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Jahressteuergesetz 2010 – Diese Änderungen für 2011 sollten Sie kennen

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Das Jahressteuergesetz 2010 fällt mit rund 200 Änderungen in allen steuerlichen Bereichen sehr umfangreich aus. Doch liest man das Gesetz zwischen den Zeilen, fällt auf, dass viele dieser Änderungen 2011 die Übernahme aktueller Urteile oder Klarstellungen von Zweifelsfragen betreffen.

Um steuerlich sicher ins Jahr 2011 starten zu können, sollten Sie insbesondere folgende Änderungen 2011 des Jahressteuergesetzes, das am 13.12.2010 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, kennen:

Steuerschuldnerschaft I: Neuerungen für Gebäudereiniger

Erbringt Ihr Unternehmer Leistungen der Gebäudereinigung, dürfte es keine Seltenheit sein, wenn Ihr Unternehmen bei guter Auftragslage andere Unternehmen der Reinigungsbranche kurzfristig engagiert. Ab 2011 müssen Sie hier jedoch Änderungen bei der Rechnungsstellung beachten. Ab 2011 gilt hier nämlich die so genannte Steuerschuldnerschaft nach § 13b Umsatzsteuergesetz (UStG). Danach darf der beauftragte Unternehmer in einer Rechnung über Reinigungsleistungen keine Umsatzsteuer mehr ausweisen. Ihr Unternehmen hat die Umsatzsteuer auszurechnen und dem Finanzamt zu erklären. Im selben Atemzug kann Ihr Unternehmen jedoch in gleicher Höhe Vorsteuer gegenrechnen.

Die Änderungen 2011 gelten nur dann, wenn Ihr Unternehmen selbst Reinigungsleistungen erbringt und Eingangsrechnungen über Reinigungsleistungen anderer Unternehmer bekommt. Führt Ihr Unternehmen Reinigungsleistungen für Privathaushalte oder Unternehmer, die nicht der Reinigungsbranche angehören, aus, ändert sich an der Rechnungslegung 2011 nichts.

Praxis-Tipp: Da Sie bis zum Jahreswechsel nicht viel Zeit hatten, Ihre Rechnungsstellung auf die neuen gesetzlichen Vorgaben umzustellen, dürfte es wie in der Bauwirtschaft bei Einführung der Steuerschuldnerschaft im Jahr 2004 eine Übergangsregelung geben. Danach dürfte es nicht beanstandet werden, wenn die Steuerschuldnerschaft erst ab 1.7.2011 angewandt wird.

Steuerschuldnerschaft II: Altmetalle im Visier

Fällt in Ihren Unternehmen Stahlschrott an und wird dieser an Schrotthändler verkauft, bringt das Jahressteuergesetz 2010 auch für Sie Änderungen. Hier gilt künftig ebenfalls die Steuerschuldnerschaft. Das bedeutet im Klartext. Sie dürfen in der Rechnung an den Schrotthändler keine Umsatzsteuer mehr ausweisen und müssen auf der Rechnung den Vermerk anbringen, dass die Umsatzsteuer nach § 13b UStG der Leistungsempfänger schuldet.

Verkauf von GmbH-Anteilen: Voller Kostenabzug künftig tabu

Halten Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH an Ihrer Kapitalgesellschaft mehr als 1 % des Stammkapitals im Privatvermögen, müssen Sie Verkaufsgewinne nach § 17 Einkommensteuergesetz (EStG) mit dem Finanzamt teilen. Seit 2009 gilt jedoch das Teileinkünfteverfahren. Danach haben Sie als Anteilseigner nur 60 % Ihres Gewinns zu versteuern, dürfen dem Finanzamt aber auch nur 60 % Ihrer Ausgaben im Zusammenhang mit der Beteiligung präsentieren.

Der Bundesfinanzhof erlaubte jedoch den vollen Abzug der Ausgaben, wenn Sie als privater Anteilseigner niemals Einnahmen aus der Beteiligung erzielt haben (BFH, Urteile vom 25.6.2009, BStBl 2010 II S. 220, und vom 18.3.2010, Az. IX B 227/09).

Änderungen 2011: Mit dem Jahressteuergesetz 2010 hebelt der Gesetzgeber diese steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung des BFH aus. Danach dürfen nur 60 % der Ausgaben abgezogen werden, sofern Sie als Anteilseigner die „Absicht zur Erzielung von Betriebsvermögensmehrungen oder Einnahmen“ hatten.

Ermittlung der Lohnsteuer 2011: Keine neuen Lohnsteuerkarten mehr

Sicherlich ist es Ihnen schon aufgefallen, dass Sie von Ihren Mitarbeitern noch keine Lohnsteuerkarten für 2011 erhalten haben. Daran ist das Jahressteuergesetz 2010 schuld. Denn hier steht schwarz auf weiß, dass im Vorgriff auf die Umsetzung der elektronischen Übermittlung und Datenabholung für das Jahr 2011 die Lohnsteuerkarten 2010 bis auf weiteres gültig bleiben.

Mit anderen Worten: Ist auf der Lohnsteuerkarte 2010 ein Freibetrag vermerkt, müssen Sie diesen ebenso wie die Steuerklasse 2010 bei der Ermittlung der Steuerabzugsbeträge 2011 berücksichtigen.

Praxis-Tipp: Die 2. Phase des Projekts ELENA, die eigentlich 2012 mit der elektronischen Abholung der Lohnsteuerdaten der Mitarbeiter starten sollte, wird aus finanziellen Gründen auf 2014 verschoben. Die Umsetzung ist nach einem Gutachten sowohl für Unternehmer als auch für die Finanzverwaltung unangemessen kostspielig.

Änderungen, die nicht im Jahressteuergesetz 2010 zu finden sind

Abschreibung: Die degressive Abschreibung für Investitionen ins Anlagevermögen wird wieder einmal abgeschafft. Bei Kauf von Maschinen, Pkw oder Werkzeugen seit 1.1.2011 kommt für Ihr Unternehmen nur noch die lineare Anschreibung in Betracht.

Investitionsabzugsbetrag: Erfüllt ihr Unternehmen die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG, dürfen Sie bei geplanten Investitionen innerhalb der nächsten 3 Jahre 40 % der voraussichtlichen Investitionskosten als Betriebsausgaben abziehen. Doch Vorsicht: Ab 2011 darf der Wert des Betriebsvermögens bei bilanzierenden Unternehmen nicht mehr als 235.000 € betragen (bisher 335.000 €).

E-Bilanz: Eigentlich sollten Sie als bilanzierender Unternehmer ab 2011 Ihre Bilanzdaten elektronisch ans Finanzamt übermitteln. Wegen technischer Probleme wird der Start jedoch auf Wirtschaftsjahre verschoben, die nach dem 31.12.2011 starten.

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