Gratis-Download

Keine Betriebsprüfung ist wie die andere. Vor allem, wenn Sie bislang noch keine mitgemacht haben, sind anfangs viele Fragen offen. In diesem...

Jetzt downloaden

Mindestlohn ist ein wichtiger Prüfpunkt in der Lohnsteuer-Nachschau

0 Beurteilungen
Urheber: Björn Wylezich | Fotolia

Von Midia Nuri,

Die vielen mit dem gesetzlichen Mindestlohn erlassenen Meldepflichten lassen es ahnen: Der Gesetzgeber hält ein genaues Auge darauf, ob Sie Ihren Arbeitnehmern den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,50 € auch bezahlen.

Achtung: Die Einhaltung der Anforderungen in Zusammenhang mit dem gesetzlichen Mindestlohn ist ein neuer – und genau kontrollierter – Prüfungsbereich der Lohnsteuernachschau.

In diesen Fällen kommt eine Lohnsteuernachschau in Betracht 

  • Beteiligung der Finanzverwaltung an den Einsätzen der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“,
  • zur Feststellung Ihrer Arbeitgebereigenschaft,
  • zur Feststellung der Arbeitnehmereigenschaft Ihrer Mitarbeiter,
  • zur Feststellung der Anzahl der insgesamt bei Ihnen beschäftigten Arbeitnehmer,
  • wenn Sie Ihren Betrieb neu eröffnen,
  • um festzustellen, ob Sie eine lohnsteuerliche Betriebsstätte unterhalten,
  • um festzustellen, ob eine Person bei Ihnen selbstständig oder als Arbeitnehmer tätig ist,
  • zur Prüfung der steuerlichen Behandlung von Minijobs,
  • zur Prüfung, ob Sie die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) Ihrer Arbeitnehmer richtig abgerufen und angewendet haben,
  • zur Prüfung, ob Sie alle Vorschriften zur Pauschalierung der Lohn- oder Einkommensteuer richtig angewendet haben. 

Das macht die Lohnsteuernachschau so speziell

Die Lohnsteuernachschau kann bei Ihnen vorgenommen werden, ohne dass ein Verdacht besteht, dass Sie Steuern nicht ordnungsgemäß berechnet und abgeführt haben.

Und außerdem: Die Behörden sind nicht verpflichtet, Ihnen die Lohnsteuernachschau anzukündigen (§ 42g Abs. 2 Satz 2 EStG). Ganz im Gegenteil: Die Anordnung der Lohnsteuernachschau erfolgt meistens mündlich und regulär erst dann, wenn die Prüfer bereits bei Ihnen in der Tür stehen. Und genau das ist auch Sinn und Zweck der Lohnsteuernachschau: Die Prüfer sollen sich einen nicht manipulierten Eindruck von den räumlichen Verhältnissen bei Ihnen und Ihrem üblichen Geschäftsbetrieb verschaffen können.

Verhalten Sie sich unauffällig

Da die personellen Kapazitäten des Finanzamts und des Zolls aber begrenzt sind, kommt eine Lohnsteuernachschau häufiger bei Arbeitgebern vor, bei denen Verdachtsmomente auf steuerunehrliches Verhalten vorliegen, ohne dass bereits ein strafrechtlich relevanter Anfangsverdacht vorliegt, insbesondere Schwarzarbeit und Scheinarbeitsverhältnisse.

Tipp: Auch die mit dem gesetzlichen Mindestlohn verbundenen Pflichten sollten Sie penibel erfüllen. Je unauffälliger Sie sich verhalten, desto geringer ist die Gefahr, unangekündigt Besuch für eine Lohnsteuernachschau zu bekommen.

Anzeige

Darauf sollten Sie achten

Achten Sie darauf, dass die Prüfer Ihnen zu Beginn der Nachschau den bundeseinheitlichen Vordruck „Durchführung einer Lohnsteuernachschau“ aushändigen. Beachten Sie die darin enthaltenen Hinweise zu Ihren Rechten und Pflichten. Weiterhin sollten Sie darauf bestehen, dass sich die mit der Lohnsteuernachschau beauftragten Amtsträger ausweisen.

Diese Mitwirkungspflichten haben Sie

Wenn die Beamten bei Ihnen die Lohnsteuernachschau durchführen, sind Sie verpflichtet, ihnen 

  • Lohn- und Gehaltsunterlagen,
  • Aufzeichnungen, z. B. über steuerfreie oder pauschalversteuerte Leistungen,
  • Bücher,
  • Geschäftspapiere und
  • andere Urkunden

vorzulegen, die die Prüfer benötigen, um einen bestimmten Sachverhalt feststellen und beurteilen zu können (§ 42g Abs. 3 Satz 1 EStG).

Diese Rechte haben die Prüfer bei der Lohnsteuernachschau

Die Prüfer dürfen Ihre Räume nur dann betreten, wenn das erforderlich ist, um Sachverhalte festzustellen oder zu überprüfen, die für den Steuerabzug vom Arbeitslohn erheblich sein können.

Tipp: Ein Durchsuchungsrecht gewährt die Lohnsteuernachschau den Prüfern nicht. Aber: Das bloße Betreten oder Besichtigen von Geschäftsräumen, Betriebsräumen oder Grundstücken ist noch kein Durchsuchen. Das dürfen die Prüfer ausdrücklich. Die Prüfer dürfen sich auch nicht gewaltsam Zutritt zu Ihren betrieblichen Räumen verschaffen, wenn Sie ihnen den Zutritt verweigern.

Achtung: Allerdings können die Betriebsprüfer die Nachschau durchaus mit Zwangsmitteln durchsetzen.

Tipp: Wenn Sie nichts zu verbergen haben, sollten Sie den Prüfern den Zugang zu Ihren Geschäftsräumen keinesfalls verweigern. Eine Weigerung, die Nachschau zu gestatten, kann den sofortigen Einsatz der Steuerfahndung heraufbeschwören. Das ist nicht ratsam.

Steuern und Bilanzierung aktuell

Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
13 Beurteilungen
17 Beurteilungen
1 Beurteilung
Produktempfehlungen

Die besten Steuer-Spar-Möglichkeiten zum Wohle Ihres Unternehmens

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Gehört. Gelesen. Verstanden.

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Betriebsprüfungssichere Empfehlungen, mit denen Sie jederzeit das meiste für sich herausholen

Das Rundum-Wohlfühl-Paket im Rechnungswesen