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Leasing: So nutzen Sie als Selbstständiger alle steuerlichen Vorteile

 
Leasing
Urheber: Stasique | Fotolia

Von Günter Stein,

Ihr Finanzamt schaut bei Leasingverträgen genau hin. Vor allem möchte es wissen: Wer ist der wirkliche Eigentümer des geleasten Gegenstands – Sie oder die Leasing-Firma?

Diese Unterscheidung ist extrem wichtig. Kommt das Finanzamt nämlich zu der Auffassung, dass Sie der Eigentümer sind, wird Ihr Leasingvertrag steuerlich wie ein Ratenkauf behandelt.

Folge: Sie können nicht mehr die monatlichen Raten geltend machen, sondern müssen den geleasten Gegenstand nach den amtlichen Abschreibungstabellen abschreiben. Das sind die sogenannten AfA- Tabellen, die für Sie auf www.selbststaen dig-heute.de zum kostenlosen Download bereitstehen.

Beispiele:

  • Ein Auto schreiben Sie im Regelfall über sechs Jahre ab.
  • Büromöbel werden über 13 Jahre abgeschrieben.
  • Computer schreiben Sie über drei Jahre ab

So machen Sie alles richtig

Das Finanzamt achtet vor allem auf diese Punkte:

  • Der Leasingvertrag läuft mindestens über 40 % der betriebsüblichen Nutzungsdauer (Auto = 6 Jahre = 72 Monate. Damit muss der Leasingvertrag mindestens 40 % von 72 Monaten (= 29 Monate) laufen).
  • Der Leasingvertrag läuft keinesfalls länger als 90 % der betriebsüblichen Nutzungsdauer (90 % von 72 Monaten = 64 Monate).
  • Bei E-Bikes beträgt die betriebsübliche Nutzungsdauer übrigens sieben Jahre, damit die Mindestleasing-Dauer 34 Monate und die maximale Leasingdauer 75 Monate.

Das gilt in Bezug auf die Umsatzsteuer!

Solange Sie die beiden oben genannten Grenzen einhalten, können Sie auch die Umsatzsteuer aus den Leasingraten steuerlich geltend machen. Schließlich handelt es sich beim Leasing aus Finanzamtsicht um einen sogenannten Leistungsaustausch.

Das gilt in Bezug auf Leasing-Sonderzahlungen

Oft werden Leasing-Sonderzahlungen vereinbart, die die monatlichen Raten drücken, weil Sie gleich zu Beginn des Leasingvertrags eine größere Summe zahlen. Das lohnt sich vor allem am Jahresende, wenn Sie merken, dass Ihr Gewinn im auslaufenden Jahr hoch ausfallen wird und Sie diesen sinnvoll noch ein wenig senken möchten, um später für das auslaufende Jahre nicht allzu hohe Steuernachzahlungen leisten zu müssen. Denn:

Wenn Sie Einnahmen-Überschuss-Rechner sind, können Sie eine eventuell zu leistende oder vereinbarte Leasing-Sonderzahlung sofort als Betriebsausgabe abziehen (BFH, Urteil vom 5.5.1994, Az. VI R 100/93). Wenn Sie bilanzieren, lohnt sich das Ganze nicht. Denn dann schreiben Sie auch die Sonderzahlung über die Laufzeit des Leasingvertrags ab.

Leasing: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

  • Ihre Liquidität wird geschont, da Sie nicht den kompletten Preis bei der Anschaffung bezahlen müssen.
  • Sie können die Leasingraten während der Laufzeit des Vertrags mit dem Leasings erwirtschaften.
  • Die monatliche Leasingrate ist insbesondere beim Leasing mit dem Restwert geringer als ein Ratenkredit.
  • Leasingistauchbei" angeschlagener" Kreditbonität denkbar.

Nachteile:

  • Häufig insgesamt etwas teurer als ein klassischer Bankkredit.
  • Das Leasinggut kann nicht zur Sicherheit für Kredite verwendet werden.
  • Emotionales Problem: Das Leasinggut gehört Ihnen nicht.
  • Leasing ist auch bei "angeschlagener" Kreditbonität denkbar.

Als weiterer Vorteil wird häufig genannt, dass Sie sich beim Ende der Laufzeit des Vertrags nicht um den Verkauf kümmern müssen. Erfahrungsgemäß wird dieser Vorteil aber oft dadurch kompensiert, dass bei Laufzeitende Diskussionen mit dem Leasinggeber darüber anstehen, ob der Restwert des Leasingguts beeinträchtigt ist, beispielsweise durch angeblich übermäßige Verschleißerscheinungen am geleasten Fahrzeug.

Tipp: Die steuerlichen Folgen eines Leasingvertrags sind stark einzelfallabhängig. Lassen Sie sich nicht von dem Verkäufer/Leasinggeber blenden, sondern ...

  • lassen Sie ein Leasingangebot immer auch von Ihrem Steuerberater prüfen
  • ziehen Sie darüber hinaus die Möglichkeit eines Ratenkredits in Betracht.

Das kann für Sie besonders interessant sein, um das emotionale Problem mit dem Eigentum zu lösen. Darüber hinaus brauchen Sie dann am Ende des Vertrages nicht darüber zu verhandeln, ob der Restwert angepasst werden muss.

Sie haben insoweit Planungssicherheit. Und nicht vergessen: Beim Barkauf gibt es oft zusätzliche Rabatte. Auch das können Sie gegebenenfalls in Betracht ziehen, aber natürlich nicht, ohne hartnäckig zu verhandeln.

Steuern und Bilanzierung aktuell

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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