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Wie Sie sich jetzt noch die maximale Steuerersparnis für 2016 sichern

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Steuerersparnis
Urheber: Marco2811 | Fotolia

Von Michael Jansen,

Jetzt wird es höchste Zeit, sich die Auswertung Ihres Buchführungsprogramms oder die betriebswirtschaftliche Aufstellung Ihres buchführenden Steuerberaters oder Ihres Buchführungsbüros anzuschauen.

Denn das Jahr neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Und möglicherweise liegt Ihr Betriebsergebnis über dem des Vorjahres. Das ist schön, kann im übernächsten Jahr aber weitere Folgen haben.

Wahrscheinliches Szenario: Ihre Steuererklärung für 2015 geben Sie bis spätestens 31.12.2016 ab. Das Finanzamt wird sie bearbeiten und dann irgendwann Mitte 2017 die Nachzahlung bestimmen, aber nicht nur die für 2015, sondern gleichzeitig wird es auch nachträglich die Vorauszahlungen für 2016 heraufsetzen, diesen Betrag sofort einfordern, die bis dahin von Ihnen schon geleisteten Vorauszahlungen für 2017 anpassen und die Summe von Ihnen verlangen. Das kann richtig ins Geld gehen.

Beispiel: Aufgrund Ihrer Steuererklärung 2015 werden Nachzahlungen in Höhe von 10.000 € fällig. Folge: Das Finanzamt wird im ungünstigsten Fall 10.000 € für 2015 nachfordern und 10.000 € auf die bereits geleisteten Vorauszahlungen 2016 zusätzlich festsetzen – plus 10.000 € für 2017. Haben Sie 2017, zum Zeitpunkt des Bescheids, schon 2 der 4 Quartalsvorauszahlungen geleistet, werden damit auf einen Schlag 10.000 € plus 10.000 € plus 5.000 €, also 25.000 € fällig.

Sie tun gut daran,

  1. immer daran zu denken, dass das Finanzamt von Ihrem Gewinn etwas abhaben will. Deshalb empfehle ich Ihnen, mindestens 30% des Gewinns regelmäßig auf ein eigenes Konto zu überführen, das Sie nicht für Ihre laufenden Ausgaben nutzen. So haben Sie das Geld für das Finanzamt parat und kommen nicht in Versuchung, zu viel auszugeben;
  2. jetzt vor dem langsam, aber sicher nahenden Jahresende einen Blick auf Ihr Betriebsergebnis zu werfen, um – wo sinnvoll – noch einige Sofortmaßnahmen zu ergreifen.

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Welche 5 Sofortmaßnahmen sinnvoll sind

1. Anschaffungen vorziehen! 

Sinnvolle Anschaffungen, die Sie für das kommende Jahr planen, könnten Sie vorziehen. Hier besonders interessant: Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 410 € netto, denn deren Kosten können Sie im Jahr der Anschaffung sofort in vollem Umfang geltend machen.

2. Rechnungsstellung verschieben

Eine Methode, die auch ich hin und wieder anwende: Rechnungen, die ich eigentlich noch im laufenden Jahr stellen müsste, stelle ich erst kurz vor dem Jahreswechsel. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Sie nach dem sogenannten Zuflussprinzip versteuern. Das Finanzamt nennt dies auch „Ist-Besteuerung“. Das Geld aus der Rechnung gilt erst als zugeflossen, wenn es bei mir auf dem Konto ist. Ein Vorteil für alle Nicht-Bilanzierer.

Sollten Sie nicht „Ist-besteuert“ werden, d. h., wird bei Ihnen die Steuer fällig, sobald eine Rechnung gestellt ist, können Sie diese Möglichkeit trotzdem nutzen: Sie stellen die Rechnung dann eben erst am 01.01.2017 oder gleich in der ersten Januarwoche.

3. Schöne Weihnachtsfeier

Sie sind mit dem Verlauf dieses Jahres zufrieden und möchten sich bei Ihren Mitarbeitern bedanken? Dann laden Sie – oder Ihr mitarbeitender Lebenspartner – Ihr Team doch zu einer betrieblichen Weihnachtsfeier ein! Wenn diese Feier allen Mitarbeitern offen steht, können Sie 110 € brutto pro Mitarbeiter für die Feier (inklusive Programm) ausgeben, ohne dass Steuern und Sozialabgaben für die Mitarbeiter anfallen. Die 110 € können Sie als Betriebsausgaben ergebnismindernd geltend machen – ein zusätzlicher Motivationsschub für Ihre Mitarbeiter.

Bitte beachten: Oft ist es üblich, dass auch die Lebenspartner oder Kinder der Mitarbeiter an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Hier lauert eine Falle: Die 110-€-Grenze gilt nicht pro Teilnehmer Ihrer Veranstaltung, sondern pro teilnehmenden Mitarbeiter!

Beispiel: Sie veranstalten eine Weihnachtsfeier für Ihre 5 Mitarbeiter, die jeweils ihren Lebenspartner mitbringen, also für insgesamt 10 Teilnehmer. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 700 € – macht pro Teilnehmer 70 €. Aber Vorsicht! Die Gesamtkosten dürfen nur pro teilnehmenden Mitarbeiter gerechnet werden. Das ergibt bei 5 Mitarbeitern jeweils 140 €. Die Grenze ist überschritten – Steuern und Sozialabgaben werden fällig, es sei denn, Sie versteuern den Betrag pauschal mit 25%. Dann haben Sie die Beitrags- und Steuerfreiheit für die Mitarbeiter gerettet. Aber: Der Fiskus wird Ihnen in jedem Fall den Umsatzsteuerabzug aus den Rechnungen streichen und im ungünstigsten Fall sogar den Betriebsausgabenabzug. Teure Veranstaltungen werden schnell als „unangemessen“ eingestuft. Besser also, Sie achten penibel auf die Einhaltung der Grenze.

4. Vorräte anlegen

Wenn es darum geht, sinnvolle Betriebsausgaben zum Jahresende zu generieren, machen Sie sich die folgende Gewohnheit zu eigen: Starten Sie Hamsterkäufe für Ihren Betrieb!

Niemand kann Sie davon abhalten, Vorräte für Ihr Unternehmen in größeren Mengen zu kaufen und zu bezahlen – und zwar, wann Sie wollen, z.B. rechtzeitig vor dem 31.12.2016. Auch wenn Sie das Material erst im nächsten oder übernächsten Jahr brauchen, die Kosten können Sie noch in 2016 geltend machen. Voraussetzung ist nur, dass die Wareneinkäufe eindeutig betrieblich veranlasst sind.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, kann das Finanzamt nicht einmal etwas gegen regelrechte Großeinkäufe einwenden, wie ein zwar schon älteres, aber noch gültiges Urteil zeigt (Bundesfinanzhof (BFH), Urteil vom 12.07.1990, Az.: IV R 137-138/89): In dem Fall hatte ein Zahnarzt zum Ende des Jahres einen Zahngold-Vorrat von 12 kg angeschafft, obwohl er pro Jahr nur etwa 2,5 kg verbrauchte. Er hatte also einen Vorrat für 5 Jahre angeschafft. Sein Finanzamt wurde von den Richtern dazu verurteilt, die Ausgaben für den Großeinkauf anzuerkennen. Und nicht vergessen:

5. Sachbezüge für Ihre Mitarbeiter

Die beliebtesten und einfachsten Extras für Ihre (angehörigen) Angestellten und Minijobber sind gerade bei den hohen Benzinkosten die sogenannten Benzingutscheine. Ein solcher Benzingutschein, den Sie als Unternehmer dem Mitarbeiter geben, ist im Finanzamtsdeutsch ein Sachbezug. Aktuell sind Sachbezüge bis zu einem monatlichen Bruttobetrag von 44 € lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Geben Sie Ihrem Mitarbeiter (oder auch Ihrem mitarbeitenden Lebensgefährten) monatlich einen solchen Benzingutschein, kann sie bzw. er steuer- und sozialabgabenfrei tanken! Nutzen Sie jetzt im Dezember die Gelegenheit für solche Gutscheine.

Wichtig: Sachbezüge, die Arbeitnehmer vom Arbeitgeber erhalten, bleiben bis zu 44 € monatlich steuerfrei. Bei der Regelung des §8 Abs. 2 Satz 11 Einkommensteuergesetz (EstG) handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag.

 

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Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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