tausenden Rechnungsnummern eine fehlt oder doppelt ist
  • ob sich bestimmte Zahlenkombinationen häufen – mit dem so genannten Chi²-Test
  • ob Ihr Kassenbuch schlüssig ist
  • ob der Wareneinsatz zu den Ausgangsumsätzen passt
  • ob bestimmte Ziffern in Ihren Büchern überzufällig häufig vorkommen
  • ob Ihre wirtschaftlichen Kennzahlen von Kennzahlen vergleichbarer Betriebe der Branche abweichen

Bei den Lohnkonten prüft der Betriebsprüfer außerdem

  • die Bankverbindungen für alle Arbeitnehmer
  • Zahlungen an Arbeitnehmer, die nicht als Lohn erfasst wurden
  • sehr hohe steuerfreie Reisekosten
  • sowie häufige Warenverkäufe an Arbeitnehmer

 

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