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Keine Betriebsprüfung ist wie die andere. Vor allem, wenn Sie bislang noch keine mitgemacht haben, sind anfangs viele Fragen offen. In diesem...

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Verzögerungsgeld bei Betriebsprüfungen: Nicht alles ist erlaubt

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Betriebsprüfung
Urheber: Jamrooferpix | Fotolia

Von Gerhard Schneider,

2.500 bis 250.000 € kann Ihnen ein Betriebsprüfer als Verzögerungsgeld „aufbrummen“, wenn er der Meinung ist, dass Sie die Prüfung verzögern, sich nicht kooperativ zeigen oder den Zugriff auf Unterlagen verwehren (§ 146 Abs. 2b Abgabenordnung). Ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) stellt aber klar: Verzögerungsgeld darf nicht 2-mal festgesetzt werden (BFH, Urteil vom 16.6.2011, Az. IV B 120/10).

In dem verhandelten Fall hatte ein Selbstständiger bei einer Betriebsprüfung die vom Finanzamt angeforderten Unterlagen nicht abgeliefert. Daraufhin musste er Verzögerungsgeld zahlen. Als er danach immer noch nicht alle Unterlagen bereitstellte, wollte das Finanzamt ein zweites Verzögerungsgeld verhängen. Doch das geht nicht, urteilten die BFH-Richter. Wegen eines Vergehens darf das Finanzamt nur einmal „hinlangen“.

Steuer-Spar-Tipp: Sind Sie von einer Betriebsprüfung betroffen, vermeiden Sie deshalb jeden Eindruck, unkooperativ zu sein. Halten Sie sich an alle Fristen, um die Verhängung eines Verzögerungsgeldes möglichst von vornherein auszuschließen.

Umsatzsteuer-Nachschau

Zu einer Nachschau darf der Prüfer ohne Anmeldung in Ihrer Firma erscheinen und Einsicht in Ihre Unterlagen verlangen, die die Umsatzsteuer betreffen. Dabei wird vor allem geprüft, ob Ihre einzelnen Eingangs- und Ausgangsrechnungen korrekt sind (§ 14 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz), also wirklich zum Vorsteuerabzug berechtigen. Außerdem schauen die Prüfer nach, ob tatsächlich die Wirtschaftsgüter vorhanden sind und betrieblich genutzt werden, aus deren Kauf Sie Vorsteuer geltend gemacht haben. Achten Sie also auf jeden Fall darauf, dass Ihnen in diesen Punkten keine Fehler unterlaufen.

Empfehlung: Treffen Sie geeignete Vorkehrungen

Gestalten Sie Ihre Umsatzsteuer-Unterlagen und den PC-Arbeitsplatz, an dem Sie Ihre Steuer erledigen, so, dass sich jederzeit ein Prüfer davor setzen könnte. Gehen Sie dazu am besten folgendermaßen vor:

  • Nutzen Sie für Ihre (Umsatz-)Steuerangelegenheiten einen eigenen PC, auf dem ansonsten keine Daten gespeichert sind. So ist sichergestellt, dass der Prüfer nicht„zufällig“ auf für ihn interessante Daten stößt.
  • Erledigen Sie gerade Ihre Umsatzsteuer immer pünktlich, vollständig und zu 100 % korrekt, damit Sie nie von einem Besuch unangenehm überrascht werden können.
  • Nehmen Sie bei allen Punkten, die fraglich oder kompliziert sein könnten, erklärende Notizen oder Belege zu den Unterlagen

Auslöser für eine Umsatzsteuer-Nachschau

Die Wahrscheinlichkeit einer Umsatzsteuer-Nachschau steigt, wenn es gewisse Besonderheiten oder Auffälligkeiten gibt. Die häufigsten Auslöser für die unangenehme Umsatzsteuer-Nachschau finden Sie hier:

Existenz- und Neugründungen

Als frischgebackener Unternehmer sind Sie überdurchschnittlich häufig von einer Umsatzsteuer-Nachschau betroffen. Grund: Immer wieder werden Unternehmen nur zum Schein gegründet, um Vorsteuer ziehen zu können.

Gegen diese Gefahr können Sie wenig unternehmen – ein gewisser Anteil der Neugründungen wird zufällig ausgewählt.

Häufige oder hohe Vorsteuer-Erstattungen

Wenn sich aus Ihrer monatlichen oder quartalsweisen Umsatzsteuer-Voranmeldung ein Erstattungsbetrag ergibt, wird das Finanzamt hellhörig – vor allem dann, wenn es mehrere Monate hintereinander passiert oder wenn es um größere Beträge geht.

Auffälligkeiten bei Ihren Geschäftspartnern

Leider können Sie auch von einer Nachschau betroffen sein, wenn Sie sich selbst nicht das Geringste zuschulden kommen lassen und auch keine umsatzsteuerlichen Besonderheiten aufweisen. Dies kann der Fall sein, wenn Geschäftspartner von Ihnen auffällig werden.

Tipp: 

  • Überprüfen Sie, ob Unternehmen, mit denen Sie erstmals zusammenarbeiten, im Handelsregister eingetragen sind.
  • Checken Sie, ob das Unternehmen am angegebenen Firmensitz tatsächlich existiert.
  • Machen Sie mit Ihnen unbekannten Unternehmen zum Start nur Geschäfte in kleinerem Rahmen.

Abweichungen zwischen Voranmeldungen und Jahreserklärung

Erklären Sie nach Jahresende höhere Umsätze als zuvor in den Voranmeldungen, sodass sich eine Umsatzsteuer-Nachzahlung ergibt, wecken Sie schnell das Misstrauen des Finanzamts. Möglich ist auch, dass Sie in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung weniger Erlöse als in den Voranmeldungen angeben. Das ist nur auf Fehler in Ihrer Buchführung zurückzuführen, die Sie erklären müssen und denen eventuell durch eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung nachgegangen wird.

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Achtung: Der Prüfer darf Fotos machen, aber ...

Das Fotografieren bei Betriebsprüfungen ist prinzipiell erlaubt. Untersagen können Sie dem Prüfer das Fotografieren also nicht. Doch es gibt Einschränkungen, an die er sich halten muss.

  • Der Prüfer darf nur Ihre betrieblichen Räume fotografieren. Das heißt z. B.: Befindet sich Ihr Büro in Ihrer Privatwohnung, darf er nur Fotos im Büro machen. Ihre Privaträume sind tabu.
  • Eine Betriebsprüfung ist keine Hausdurchsuchung! Das heißt: Der Prüfer darf nur Gegenstände fotografieren, die offen in Ihren Geschäftsräumen stehen. Er darf also z. B. keine Schränke öffnen, darin suchen und Fotos machen.
  • Besonders wichtig: Der Prüfer darf – ohne Einverständnis – kein Foto von Mitarbeitern oder von Ihnen selbst machen.
  • Es muss einen Grund für die Fotos geben. Das heißt: Die Fotos müssen eine steuerlich relevante Information dokumentieren. Fragen Sie danach, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Prüfer wahllos alles fotografiert. 

 

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